Bei UMTS wird das Surfen viel langsamer als gedacht
von Jan Boris Wintzenburg
Das Mobile Internet nach dem UMTS-Standard kommt - doch es wird viel langsamer
werden, als die ursprünglich einmal angekündigten zwei Megabit, so die übereinstimmende
Meinung von Experten auf dem weltgrößten UMTS-Kongress, der zur Zeit in Barcelona
stattfindet. Brian Potterill, Senior Consultant bei Pricewaterhouse Coopers etwa schätzt das
viele Anbieter die maximal verfügbare Geschwindigkeit auf gerade mal 64 Kilobit begrenzen.
Damit wäre UMTS gerade noch so schnell, wie eine ISDN-Verbindung. Dies hat
weitreichende Folgen für Content-Anbieter, die auf mobile Videoübertragungen gesetzt
hatten. Streaming Video in guter Qualitaet bleibt auch weiterhin an das Festnetz gebunden.
Gerade größere Anbieter mit vielen Kunden müssen die Geschwindigkeit so niedrig
ansetzen, um die Netze nicht durch einige wenige Videoübertragungen zu verstopfen.
Selbst im Testbetrieb senden die in Barcelona mit Testnetzen vertretenen Technikhersteller
wie Siemens, Alcatel, Nokia, Ericsson oder Lucent Technologie nur mit einigen hundert
Kilobit. Das reicht nur für kleine Bildausschnitte und wenige Bilder pro Sekunde. Doch auf
den kleinen Handy-Bildschirmen dürften Video-Telefonate ein eindrucksvolles Angebot
bleiben.
Keiner der Hersteller war jedoch in der Lage ein funktionierendes Handy in den eigens für die
Veranstaltung nach Barcelona gebrachten Testnetzen vorzuführen. Das gängige
Handy-Format ist hier ein VW-Bus. Die bis zu 150 Kilo schwere Mobilfunkausstattung muss
schließlich transportiert werden. Besonders der hohe Stromverbrauch macht den Herstellern
noch zu schaffen. Während Ericsson eine ganze Armada von Autobatterien benutzt um mobil
per UMTS zu funken hat sich der amerikanische High-Tech-Konzern Lucent Technologies
etwas ganz besonderes für seine VW-Bus-Version des Handys der Zukunft ausgedacht: Ein
auf einen Anhänger montiertes Notstromaggregat bollert hinter dem UMTS-Wagen her und
liefert knatternd den Strom zum Telefonieren. Doch das sei alles nur zum Testen, Spielzeug
für Ingenieure, heißt es. Die Miniaturisierung des ganzen sei noch das kleinste Problem bei
der neuen Milliarden-Technologie.
von Jan Boris Wintzenburg
Das Mobile Internet nach dem UMTS-Standard kommt - doch es wird viel langsamer
werden, als die ursprünglich einmal angekündigten zwei Megabit, so die übereinstimmende
Meinung von Experten auf dem weltgrößten UMTS-Kongress, der zur Zeit in Barcelona
stattfindet. Brian Potterill, Senior Consultant bei Pricewaterhouse Coopers etwa schätzt das
viele Anbieter die maximal verfügbare Geschwindigkeit auf gerade mal 64 Kilobit begrenzen.
Damit wäre UMTS gerade noch so schnell, wie eine ISDN-Verbindung. Dies hat
weitreichende Folgen für Content-Anbieter, die auf mobile Videoübertragungen gesetzt
hatten. Streaming Video in guter Qualitaet bleibt auch weiterhin an das Festnetz gebunden.
Gerade größere Anbieter mit vielen Kunden müssen die Geschwindigkeit so niedrig
ansetzen, um die Netze nicht durch einige wenige Videoübertragungen zu verstopfen.
Selbst im Testbetrieb senden die in Barcelona mit Testnetzen vertretenen Technikhersteller
wie Siemens, Alcatel, Nokia, Ericsson oder Lucent Technologie nur mit einigen hundert
Kilobit. Das reicht nur für kleine Bildausschnitte und wenige Bilder pro Sekunde. Doch auf
den kleinen Handy-Bildschirmen dürften Video-Telefonate ein eindrucksvolles Angebot
bleiben.
Keiner der Hersteller war jedoch in der Lage ein funktionierendes Handy in den eigens für die
Veranstaltung nach Barcelona gebrachten Testnetzen vorzuführen. Das gängige
Handy-Format ist hier ein VW-Bus. Die bis zu 150 Kilo schwere Mobilfunkausstattung muss
schließlich transportiert werden. Besonders der hohe Stromverbrauch macht den Herstellern
noch zu schaffen. Während Ericsson eine ganze Armada von Autobatterien benutzt um mobil
per UMTS zu funken hat sich der amerikanische High-Tech-Konzern Lucent Technologies
etwas ganz besonderes für seine VW-Bus-Version des Handys der Zukunft ausgedacht: Ein
auf einen Anhänger montiertes Notstromaggregat bollert hinter dem UMTS-Wagen her und
liefert knatternd den Strom zum Telefonieren. Doch das sei alles nur zum Testen, Spielzeug
für Ingenieure, heißt es. Die Miniaturisierung des ganzen sei noch das kleinste Problem bei
der neuen Milliarden-Technologie.