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News - 27.05.08 19:41
Ex-Vorstand belastet Ricke und Zumwinkel
Der ehemalige Vorstandschef der Deutschen Telekom, Kai-Uwe Ricke, sowie der Ex-Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Zumwinkel sind offenbar tiefer in die Bespitzelungsaffäre des Konzerns verstrickt als bislang bekannt.
DÜSSELDORF. Heinz Klinkhammer, der frühere Personalvorstand der Deutschen Telekom, sagte dem Handelsblatt: "Der Mitarbeiter der Konzernsicherheit, der diesen Auftrag bekommen hat, hat mir versichert, dass Ricke und Zumwinkel ihm in der Angelegenheit einen Maulkorb erteilt haben."
Klinkhammer war von 1996 bis 2006 als Personalvorstand des Bonner Konzerns auch für die Konzernsicherheit verantwortlich. Ein Mitarbeiter dieser Abteilung sollte vor drei Jahren offenbar herausfinden, wie Telekom-interne Unterlagen und Daten an die Presse gelangt sind und ob Mitglieder des Aufsichtsrats vertrauliche Informationen weitergereicht haben.
"Dieser Auftrag, die Lücken für die Indiskretionen zu finden und zu schließen, ist an mir sowie am Chef der Konzernsicherheit vorbei aus dem Umfeld Ricke und Zumwinkel erteilt worden", sagte Klinkhammer. Und weiter: "Der Mann, der diesen Auftrag hatte, durfte weder mit mir noch mit seinem Chef darüber sprechen."
Am Wochenende hatte Telekom-Vorstandschef René Obermann eingeräumt, dass der Konzern 2005 und teilweise auch 2006 Telefon-Verbindungsdaten missbraucht habe. Demnach wurde damals geprüft, wann und wie lange Manager und Aufsichtsräte mit Journalisten telefoniert haben, um herauszufinden, wer die Presse mit internen Informationen versorgt haben könnte. Zu dieser Zeit war Ricke an der Spitze des Konzerns und Zumwinkel Chef des Aufsichtsrats.
Sollten die Vorwürfe stimmen, dann hat die Telekom unter anderem das Fernmeldegeheimnis gebrochen. Noch ist allerdings unklar, wie genau der Auftrag an den Mitarbeiter der Konzernsicherheit aussah, ob er wirklich zu illegalen Machenschaften angestiftet wurde oder dies ohne Wissen seiner Auftraggeber tat.
Nach Informationen des Handelsblatts hat die Spähaktion dazu geführt, dass die Auftraggeber schließlich Wilhelm Wegner, den Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats der Telekom und Mitglied des Aufsichtsrats, mit dem Verdacht konfrontierten, Informationen an Journalisten gegeben zu haben. Wegner reagierte bis Redaktionsschluss nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme.
Ricke indes weist die Behauptungen seines ehemaligen Vorstandskollegen Klinkhammer zurück: "Diese Vorwürfe sind unwahr und haltlos", sagte er dem Handelsblatt. Ein Sprecher von Klaus Zumwinkel erklärte: "Herr Zumwinkel hat keinen persönlichen Auftrag erteilt." Und weiter: "Die Geschäfte eines Unternehmens führt der Vorstand." Die Deutsche Telekom wollte sich gestern nicht zu diesem Thema äußern.
Der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom will sich am Mittwoch in einer außerordentlichen Sitzung mit dem Thema beschäftigen. Die 20 Mitglieder des Kontrollgremiums sollen über den Stand der Dinge informiert werden und das weitere Vorgehen beraten.
Quelle: Handelsblatt.com
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