Vor 14 Stunden von JMO
Für alle die erst jetzt dazugekommen sind würde ich die letzten 2 Tage gerne mal zusammenfassen:
Am 22.05. sind auf wallstreet-online mehrere "Sensationsmeldungen" über die hier diskutierte Firma erschienen. Unter anderem deswegen hat sich der Aktienkurs an diesem Tag mit +50 % dramatisch erhöht. Diese Artikel wurden auch in diesem Forum, hauptsächlich durch einen Nutzer, mehrmals zitiert. Obwohl die erstaunlich häufige Nutzung von Wörtern wie "sensationell" oder "grandios" nicht zu dem sonst so nüchternen journalistischen Stil passt, hat anscheinend leider niemand in die Kopfzeile der Artikel geschaut. Dort steht nämlich das Wort "ANZEIGE". Also Werbung. Weiter unten wird auch der Urheber der Artikel genannt, eine bekannte deutsche Marketingfirma. Natürlich ist das Ganze nicht illegal, im "Disclaimer" wird ja mehr als gründlich auf den Hintergrund hingewiesen.
Zum Beispiel so: "Wir weisen nochmal ausdrücklich daraufhin, dass es sich bei den veröffentlichten Analysten um keine Finanzanalysen nach deutschem Kapitalmarktrecht handelt, sondern um journalistische / werbliche Beiträge in Form von Texte, Videos und Grafiken."
Oder so: "Die XXXX GmbH oder Mitarbeiter des Unternehmens sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung beteiligt sind (Auftraggeber) halten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aktien an dem Unternehmen über welche im Rahmen der Internetangebote berichtet wird."
Oder so: "Ferner geben wir zu bedenken, dass die Auftraggeber dieser Studie in naher Zukunft beabsichtigen könnten, sich von Aktienbeständen zu trennen oder Aktien am Markt nachzukaufen. Der Auftraggeber könnte von steigenden Kursen der Aktie profitieren. Auch hieraus ergibt sich ein entsprechender Interessenkonflikt."
Am nächsten Tag folgte dann ein Kursrutsch von ca. 30 % zusammen mit folgender Meldung: "Investoren stellen Cannabis Wheaton über 80 Millionen CAD frisches Kapital zur Verfügung"
Auch hier wurde leider die Meldung nicht gründlich gelesen. 25 Millionen wurden über eine Aktienausgabe an "retail investors" (= Privatanleger) eingenommen, 25 weitere über eine Wandelanleihe. Etwas später wurden 30 weitere Millionen eingenommen, näheres zum Investor wurde aber nicht erwähnt. Wie fast alle Aktiengeschäfte wurden auch diese nicht mit Bargeld in Aktenkoffern durchgeführt sondern durch eine Bank, bzw. in diesem Fall durch 5 Banken "vermittelt". Dies führte jedoch bei manch einem Anleger zu der Auffassung dass diese Banken in die Firma investiert haben. Und wenn Banken einer Firma 80 Millionen geben, dann muss das Geschäftsmodell tatsächlich sensationell sein. Tatsächlich kommt das Geld leider zum großen Teil von Privatanlegern, die an diesem Tag ordentlich Verlust gemacht haben.
Das alles muss natürlich nicht bedeuten, dass diese Firma in naher Zukunft Pleite gehen wird oder das Geschäftsmodell nicht funktionieren wird. Da sich der Glaube durchgesetzt hat, dass 5 Banken in die Firma investiert haben und die Hoffnung damit wieder gestiegen ist, ist der Aktienkurs aktuell auch wieder ca. 5 % im Plus.
Die nächsten Wochen werden auf jeden Fall sehr spannend. Und obwohl ich kein Soziologe bin werde ich diese Diskussion mit großer Spannung weiter verfolgen. Danke und Grüße!