Da gibt die BSL Assest Management AG am 05. Juli eine Presseerklärung heraus, in der es u.a. heißt:
Die BSL Asset Management AG wird die COMTRADE AG bei der Ausweitung der Geschäftstätigkeit als wesentlicher strategischer Investor mittel- bis langfristig unterstützen.
http://www.bslag.de/presse/Comtrade_PreMit_070705.pdf
Bei Rückfragen solle man sich wenden an:
Wolfgang Klosterhalfen, Mitglied des Vorstandes
BSL Asset Management AG
Reimerstwiete 18, 20457 Hamburg
Tel.: (040) 21 99 22 95
Fax: (040) 366 944
e-mail: klosterhalfen@bslag.com
Klosterhalfen ist der Typ, der eine Banklehre erfolgreich abgeschlossen hat (Respekt!), aber sonst über keine weitere Ausbildung verfügt, und der zusammen mit zwei weiteren Typen aus Vorstand bzw. Aufsichtsrat von BSL den gesamten Aufsichtsrat der Comtrade AG stellt. Und dessen BSL sollte nun
wesentlicher strategischer Investor bei Comtrade werden, wenigstens nach der Pressemitteilung der BSL.
Wer die Zahlen der Comtrade-Bilanzen noch im Kopf hat (Man kann auch bei
www.comtrade.de nachsehen, solange die Webseite noch online ist) wird schnell erkennen, dass eine Firma, die jährlich im siebenstelligen Bereich Kapital verbrennt und ziemlich genau zwei Monate vor vorgenannter vollmundiger Presseerklärung noch Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellte, auch Knete im mindestens siebenstelligen Bereich braucht. Ein Investor, der weniger beisteuert, kann wohl schwerlich als strategischer Investor bezeichnet werden.
Jetzt sollte man unter diesem Aspekt mal die Comtrade-Adhoc vom Abend des 21. Dezember lesen, also von vorgestern. Man kann sicher davon ausgehen, dass es sich bei dem
potentieller Investor, der seine 3 Mio. wieder vom Anderkonto abgezogen hat, nicht um die BSL handelt. Die "Bedenkzeit" wäre völlig unverständlich, da ja 3 BSLer bei Comtrade im Aufsichtsrat sitzen und die Bude genau kennen. Außerdem würde man sich in Widerspruch zu seiner Presseerklärung vom 05. Juli bringen. Da stand "wird" und nicht "wird vielleicht" oder "wird überdenken". Und in der BSL-Pressemitteilung stand auch
Das endgültige Volumen der Barkapitalerhöhung hängt noch davon ab, in welcher Höhe sich weitere Investoren neben BSL beteiligen werden. Weiter:
Lt. Adhoc wurden von "Altaktionären in den letzten zwei Wochen für rd. 750.000 € neue Aktien bezogen. Ich weiß ja nicht, ob man die BSL als Altaktionär bezeichnen kann, aber dann läge der BSL-Anteil, da es ja mehrere Aktionäre waren unter 750.000 €. Und das ist schon eine optimistische Sicht der Dinge. Wer sich mit solchem Anteil in seiner Presseerklärung als strategischen Investor feiert, erfüllt für meine Begriffe den Tatbestand des Betruges. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung. Vielleicht habe ich ja etwas falsch verstanden und Herr Klosterhalfen und seine Truppe sind die netten Jungs aus Hamburg, die ehrlichen hanseatischen Kaufleute und Retter notleidender Firmen. BSL kann das ja hier im Forum richtig stellen. Vielleicht ist die BSL auch der Aktionär, der mit 500.000 Glocken einsteigen will, aber bisher nicht gezeichnet hat. Und nun ist die Bezugsrechtefrist zu Ende. Dumm gelaufen für den strategischen Investor.
Und noch eine Aussage, die ich für Betrug halte, diesmal aus der Adhoc von Comtrade vom 31.10.2007:
Unter Führung der BSL Asset Management AG haben sich verschiedene Investoren zur Zeichnung neuer Aktien an der COMTRADE AG im Umfang von bis zu EUR 3,5 Mio. bereit erklärt und diesen Betrag bereits zur treuhänderischen Verwahrung auf einem Notaranderkonto hinterlegt.
Was denkt sich nach einer solchen Aussage der geneigte Leser? Nun, Otto-Normalbetrogener wird das so interpretieren, als wäre diese Knete für die Kapitalerhöhung der Comtrade-Bude schon sicher und würde durch den Notar, nachdem die Bezugsrechtefrist beginnt, zum Kauf neuer Aktien eingesetzt. Was geschah aber tatsächlich laut Adhoc von vorgestern: (Es) hat ein potentieller Investor, der eine Zeichnung von Stück 3 Mio. neuer Aktien aus der Kapitalerhöhung in Aussicht gestellt hatte, angekündigt, seine Zeichnungsbereitschaft noch einmal überdenken zu wollen und den von ihm treuhänderisch für die Zeichnung bei einem Notar hinterlegten Betrag vom Treuhandkonto wieder abgezogen. Während man in der Adhoc vom 31.10. also suggerierte, gut 3 Mio. € stünden schon für die Kapitalerhöhung bereit, hat man völlig verschwiegen, dass es den potenziellen Investoren offenbar möglich war, die Knete jederzeit oder unter bestimmten Bedingungen wieder abzuziehen. Wer als Altaktionär während der Bezugsrechtefrist neue Aktien im Glauben erworben hat, dass weitere große Aktionäre ja mit über
3 Mio. einsteigen werden, muss sich heute verarscht fühlen. An Stelle dieser Aktionäre würde ich mal mit der zuständigen Staatsanwaltschaft reden. Die sitzt in Hamburg. Ich hoffe, die betreffenden Betrüger auch bald.
Schlusswort vom kleinen Nurmalso:
Was ich hier wiedergebe, ist nur meine persönliche Meinung. Wer meint, ich hätte ein paar Mal das Wort "mutmaßlich" vergessen, möge es bitte an den passenden Stellen einfügen. Und wie gesagt, ich kann mich auch irren. Vielleicht sind das alles nette, ehrenwerte Leute, die an der Verbesserung der Welt arbeiten. Und die guten Taten werden nur ganz schlecht kommuniziert. May be. Dann wird das Christkind sie sicher entschädigen - in Santa Fu oder wo auch immer.