Hamburg (aktiencheck.de AG) - Jochen Reichert, Analyst von SES Research, stuft die Deutsche Telekom-Aktie (Profil) nach wie vor mit "kaufen" ein.
Nach der überraschenden Gewinnwarnung im ersten Quartal bestehe Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Deutschen Telekom. Entsprechend werde die Aktie derzeit mit einer Dividendenrendite von ~9% gehandelt. In der vorliegenden Studie werde gezeigt, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im aktuellen Geschäftsjahr von Dividendenkontinuität ausgegangen werden könne: Die Schwäche im US-Geschäft sollte von temporärer Natur sein, da mit einer Verdoppelung der 3G-Netzabdeckung im laufenden Geschäftsjahr zu rechnen sei (200 Mio. potenzielle Nutzer vs. 100 Mio. in 2008). Zudem dürfte T-Mobile USA mit einer verbesserten 3G-Endgeräte-Pipeline spätestens in Q4/09e bzw. Q1/2010e an Momentum zurückgewinnen.
Das Deutschland-Geschäft erwirtschafte ca. 49% der erwarteten Cash Contribution. Die DTE habe in den letzten Quartalen sowohl im Festnetz- als auch im Mobilfunkgeschäft durch ein starkes DSL-Neukundengeschäft, verbesserte Kostenstrukturen sowie neuen Produkten an Wettbewerbsstärke zurück gewonnen. Das Deutschland-Geschäft sollte sich weiterhin als robust zeigen. Ca. 90% der Dividendensumme dürfte aus dem Cashflow des Deutschland-Geschäfts bezahlt werden können (SESe). Ohne OTE habe die DTE ca. 30,3 Mio. Kunden in Mittel- und Osteuropa. Bisher zeige sich das Nachfrageverhalten nach Mobilfunkdienstleistungen (in lokaler Währung gerechnet) stabil. Mit Ausnahme von Polen lägen die EBITDA-Margen der mittel- und osteuropäischen Mobilfunkgesellschaften >40%.
Jedoch könnten allein größere Währungsbewegungen eine Anpassung der derzeitigen Guidance erfordern. Die Prognosen für T-Mobile USA seien auf Basis eines durchschnittlichen Kurses von USD/EUR von 1,30 gerechnet. Würde der Durchschnittskurs am Ende des laufenden Geschäftsjahres bei 1,40 liegen, so würde sich die EBITDA-Prognose für T-Mobile USA von EUR 5,0 Mrd. auf EUR 4,7 Mrd. reduzieren. Ein schwacher USD hätte jedoch für die Dividendenkontinuität mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Konsequenzen, da die liquiden Mittel in der US-Gesellschaft verbleiben könnten und nicht zur deutschen AG transferiert werden müssten.
Die drei Bewertungsansätze Peer Group-Vergleich, Free Cash Flow Yield sowie DCF würden zu einem Upside-Potenzial zwischen 20% (Peer Group) und 50% (FCFY09e) führen. Katalysatoren für die Aktie im zweiten Halbjahr dürften ein positiver Newsflow von T-Mobile USA bezüglich Netzausbau und Endgeräte-Pipeline, ein weiter robustes Deutschland-Geschäft und damit einhergehende Dividendenkontinuität sein.
Das Rating der Analysten von SES Research für die Deutsche Telekom-Aktie lautet weiter "kaufen". Das Kursziel werde unverändert bei EUR 12,00 gesehen. (Analyse vom 24.06.2009) (24.06.2009/ac/a/d)