da gilt es für Anleger die Weichen zu stellen. Was Libuda empfiehlt dürfte ja inzwischen auf diesem Board hinlänglich bekannt sein, da muss ich wohl keine Bemerkungen mehr dazu machen.
Priorität für eCommerce
Manche Wachstumsthemen muss man nicht lange suchen. Mit Sicherheit gehört eCommerce dazu. Darauf kann man auch in den nächsten Jahren setzen. Dies gilt insbesondere deshalb, weil der eCommerce weltweit auf einen grundsoliden Wachstumskurs eingeschwenkt ist.
eCommerce wächst nicht nur dynamisch, er ist inzwischen mit soliden und hochprofitablen Geschäftsmodellen hinterlegt und er kommt heraus aus der Nische und wird zum Mainstream. Das jedenfalls sind die Signale, die aktuell aus den USA kommen, die weiterhin unangefochten den Leitmarkt für eCommerce bilden. Was die Umsetzung im B2C angeht, so war das erste Quartal 2005 äußerst erfolgreich. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres stieg der Umsatz um fast 24 Prozent. Von Ermüdungserscheinung keine Spur. Die Wachstumsrate ist annähernd gleich geblieben.
Vorbei sind auch die Zeiten, da die Umsätze mit unsoliden Geschäftsmodellen getrieben wurden. Das zeigt sich nicht nur daran, dass erfolgreiche Unternehmen wie Amazon inzwischen kontinuierlich schwarze Zahlen schreiben. Das gesamte Klima am Markt hat sich im positiven Sinne gedreht. Indikatoren hierfür waren schon im letzten Jahr erfolgreiche Börsengänge sowie der enorme Zustrom von frischem Risikokapital. Untrüglicher Indikator für die Marktdynamik ist aber, dass die Zahl der Deals, bei denen Unternehmen aus den Bereichen eCommerce, Internetdienstleistung und Onlinewerbung gekauft wurden, in den vergangenen zwölf Monaten im Vergleich zum Vorjahr in Europa wie in den USA um mehr als ein Drittel angestiegen ist. In den vergangenen zwölf Monaten belief sich der Gesamtwert der Internetübernahmen in den USA und Europa auf 11,4 Milliarden Euro. Hierzu gehörte zum Beispiel Lastminute.com. Lastminute wurde von Sabre übernommen und damit mit Travelocity zusammengeführt.
In diesem Wachstumsklima sind die Chancen groß, dass eCommerce endgültig aus der Nische herauskommt. Ein Indikator hierfür ist, dass immer mehr Unternehmen, selbst wenn sie keine großen Umsätze im B2C tätigen, das Internet als Medium entdecken, um ihre Kunden anzusprechen. Entsprechend dynamisch wächst der Markt der Onlinewerbung. Auch der Knoten für die deutschen Online-Werber scheint geplatzt zu sein: 20 – 25 Prozent Wachstum sind in diesem Jahr durchaus drin. Zu Lasten anderer Medien wird das Internet bereits im Jahr 2007 mehr als fünf Prozent des Werbekuchens vereinnahmen können. Neben dem äußert erfolgreichen Suchmaschinenmarketing sehen wir zurzeit, dass die großen Marken das Internet nicht mehr links liegen lassen. Allerdings ist hier der Nachholbedarf in Deutschland noch am größten. Während die Markenartikler in den USA 37 Prozent der Onlinewerbung schalten liegt der Anteil in Deutschland erst bei drei Prozent.
Auch wenn die eine oder andere Überschätzung von Geschäftsmodellen auch in Zukunft nicht zu vermeiden ist, so deuten alle Zeichen darauf hin, dass der Internetsektor am Anfang eines langen Aufschwungs steht. Eine solche Aussage lässt sich gegenwärtig nicht für alle Branchen in Deutschland machen. In einer wirtschaftspolitischen Agenda, die auf Wachstum setzen muss, sollte dies entsprechend zum Ausdruck kommen.
Quelle: www.ecin.de