Führerschein jetzt! Packen Sie es gleich an! In drei Monaten wird’s richtig schwer, deshalb: Keine fadenscheinigen Ausreden mehr wie „Ich bin noch nicht 18“, „Ich nehme bewusstseinsverändernde Medikamente“, „Beim Highway-Speedracing am PC werde ich wegen zu schnellen Fahrens disqualifiziert“.
Ab Februar 2002 könnte es zu spät sein. Dann, das hat die einschlägige Münchner Zeitschrift „Fahrschule“ ausgegraben, stehen auf den Prüfungsbögen 18 neue, topmodische Fragen. Wer den Führerschein danach noch schaffen will – viel Spaß! Den Kandidaten werden Fangfragen solchen Kalibers um die Ohren geklatscht: „Was kann das Telefonieren des Fahrzeugführers während der Fahrt bewirken?“ Alternative 1: „Ablenkung durch das Gespräch“. Alternative 2: „Ablenkung durch die Bedienung“. Alternative 3: „Ablenkung ist ausgeschlossen“. Mal ehrlich: Wer soll sowas beantworten können? Autofahren nur noch für Intellektuelle? Wer alle Alternativen durchstreicht und „Die Apokalypse: Das Handynetz bricht zusammen“ daneben krakelt, wird mit Durchfallen diskriminiert. Telefonieren am Lenkrad, heißt es dann, das ist doch verboten. Ja super, aber doch wohl nicht, wenn man das Lenkrad festklemmt, sich tief neben das Gaspedal kauert und einen beim Telefonieren gar keiner sehen kann.
Ein anderer Schwerpunkt: Die hippen Verkehrskreisel. Das neumodische Zeugs birgt mehr Fallstricke, als Fahrer bislang ahnten: „Sie befinden sich im Kreisverkehr: Was ist zu beachten?“ Zur Auswahl unter anderem: „Eine Mittelinsel darf nur überfahren werden, wenn dies aufgrund der Fahrzeuggröße unvermeidbar ist“. Und wenn im Kleinwagen das Handy klingelt und man kurz anhalten muss? Oder einem nach der 37. Runde übel ist? Das alles muss nicht sein – wenn Sie die Prüfung vor Februar ablegen. Ein Tipp: Fahren Sie mit dem Rad hin. Der Umwelt zuliebe.
Quelle: Süddeutsche Zeitung