ftd.de, Mi, 19.12.2001, 14:01
Arafat läßt palästinensische Polizisten verhaften
Der palästinensische Präsident Jassir Arafat hat erstmals seit Beginn der zweiten Intifada eigene Sicherheitskräfte festnehmen lassen. Auch Einrichtungen der militanten Hamas-Organisation wurden geschlossen.
15 Sicherheitsleute seien in Gewahrsam genommen worden, teilte ein Sprecher der Autonomiebehörde am Mittwoch mit. Ihnen wird Beteiligung an Anschlägen auf Israelis vorgeworfen. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die verhafteten Polizisten hätten den Aufruf von Arafat für ein Ende der Gewalt abgelehnt. Der israelische Generalstabschef Schaul Mofas hatte am Dienstag erklärt, seit September 2000 seien mindestens 80 Israelis von palästinensischen Sicherheitskräften getötet worden. Die zweite Intifada hatte vor 15 Monaten begonnen.
Die Palästinensische Autonomiebehörde schloss zudem sechs Büros der militanten Hamas-Organisation im Gazastreifen. Der palästinensische Sicherheitschef im Gazastreifen, Mohammed Dahlan, erklärte, die Autonomiebehörde werde unabhängige Aktionen militanter Kämpfer nicht tolerieren. "Wir werden jeden verhaften, der die Bestimmungen der Autonomiebehörde verletzt", sagte Dahlan. Israel, die USA und die EU hatten von Arafat zuletzt ein härteres Vorgehen gegen Extremisten gefordert.
Geheimdienste nehmen Kontakt auf
Die Fatah-Organisation Arafats hat in einem Flugblatt den Appell des Palästinenserführers vom Sonntag an anerkannt. In ihrer Erklärung heißt es: "Die Fatah-Bewegung fühlt sich allen Punkten der Rede von Präsident Arafat verpflichtet, auch in seinem Aufruf zu einem Waffenstillstand, um die nationalen Interessen zu schützen."
Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hat den Inlandsgeheimdienst Schin Beth angewiesen, Gespräche mit palästinensischen Sicherheitsbehörden aufzunehmen. Schin-Beth-Chef Avi Dichter sei damit beauftragt worden, eine Verbindung zu den Kollegen von der palästinensischen Sicherheit aufzubauen, teilte ein Regierungsbeamter am Mittwoch mit. Israel sei bereit, die palästinensischen Nachrichtendienste bei der "Säuberung von Nablus" im Westjordanland zu unterstützen. Damit sollten "militärische Operationen" der radikalen Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad zumindest "zeitweise" unterbunden werden, sagte der Beamte weiter. US-Außenminister Colin Powell hatte zuvor Scharon und Arafat in Telefongesprächen zu neuen Verhandlungen aufgefordert.
Israelische Zeitungen berichteten am Mittwoch unter Berufung auf Geheimdienstvertreter, Hamas und Islamischer Dschihad planten "strategische Anschläge". Dazu könnten möglicherweise Entführungen von israelischen Soldaten und Zivilisten als Erpressungsmittel sowie Sprengungen von Türmen gehören. Im Gazastreifen und im Westjordanland sollen sich den Angaben zufolge jeweils etwa 400 palästinensische "Terroristen" frei bewegen können.
© 2001 Financial Times Deutschland
Arafat läßt palästinensische Polizisten verhaften
Der palästinensische Präsident Jassir Arafat hat erstmals seit Beginn der zweiten Intifada eigene Sicherheitskräfte festnehmen lassen. Auch Einrichtungen der militanten Hamas-Organisation wurden geschlossen.
15 Sicherheitsleute seien in Gewahrsam genommen worden, teilte ein Sprecher der Autonomiebehörde am Mittwoch mit. Ihnen wird Beteiligung an Anschlägen auf Israelis vorgeworfen. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die verhafteten Polizisten hätten den Aufruf von Arafat für ein Ende der Gewalt abgelehnt. Der israelische Generalstabschef Schaul Mofas hatte am Dienstag erklärt, seit September 2000 seien mindestens 80 Israelis von palästinensischen Sicherheitskräften getötet worden. Die zweite Intifada hatte vor 15 Monaten begonnen.
Die Palästinensische Autonomiebehörde schloss zudem sechs Büros der militanten Hamas-Organisation im Gazastreifen. Der palästinensische Sicherheitschef im Gazastreifen, Mohammed Dahlan, erklärte, die Autonomiebehörde werde unabhängige Aktionen militanter Kämpfer nicht tolerieren. "Wir werden jeden verhaften, der die Bestimmungen der Autonomiebehörde verletzt", sagte Dahlan. Israel, die USA und die EU hatten von Arafat zuletzt ein härteres Vorgehen gegen Extremisten gefordert.
Geheimdienste nehmen Kontakt auf
Die Fatah-Organisation Arafats hat in einem Flugblatt den Appell des Palästinenserführers vom Sonntag an anerkannt. In ihrer Erklärung heißt es: "Die Fatah-Bewegung fühlt sich allen Punkten der Rede von Präsident Arafat verpflichtet, auch in seinem Aufruf zu einem Waffenstillstand, um die nationalen Interessen zu schützen."
Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hat den Inlandsgeheimdienst Schin Beth angewiesen, Gespräche mit palästinensischen Sicherheitsbehörden aufzunehmen. Schin-Beth-Chef Avi Dichter sei damit beauftragt worden, eine Verbindung zu den Kollegen von der palästinensischen Sicherheit aufzubauen, teilte ein Regierungsbeamter am Mittwoch mit. Israel sei bereit, die palästinensischen Nachrichtendienste bei der "Säuberung von Nablus" im Westjordanland zu unterstützen. Damit sollten "militärische Operationen" der radikalen Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad zumindest "zeitweise" unterbunden werden, sagte der Beamte weiter. US-Außenminister Colin Powell hatte zuvor Scharon und Arafat in Telefongesprächen zu neuen Verhandlungen aufgefordert.
Israelische Zeitungen berichteten am Mittwoch unter Berufung auf Geheimdienstvertreter, Hamas und Islamischer Dschihad planten "strategische Anschläge". Dazu könnten möglicherweise Entführungen von israelischen Soldaten und Zivilisten als Erpressungsmittel sowie Sprengungen von Türmen gehören. Im Gazastreifen und im Westjordanland sollen sich den Angaben zufolge jeweils etwa 400 palästinensische "Terroristen" frei bewegen können.
© 2001 Financial Times Deutschland