BÖRSE am MORGEN


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BÖRSE am MORGEN

 
23.01.02 11:21
Siemens und SAP starten nach Vorlage ihrer Ergebnisse mit deutlichen Gewinnen und ziehen den Dax ins Plus, Preussag musste dagegen kräftig abgeben. Die US-Frühindikatoren deuten auf Erholung und stützen den Neuen Markt.

Frankfurt am Main - Der Softwarehersteller SAP und der Elektronkikkonzern Siemens haben mit ihren Zahlen die Anleger überzeugt. Die Warnung des Investmenthauses Merrill Lynch, im Hightechsektor drohe eine erneute Überbewertung, führt nun zu gezieltem Stockpicking.
   
SAP stieg zur Eröffnung in Frankfurt um 2,2 Prozent auf 159,30 Euro, nachdem der größte europäische Softwarekonzern seine Umsatz- und Ergebniszahlen für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2001 nochmals übertroffen hatte. Im vierten Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, teilte SAP am Mittwoch mit. Im Gesamtjahr 2001 steigerte SAP den Umsatz um 17 Prozent.

Auch der Elektronikkonzern Siemens  baute nach Bekanntgabe der Quartalszahlen seine Gewinne immer weiter aus. Der Konzern hat das Ergebnis im Vergleich zum Vorquartal kräftig gesteigert und die Erwartungen der Analysten übertroffen: Die Aktie legte zum Auftakt um mehr als zwei Prozent zu. Im Jahresvergleich ist das Ergebnis jedoch eingebrochen: Das Ergebnis im Quartal betrug 538 Millionen Euro, nach rund einer Milliarde im Vorjahresquartal.

Goldman Sachs stützt Schering

Auch der Pharmakonzern Schering  erwischte mit einem Gewinn von mehr als drei Prozent einen guten Start. Die Investmentbank Goldman Sachs hat die Aktie auf "Outperformer" heraufgestuft. Auch Fresenius  profitierte von der freundlichen Stimmung im Pharmasektor. Im Laufe des Tages meldet der US-Pharmariese Pfizer Ergebnisse.

Frühindikatoren deutlich gestiegen

Der Dax legte auf Grund der guten Nachrichten von Konjunktur- und Unternehmensseite am Mittwoch leicht zu und notierte 0,4 Prozent fester bei 5059 Zählern. Die Wachstumswerte im Nemax 50 konnten um 0,7 Prozent auf 1160 Punkte zulegen: Die konjunkturellen Frühindikatoren für die USA sind im Dezember mit 1,2 Prozent deutlich stärker gestiegen als von Volkswirten erwartet. Dies ist der stärkste Anstieg seit Februar 1996. Analysten hatten nur mit einem Anstieg von 0,7 Prozent gerechnet.

Sparkurs bei Preussag

Der Pharmakonzern Bayer  will mit einer neuen Konzernstruktur Synergien in Höhe eines dreistelligen Millionenbeitrag realisieren. Dies sagte der Finanzvorstand und designierte Vorstandsvorsitzende Werner Wenning. Die Aktie zeigte sich zum Auftakt ebenfalls behauptet.

Die rote Laterne im Dax übernahm dagegen Preussag  mit einem Verlust von 2,9 Prozent: Der Tourismus-Konzern mit den Marken TUI, Hapag-Lloyd und Airtours bereitet sich nach einem Bericht des "Handelsblatt" auf einen markanten Einbruch des Reisemarktes vor und will angeblich bis zu 2000 Stellen sparen.

Ertragssaison: Motorola mit bescheidenem Ausblick
 
Die skeptischen Worte der Merrill-Lynch-Analysten hatten gestern ausgereicht, um die Technologiewerte in den Keller zu schicken. Die Banker hatten vor einer Überbewertung des Sektors gewarnt, da die Unternehmensgewinne mit der Erholung der Kurse nicht mithalten können. Die Nasdaq schloss gestern 2,5 Prozent schwächer, der Dow Jones gab 0,6 Prozent nach.

Die US- Ergebnissaison ist weiterhin durchwachsen. Sollten US-Schwergewichte wie Amgen, Boeing, Broadcom, Exxon sowie der Pharmariese Pfizer die Erwartungen erüllen, könnte es nach den Verlusten gestern wieder eine Gegenbewegung geben.

Der Mobilfunk- und Chiphersteller Motorola hat gestern nach US-Börsenschluss für das vierte Quartal einen Verlust gemeldet, der jedoch geringer als erwartet war. Der Konzern wies einen Verlust von 4 Cent je Aktie aus dem laufenden Geschäft aus. Analysten hatten jedoch mit einem Verlust von 5 Cent je Anteilsschein gerechnet. Im Jahr zuvor hatte Motorola noch einen Gewinn von 16 Cent je Papier erwirtschaftet. Motorola rechnet für das zweite Halbjahr des Jahres 2002 mit der Rückkehr zur Profitabilität. Im ersten und zweiten Quartal des laufenden Jahres werde dagegen noch ein Verlust anfallen.
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