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DJ Hertie-Investoren schauen auch auf Karstadt - FAZ
VWD
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FRANKFURT (Dow Jones)--Eine Investorengruppe aus fünf erfahrenen Einzelhandelsmanagern und einem jüngst neu auf den Plan getretenen chinesischen Finanzpartner hat sich einem Zeitungsbericht zufolge zum Ziel gesetzt, aus Hertie und Teilen von Karstadt eine Kaufhaus-Kette zu schmieden, die vor allem in Klein- und Mittelstädten ihren Platz haben soll. "Die Bürgermeister der Hertie-Standorte haben die Einladung der Deutschen Bank erreicht, dass es in den nächsten vierzehn Tagen zu einem runden Tisch kommt, um unser Konzept zu erörtern", sagte Rolf Schuchardt, Sprecher und Mittler der Investoren, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ - Samstagausgabe).
An diesem Gespräch würden neben Hertie-Insolvenzverwalter Biner Bähr auch Vertreter der britisch-niederländischen Eigentümer der Hertie-Kaufhausimmobilien, Dawnay Day, teilnehmen. Die Deutsche Bank, die den Immobilienkauf arrangiert und verbrieft hatte, wolle dabei als Moderator auftreten, schreibt die Zeitung.
Mit der Schieflage von Arcandor und den Plänen der Metro AG, eine neue Deutsche Warenhaus AG zu schaffen, habe sich für Schuchardt die Veränderung in der gesamten Einzelhandelsszene und Warenhauslandschaft nochmals beschleunigt. Sollten die Pläne von Metro zur Bildung einer Warenhausallianz aufgehen, würden möglicherweise nochmals vierzig Standorte auf den Markt kommen.
"Wir hoffen deshalb sehr auf ein Umdenken bei Dawnay Day", habe Schuchardt deren bisher sehr starre Verhandlungsposition hinsichtlich der Weitervermietung der Hertie-Immobilien zu auskömmlichen Konditionen angesprochen. Nach seiner Ansicht sänken die Chancen, die Häuser gut zu verwerten, in der gegenwärtigen Marktlage von Woche zu Woche. Falls der Immobilieninvestor einzelne Immobilien veräußern müsse, um seinen Verpflichtungen nachzukommen, sei man bereit, auf seine speziellen Belange einzugehen, habe er Entgegenkommen signalisiert, so die FAZ.
Für Schuchardt und seine Partner ergäben sich dem Blatt zufolge möglicherweise ganz neue Chancen: Sie werfen ihren Hut auch für einige der Karstadt- und Kaufhof-Filialen in den Ring, die bei einer Warenhausallianz aufgegeben würden. "Wir würden nicht wahllos Häuser hinzunehmen, sondern nur Standorte, die genau zu unserem Konzept passen", erläuterte Schuchardt. Und das wären vor allem kleinere Häuser in Mittelstädten. Sollte nämlich Dawnay Day weitere der derzeit noch 54 Hertie-Standorte verkaufen müssen, wäre die kritische Größe für die neue Hertie nicht mehr vorhanden. "Man benötigt schon zwischen 60 und 70 Filialen", erläuterte Schuchardt.
Im Mai haben die Gläubiger beschlossen, den Geschäftsbetrieb der Kleinkaufhaus-Gruppe einzustellen. Die Häuser sind voraussichtlich nur noch bis Anfang oder Mitte August geöffnet. Mittlerweile werde auch den Politikern klar, welche Folgen die aktuellen Schieflagen der Warenhausbetreiber für die Innenstädte haben, hofft Schuchardt auf Unterstützung dieser Seite.
Sein Geschäftsplan sieht laut FAZ vor, dass im ersten Jahr der Umsetzung nur ein geringes Plus gegenüber dem zuletzt bescheidenen Umsatzniveau erreicht werde. Zwei Jahre Vorlauf benötige das Konzept, bis es greife. Zur Anschubfinanzierung benötigt er eigenen Angaben zufolge einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag, so die Zeitung. Dann müsste allerdings der Investor, dessen Namen er noch nicht nennen will, das nötige Kapital bringen: "Die stehen Gewehr bei Fuß", versichert er.
Quelle:
Quelle: VWD 12.06.2009 18:33:00
Noch eine Investorgruppe :-)
Langsam und sicher Richtung 1euro :-)