dem Anaconda-Thread bei W-O. Es ergänzt sinnvoll das, was ich bereits in meinem Posting Nr. 282 auf den Bericht in der ARD-Börse geschrieben habe und erklärt auch, warum gewisse Verzögerungen entstanden sind:
Von RSR zu dem Gewäsch in der ARD-Börse:
Anaconda und die Handelsaussetzung: Hintergründe!
Nachdem Anaconda Gold nun seit dem 20. September vom Handel ausgesetzt ist, scheinen bei einigen Anlegern (wahrscheinlich bei all denjenigen, denen eine Investition über die Tageshaltedauer hinaus schon als “Langfristinvestment“ gilt) die Nerven blank zu liegen.
So scheinen nun auch frustrierte Anaconda-Aktionäre die ARD-Börse angeschrieben zu haben, die sich heute mit dem Fall beschäftigte. „Rätselraten um Anaconda“ schreibt die ARD in ihrer Überschrift von heute.
Wir zitieren: „Anleger, die die Aktie (Anaconda) vorher gekauft haben, fragen verzweifelt in den Boards, wann der Handel mit der Aktie wieder aufgenommen werde und ob da was faul sei.
Auf Nachfrage von boerse.ARD.de bestätigte die kanadische Börsenaufsicht, dass die Aktien immer noch vom Handel ausgesetzt seien. Wie ein Sprecher der Torontoer Börse TSX erklärte, hat Anaconda immer noch nicht die erforderlichen Übernahme-Dokumente und/oder Unterlagen zur "Änderung des Geschäftszwecks" ("Change of Business") eingereicht. Anlegerschützer zeigen sich besorgt. Dass die Aktie nun schon seit vier Wochen vom Handel ausgesetzt sei, müsse als schlechtes Zeichen gewertet werden, meint Markus Straub, stellvertretender Vorsitzender der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK).
Freilich seien Probleme mit Minenwerten nichts Ungewöhnliches.
"Da gab es schon mehrere Fälle, wo die SEC einschreiten musste."
So weit so gut. Wir können Ihnen jedoch inzwischen bereits weitergehende Informationen liefern. Zum einen wurden alle von der TSX geforderten Unterlagen zur Übernahme bereits kurz nach Handelsaussetzung letzte Woche eingereicht. Danach wollte die TSX noch einen Poolvertrag aller bisherigen Vorstände, damit diese die Aktie nach Handelsaufnahme nicht verkaufen können. Auch das ist passiert. Dann fiel der Börse plötzlich ein, dass es noch einen Großaktionär gibt, nämlich unseren Recherchen zufolge die kanadische National Bank, die wohl über 10 Millionen Aktien halten soll. Nun wollte man auch von dieser Adresse einen so genannten „Engagement Letter“, eine Art Verpflichtungserklärung, dass man die Aktien ebenfalls mit in den genannten Pool steckt. Da in Banken und Behörden die Uhren etwas langsamer ticken, scheint sich dies immer noch hinzuziehen.
Dieses Szenario jedoch Anaconda in die Schuhe zu stecken oder den Eindruck zu erwecken, als wären CEO Nick Tintor und seine Gesellschaften eines der „windigen Unternehmen“ wie es sie zweifelsohne sehr viele im Explorationsbereich gibt, halten wir für sehr fragliche Recherchearbeit. Wir würden sowohl der ARDBörse als auch der SdK empfehlen, in Zukunft BEIDE Seiten zu befragen, bevor man einen Kommentar abgibt. Noch dazu, wenn man schon bisher bei der Berichterstattung im Explorationsbereich nicht gerade mit Expertise glänzte.
Zum Abschluss des ARD-Artikels lautet es (wir zitieren): „Wer in Rohstoffwerte investieren wolle, solle eher auf große Werte wie Rio Tinto oder BHP Billiton setzen, anstatt sich mit Pennystocks abzugeben, empfahl Straub. Bei vielen kleinen Minenwerten sei einfach das Informationsdefizit zu groß. "Es gibt leider keine neutralen Analysen." Es sei, so Straub weiter, auch kein Qualitätskriterium, dass die betreffenden Aktien im Freiverkehr gehandelt werden.
Dazu meinen wir: Wer sich nicht mit Explorationswerten fundamental beschäftigt und die dafür notwendigen Beziehungen zu Geologen und Experten aus dem Rohstoffbereich besitzt (wie Herr Straub von der SdK) und das Geschäft auch offensichtlich gar nicht verstehen will (wie die ARD), der urteilt grundsätzlich negativ über eine gesamte Branche. Deshalb werden die Massenmedien auch nie Explorationswerte empfehlen. Es fehlt Ihnen ganz einfach der Durchblick und Marktzugang. Dass die meisten Gesellschaften spekulative Wetten darstellen, brauchen wir niemandem zu erzählen.
Aber dafür werden erfolgreiche und seriöse Gesellschaften auch mit Kurssteigerungen belohnt, wie man es am ganzen Aktienmarkt wohl kein zweites Mal vorfindet.
Und dass macht eben den Reiz der Börse und des Investierens in Explorer aus.