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Der starke USD hat den Edelmetallen und -minen schwer zugesetzt und tiefe Spuren in den Chartbildern hinterlassen. 7 Monate Rallyebewegung wurden in bloss 2 Handelswochen vernichtet. Ein klareres Zeichen für einen Stimmungsumschwung an den Edelmetallmärkten seit der Wahl Trumps zum US-Präsidenten konnte der Markt gar nicht liefern.
Charttechnik:
Silber:
Silber ist nun auf dem Kurslevel von Mitte Februar 2016. Es ist gewissermassen der Vorkeller, in dem Silber 8 Monate lang verweilte, bevor es in das tiefste Kellerniveau hinabfiel, dem Ausgangspunkt der Jahresrallye. Silber ist, – so schräg es auch klingen mag –, immer noch in der Korrekturbewegung des Aufwärtstrends mit Start Mitte Dezember 2016; allerdings eine sehr deutliche Korrektur eines noch jungen Trends, was nicht gerade für die Stärke desselben spricht. Es gilt für Silber einfach: ›Zurück an den Start!‹ Der positivste weitere Chartverlauf wäre ein Drehen auf der Höhe des ersten ›Beins‹ (USD 15,82, roter Punkt) und damit die Ausbildung eines ›double bottoms‹. Eine längst fällige Korrektur des USD-Indexes machte dies sehr wahrscheinlich. Das wäre dann allerdings nur der erste Schritt, denn die seit dem ›double top‹ diesen Sommer begonnene Korrekturbewegung ist ein untergeordneter Abwärtstrend, der erst mal gebrochen werden muss, um die weitere Abwärtsbewegung zu stoppen. Mit anderen Worten: Silber müsste den mittleren roten Trendkanal (ca. USD 19, roter Pfeil) schlusskurstechnisch überschreiten.
Gold:
Für Gold ergibt sich ein ähnliches Bild, mit dem Unterschied, dass hier der Aufwärtstrend gebrochen wurde, und noch dazu die für den diesjährigen Aufschwung so entscheidende Formation des pan bottoms zerstört und deren inhaltliche Wertigkeit vernichtet wurde. Auch hier wird – bei Normalisierung des USD-Indexes – eine längst überfällige Gegenbewegung erfolgen.
Barrick Gold:
Auch Barrick wurde charttechnisch weit zurückgeworfen, steht aber unternehmerisch weitaus besser da, als vor noch 1 Jahr. Barrick ist nun einen Kurslevel angelaufen, der sich 2014/15 als oftmals angelaufener Widerstandsbereich herausgebildet hatte und nun eine doch recht signifikante Unterstützung bildet. Mit einer zu erwartenden USD-Index-Korrektur und der damit – üblicherweise einhergehenden – Erholungsbewegung bei den Edelmetallen sollte diese Unterstützungszone genügend Halt bieten, um Barrick zumindest in eine seitwärts verlaufende Schiebezone überführen zu können.
Fazit:
Was ist eigentlich so entscheidend anders als vor 1 Jahr, dass die Märkte sich so verhalten, wie sie es tun?
Damals war Obama Präsident, die FED hatte oftmals angekündigt, die Zinsen zu erhöhen, und der Schuldenturm in der 8-jährigen Obama-Amtszeit hatte sich verdoppelt. Heute ist Trump Präsident (o.k. noch nicht de facto, aber in den Märkten ist er es bereits), die FED kündigt an, die Zinsen zu erhöhen, und Trump verspricht noch mehr Schulden, um die USA wieder gross zu machen. Das Finanzsystem wird bis aufs äusserste strapaziert; aber wer die Weltleitwährung besitzt und somit jederzeit imstande ist, sich ungehindert weiter zu verschulden, scheint somit freies Spiel zu haben.
Erst ein einbrechender USD bzw. ein Versagen der Trump'schen Politik wird die Edelmetalle wohl wieder aufwärts treiben können. Einziger vorläufiger Trost: Physische Edelmetalle behalten ihren Wert: 1 Unze bleibt 1 Unze. Für die Minen kann es jedoch immer noch zu einem ›high noon‹ kommen, bei denen schlecht aufgestellte Werte Federn werden lassen müssen.
Interessant zu beobachten sein wird jedenfalls das Verhalten aller 3 Kurse in Bezug auf das ›death cross‹ (EMA 50/200). Gold hatte es ja diesen Donnerstag, Silber und Barrick stehen kurz davor. Stemmen sich die Werte dagegen, ist das zumindest ein kleiner Funke Hoffnungsschimmer für die Kurzfrist-Aussicht.
Obwohl ich schon der Ansicht bin, dass zumindest markante Kurswerte im jetzigen Umfeld "ausgenutzt" werden (siehe den Wegbruch von Gold bei ca. USD 1.200 mit ungefähr 30.000 Papiergoldkontrakten), und wenn sie nur deshalb ausgenutzt werden, da sie sich in der jetzigen Zeit einfach anbieten, so habe ich dennoch das Gefühl, dass die doch untypischen, teilweise sprunghaften, nicht nachhaltigen und – bei den Aktien – lediglich aufgrund von vollmundigen Aussagen gegründeten Kursbewegungen viel Sprengstoff in sich bergen.
Genauso papieren sehe ich die Kursverläufe, die wohl jederzeit, durch welchen Trigger auch immer, die Richtung ändern und die Stimmung in der Folge wieder kippen lassen können.
Es ist doch verrückt, alleine aufgrund eines US-Präsidentenwechsels die mühsam aufgebaute Edelmetall-Stimmung innerhalb 10 Handelstagen, als für ungültig zu erklären, und damit die restlichen, weitaus grösseren Problemfelder einfach auszublenden. Ich mag mich hierbei irren, aber ganz koscher kommt mir das nicht vor …
Danke für den Link.
Schöne Grüße
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