Der Nachteil der Erneuerbaren Energien
Auszüge, ausführlich unter:
www.agrarheute.com/flaechenverbrauch-429793
Flächen-Uhr tickt: Bauern warnen vor Landfraß
04.07.2011
Jede Sekunde gehen elf Quadratmeter wertvollen Ackerlands verloren, weil Gebäude oder Verkehrswege gebaut werden, lautet die Protestbotschaft auf der Bühne des Bauerntags in Koblenz. Angesichts schwankender Lebensmittelpreise auf den Weltmärkten verfolgen das viele schon länger mit Sorge. Die Energiewende in Deutschland mit Vorfahrt für erneuerbare Quellen hat die Bauern jetzt abrupt aufgeschreckt: Neue Leitungen und mehr Biostrom drohen ihnen weitere Flächen zu rauben.
Für Stromtrassen gehen produktive Agrarflächen verloren
Grund für die hochkochenden Befürchtungen der Landwirte ist die Energiewende, die der Bundestag gerade beschlossen hat. Da die Atomkraft schneller ersetzt werden soll, müssen regenerative Alternativen auch rascher ausgebaut werden. Das kann viele Bauern gleich zweifach berühren: Über ihre Wiesen, Felder und durch ihre Wälder könnten neue Hochspannungsleitungen geplant werden, etwa um Strom von Windanlagen auf dem offenen Meer quer durch die Republik zu transportieren. Zum anderen wachsen Energiepflanzen auf dem Land, etwa Raps für Biodiesel oder Mais für Biogasanlagen. "Es geht nicht, dass für neue Stromtrassen, Windanlagen und Pumpspeicher immer mehr produktive Agrarfläche zu Biotopen umgewandelt wird", warnt Sonnleitner.
Erneuerbare Energien sichern Einkommen
Beim Ausbau der Bioenergie gibt es ebenfalls Bedenken der Branche. Dafür sollten vor allem flächensparende Technologien wie Erdwärme oder Windkraft ins Auge gefasst werden, empfiehlt der Präsident des genossenschaftlichen Raiffeisenverbands, Manfred Nüssel. Zum Anbau von Energiepflanzen dienten schon heute acht Prozent der Ackerfläche. Dies könne nicht einfach auf bis zu 40 Prozent ausgeweitet werden, um den Beitrag von Biogas am Energiemix deutlich zu vervielfachen. Abkoppeln wollen sich die Landwirte vom wachsenden Geschäft mit regenerativen Energien aber natürlich auch nicht. Denn sie gilt in Ergänzung zur Nahrungsmittelproduktion als stabilisierender Faktor, gerade angesichts des harten Preiskampfs mit Handelsketten. Die Biomasse-Erzeugung müsse dezentral und Teil der Landwirtschaft bleiben, statt zum "Anhängsel von Investmentfirmen" zu werden, sagt Sonnleitner. Und auch Monokulturen seien zu vermeiden, gab Kanzlerin Angela Merkel (CDU) der Branche bei ihrem Bauerntagsbesuch auf. "Nur noch Maisfelder, nur noch Rapsfelder, das darf es nicht geben."
DBV startet Internetprojekt
www.bauernverband.de/flaechenuhr/index.htm
Norbert Schindler, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbands startete auf dem Deutschen Bauerntag in Koblez vergangnen Freitag eine Flächenverbrauchs-Uhr. Jeder kann diese Uhr im Internet verfolgen. Sie zeigt an, wie viel landwirtschaftliche Nutzflächen seit 1992 durch Siedlung und Verkehr verloren gegangen seien. „Es sind sage und schreibe über 800.000 ha, eine Fläche, die der gesamten landwirtschaftlichen Fläche von Rheinland-Pfalz und dem Saarland entspricht“, stellte Schindler fest.
