Wille des InsolvenzverwaltersKarstadt verzichtet auf MassekreditWendung im Überlebenskampf: Eigentlich wollte die Arcandor-Führung einen Antrag auf ein Notdarlehen stellen - doch der Insolvenzverwalter will davon nichts wissen. Denn angeblich liegen die Warenhäuser im Juni über Plan. Auch Bargeld gebe es genug.Der vorläufige Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will für die Warenhaustochter Karstadt keinen Massekredit beantragen. "Die Diskussion um Massekredite haben wir nicht angestoßen, wir benötigen für Karstadt keinen Massekredit", heißt es in einem am Donnerstag in Essen verbreiteten Redemanuskript des Insolvenzverwalters. Für den Monat Juni liege die Arcandor-Warenhaustochter mit den Umsätzen über den Zahlen des Vorjahres und über Plan. "Die Liquiditätsplanung für Karstadt ist bis Jahresende cash positiv, die Finanzierung des Weihnachtsgeschäfts trauen wir uns im Rahmen der bestehenden Verträge zu", sagte er. Bei einem Massekredit steht der Kreditgeber in der Liste der Gläubiger oben. Das bedeutet, dass diese Forderungen vorrangig bedient werden, der Geber hat als erster Zugriff auf die Insolvenzmasse, damit seine Forderungen mit der höchstmöglichen Garantie abgesichert sind. Eigentlich hieß es bis vor Kurzem, dass Arcandor nach der Insolvenz einen Antrag auf derartige Rettung stellen wolle. Der Konzern hatte mitgeteilt, diesen Schritt prüfen zu wollen. Es sei ein gängiges Mittel, um den Geschäftsbetrieb in der Insolvenz aufrecht zu erhalten. "Das ist ja ein ganz normales Instrument in dieser Situation", hieße es damals von Seiten des Konzerns. Beim Mutterkonzern Arcandor konzentriert sich der Insolvenzverwalter nach eigenen Angaben derzeit auf die Stabilisierung der Geschäftsabläufe. Görg sagte, dass er sich um eine Finanzierung für den Versandhändler Quelle bemühe. "Dazu habe ich in den vergangenen 48 Stunden Gespräche in Berlin und München geführt." Der gute Wille sei bei allen Beteiligten da, nun müssten zügig Entscheidungen her. Vorrangig gehe es darum, die Geschäftsabläufe bei Quelle wieder anzuschieben und ein Sanierungskonzept zu erarbeiten, hieß es. "Blitz-Verkäufe" seien kein Thema - weder an die Metro noch an andere Interessenten. Teil 2: Schnelle Entscheidung über Quelle >>FTD.de, 13:17 Uhr
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