„Sportbünde in der Offensive“
Sorgen ums Wettmonopol
Wiesbaden - Mit der Veränderung der Bildungslandschaft und deren
Auswirkungen auf den organisierten Sport haben sich die Vertreter der 16
Landessportbünde (LSB) und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)
bei ihrer turnusmäßigen Konferenz in Wiesbaden beschäftigt. Sowohl die
Zunahme an Ganztagsangeboten als auch die Verkürzung der Gymnasialzeit auf
acht Jahre hätten Konsequenzen, denen die Vereine nicht tatenlos zuschauen
dürften, sagte Rolf Müller, der Präsident des Landessportbundes Hessen (lsb h).
Vielmehr sollten die Vereine die Kooperation mit den Bildungseinrichtungen
suchen. Sonst könne es sein, dass sie zukünftig bei der Vergabe von Sportstätten
ebenso das Nachsehen hätten wie beim Werben um den Nachwuchs.
Der lsb h hat deshalb eine Schulsportoffensive ausgerufen und sie am
Wochenende den Vertretern aus den anderen Bundesländern vorgestellt. So
bildet die Sportjugend Hessen derzeit 50 so genannte Sportassistenten aus, die
so für Bewegungsangebote in den Schulen qualifiziert werden sollen. Diese
dürften allerdings den regulären Sportunterricht nicht ersetzen, sondern nur
ergänzen, wie DOSB-Generaldirektor Michael Vesper betonte. Darüber hinaus
erstellt Hessen laut Müller derzeit eine Sammlung vorbildlicher
Kooperationsmodelle. Die Offensive umfasst zudem eine vertragliche
Vereinbarung mit dem Kultusministerium, dass Vereinsberater künftig auch in
Schulen tätig werden können.
Einig waren sich die LSB-Vertreter auch dahingehend, dass es, so Müller, nach
nunmehr 25 Jahre währender Diskussion Zeit sei zu entscheiden, ob der Sport
als Staatsziel in das Grundgesetz aufgenommen wird. Man werde, sagte Vesper,
bei den Bundestagsabgeordneten dafür werben.
Die Ministerpräsidenten der Bundesländer wiederum forderte die Konferenz dazu
auf, am staatlichen Monopol für Sportwetten und Glücksspiele festzuhalten, um
die Finanzierung des Breitensports, der mehr als 500 Millionen Euro jährlich
daraus erhält, nicht zu gefährden. In dem Zusammenhang wurde auch Kritik an
"einzelnen Teilen des deutschen Fußballs" geübt, die durch "unsolidarische
Bemühungen" versuchten, das Monopol zu Fall zu bringen. kat Copyright © FR online 2007
Artikel erschienen am 26.03.2007
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