Realwirtschaft, Charts, Sentiment und Indikatoren bzw. sonstige Signale hin oder her.
Wenn man sich quasi auf Index-Höchstständen dazu entschließt, abermals die Geldschatulle zu öffnen, dann halte ich dies für eine historisch sehr bemerkenswerte Konstellation, die in Korrelation mit dem gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld ein weiteres Steigen der Kurse sehr wahrscheinlich macht.
Warum sollen die Leute gegenwärtig aus ihren Positionen aussteigen, sie haben doch renditemäßig gar keine Alternative.
Ich habe bewusst immer auf die Bankenwerte geschaut, um mich zu vergewissern, ob auch diese verschmähten Titel ansteigen.
Und sie tun es. Nicht zuletzt die Katastrophen-Coba explodiert förmlich.
Meine Meinung: Trotz aller Bedenken in fundamentaler Hinsicht gibt es gegenwärtig tatsächlich Anhaltspunkte dafür, dass die Kursentwicklung historisch neue Fakten in Bezug auf die Höchststände schaffen kann.
Insofern stimme ich fok durchaus zu bzw. halte seine Einschätzung für durchaus diskutabel.
Es gilt zwar immer, sich in der Nähe der Höchststände vor dem "Diesmal ist alles anders" zu hüten, aber dieses Mal existieren tatsächlich Fakten, die ein weiteres Steigen nachvollziehbar erscheinen lassen und die Charttechnik inklusive daraus resultierender Weisheiten in den Hintergrund treten lassen.
Besonders bemerkenswert (neben der Entwicklung der Banktitel): Jede Schwäche wurden binnen Stunden quasi in einem Rutsch wieder hochgekauft.
Normal ist das nicht.
Und ich sage es gerne noch einmal: Es gibt für zahlreiche Institutionelle gegenwärtig keine lukrativen Alternativen, als sich an der Börse zu engagieren, um gewisse Defizite auszugleichen (diesbezügliche Ausführungen würden zu lange dauern, um sie zu erörtern).
Mit anderen Worten: Niemand hat gegenwärtig ein Interesse an fallenden Kursen und keiner wagt es, eine Verkaufswelle in die Wege zu leiten, da er mit den daraus erzielten Gewinnen gegenwärtig nichts Vernünftiges (= renditebringendes) anzufangen weiß.
Insofern u.a. ein gewaltiger Unterschied zu Ende 2008, wo es z.B. noch Tagesgeldzinsen von über 4% gab.
Also: Warum gegenwärtig raus aus Aktien? Wo liegen die renditebringenden Alternativen?