Marc Faber zur Fed-Entscheidung und ausufernden quantitativen Lockerung
Der Schweizer Starinvestor Marc Faber äußerte sich am Mittwoch Abend in einem Interview auf Bloomberg über die jüngste Entscheidung der Fed, ihren bisherigen lockeren geldpolitischen Kurs beizubehalten. Obwohl er, wie viele andere, eine Senkung der Anleihekäufe erwartet hatte, zeigt er sich dennoch wenig überrascht. Für den Experten deutet alles daraufhin, dass bereits jetzt ein Stadium quasi unbegrenzter quantitativer Lockerung erreicht ist.
Das Problem der Fed ist Fabers Meinung nach, dass es sich um Professoren und Akademiker handelt, die keinen Einblick und kein Verständnis für das Leben des Normalbürgers besitzen. Von der gestrigen Entscheidung würde nur eine kleine Anzahl von Menschen profitieren, während sich für den Großteil der Amerikaner die Güter des täglichen Bedarfs weiter verteuerten. So stieg Öl gestern um 2,68% an und tanken muss jeder. Ein weiteres Negativbeispiel sind die seit über einem Jahr anziehenden Renditen. Während 10-jährige Anleihen vor einem Jahr bei 1,43% Rendite ein Rekordtief verzeichneten, liegen sie jetzt beim Doppelten und das betrifft die Kreditnehmer direkt.
Nach Meinung des Experten sei die amerikanische Wirtschaft wesentlich schwächer, als die meisten Menschen im Moment denken würden und ein zukünftiger Staatsbankrott sei aufgrund der Anleihepolitik nicht auszuschließen. Seiner Ansicht nach laufe alles auf einen Zusammenbruch des Systems in unbekanntem Ausmaß hinaus. Ein Ende des Gelddruckens seitens der Fed wäre nicht in Sicht, da sie sich mittlerweile selbst in eine Position gebracht hätte, in der quasi keine Alternativen blieben.
Bezüglich der längerfristigen Auswirkung der Fed‑Entscheidung für den Goldpreis übt sich Faber vorerst noch in Zurückhaltung - es könne sich bei dem aktuellen Trend um eine Eintagsfliege handeln. Die Märkte wären überkauft und die Fed habe bereits die Kontrolle über den Anleihemarkt verloren. Nun würde sich die Frage stellen, wann sie auch die Kontrolle über den Aktienmarkt verlieren wird. Insofern bleibt er weiter vorsichtig und möchte abwarten, wie sich die Märkte nach der ersten Reaktion in den nächsten Tagen verhalten werden.
Davon abgesehen betrachtet der Herausgeber und Verfasser des Gloom Boom & Doom Reports Gold weiterhin als sichere Anlage und weist energisch darauf hin, dass "verantwortungsvolle" Menschen Gold besitzen sollten.
"I always buy gold and I own gold. I don't even value it. I regard it as an insurance policy. I think responsible citizens should own gold, period."