Lotto-Gesellschaft vor Verstaatlichung?
Finanzhilfe für Sport soll darunter nicht leidenVom 09.05.2007
Von
Alexandra Eisen
MAINZ / KOBLENZ Morgen beginnen nach Informationen dieser Zeitung die Gespräche über eine mögliche Verstaatlichung der Lotto Rheinland-Pfalz GmbH. "Für den organisierten Sport soll es dadurch keine Verschlechterungen geben", sagte Bernhard Landwehr, Pressesprecher des Finanzministeriums, auf Anfrage dieser Zeitung.
Gesellschafter von Lotto Rheinland-Pfalz, des einzigen Privatunternehmens im deutschen Lotto-Toto-Block, sind bislang die drei Sportbünde des Landes. Die Konzessionsabgaben aus Lotterien und Sportwetten gehen in den Übungsbetrieb der Sportvereine, den Leistungssport und die Arbeit der Fachverbände.
Hintergrund der möglichen Verstaatlichung sind das Vertragsverletzungsverfahren, das die EU-Kommission gegen den Bund eingeleitet hat, sowie der geplante Lotterie-Staatsvertrag von 15 Bundesländern, der das staatliche Wettmonopol ab 1. Januar 2008 für weitere vier Jahre festschreiben soll. "Die EU-Kommission fordert in diesem Fall, den Lotto-Betrieb in Rheinland-Pfalz europaweit auszuschreiben, wenn es bei einer privaten Gesellschaft bleibt. Dies ist aber nicht im Interesse der Sportbünde", erklärt Bernhard Landwehr. Aus diesem Grund prüfe das Land nun, wie hoch sein Anteil an Lotto Rheinland-Pfalz sein muss, um eine solche Ausschreibung zu verhindern.
CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzender Christian Baldauf forderte die Landesregierung auf, "schnellstmöglich Klarheit über die Zukunft von Lotto Rheinland-Pfalz zu schaffen". Die CDU sieht anderenfalls "eine gesicherte Finanzierung des Sports im Lande gefährdet". Ob eine überhastete Verstaatlichung der Gesellschaft die richtige Lösung ist, sei überdies fraglich.