Chartisten erwarten neue Bärenmarkttiefs


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jack303:

Chartisten erwarten neue Bärenmarkttiefs

 
05.02.03 07:49


05. Februar 2003 Schwierig gestaltet sich derzeit die charttechnische Ausgangslage am deutschen Aktienmarkt. Zwei von drei befragten Analysten sind eher pessimistisch, der Dritte sieht den Dax in einer Stabilisierungsphase.

Auf kurzfristige Sicht seien die Kurse eher zufallsbedingt, sagt Ludwig Gutmann von der Bayerischen Landesbank. Das Ganze gleiche einer Achterbahnfahrt mit immer neuen Strecken. Trotz gelegentlich steigender Kurse sei eines klar: Der übergeordnete Abwärtstrend sei nach wie vor intakt. Mittelfristig wird der Dax nach Meinung Gutmanns neue Bärenmarkttiefs sehen.

Das Ziehen der Reißleine droht

Nachdem der S&P 500 Index unter eine Unterstützung bei 870 Punkten gefallen ist, sei es auch im Dax gut möglich, dass das Oktober-Verlaufstief bei 2.519 Zählern durchbrochen werde, so Gutmann. Was danach komme, könne man nicht genau sagen. Nennenswerte Unterstützungen seien in dem Bereich nicht mehr auszumachen. Bei einem Rutsch unter 2.519 Punkten würden vermutlich viele Marktteilnehmer “die Reißleine ziehen“ und sich komplett vom Aktienmarkt verabschieden.

Dass dies so kommen wird, ist aus Sicht des Analysten nicht unwahrscheinlich. “Noch ist die Stimmung viel zu gut“, sagt Gutmann. Erst wenn die Anleger wirklich kapitulierten und ihre Aktien aufgäben, dann sei der Boden gefunden und erst dann könne es wieder aufwärts gehen.

Dem Markt fehlen die Käufer

Auch Heinz Stork, Charttechniker der Nols AG, sieht einen ungebrochenen Abwärtstrend im Dax. Kurzfristig tendiere der Leitindex seitwärts in einer sehr breiten Range zwischen 2.615 und 2.743 Zählern. Solange der Dax dort bleibe, werde nicht allzu viel passieren, so Stork. Ein Ausbruchsversuch nach oben sei aber bereits fehlgeschlagen. Es sei wahrscheinlicher, dass der Index unter 2.615 Punkte rutschen und bis auf das Verlaufstief bei 2.519 Stellen fallen werde.

Indikator für die pessimistische Einschätzung sind für Stork die fehlenden Gegenbewegungen nach den deutlichen Verlusten. Der Dax tendiere nach einem Kursrutsch immer nur seitwärts, kaum nach oben. Grund dafür seien die fehlenden Käufer. Es gebe derzeit keine richtige Investoren am Aktienmarkt, die Papiere kauften und auch mal länger zur Seite legten. Sollte das Oktober-Tief nicht halten, gebe es erst bei 2.320 und 2.284 Zählern die nächsten Unterstützungen. Diese resultierten aus den Jahren 1993 bis 1995, so Stork.

Hoffnungssignale bei VW

Etwas positiver gestimmt ist Achim Matzke, technischer Analyst bei Commerzbank Securities. Seiner Ansicht nach befindet sich der Dax bereits jetzt in einer Stabilisierungsphase. Der Leitindex sei nach unten bei 2.600 Punkten abgesichert. Nach oben gebe es bei 2.840/50 Zählern einen starken Widerstand, der vorerst nicht durchbrochen werden dürfte, erklärt Matzke.

Bei Einzelwerten stechen den Analysten die Automobilwerte ins Auge. Aus charttechnischer Sicht hätten diese Titel am ehesten den Boden gefunden, sagt Heinz Stork von Nols. Besonders auffällig seien dabei Volkswagen, die in den vergangenen drei Monaten seitwärts tendierten und die Oktober-Tiefs bei 31,65 Euro nicht mehr getestet hätten. Unterstützung gebe es für Volkswagen bei 35 Euro. Stork sieht aber Kurspotenzial bis 40 Euro oder sogar bis 42,10 Euro.

Bei DaimlerChrysler sollten Anleger hingegen noch abwarten. Hier sei der Abwärtstrend noch intakt. Erst müsse die Hürde bei 30 Euro überwunden werden, bevor es weiter aufwärts gehe. Sollte der Dax allerdings unter 2.519 Zähler abrutschen, würde dies auf breiter Front geschehen, so dass auch die Autowerte deutlich unter Druck kommen würden, gibt Stork zu bedenken.
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jack303:

Der Chart

 
05.02.03 07:50



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