Danke für die informativen und unterhaltsamen Berichte von der HV. Hochinteressant auch, welch unterschiedliche Schwerpunkte wir Aktionäre setzen.
Ich war auch da, hier mein spontanes Fazit:
- Management:
Sehe sehr positiv, dass der AR endlich schwarze Zahlen sehen möchte und Herrn Hooper auf die Finger geklopft hat. Bravo. Vorausgesetzt es stimmt, aber davon gehe ich aus. Hängt bestimmt damit zusammen, dass der AR nächstes Jahr auf der HV komplett neu gewählt wird, wenn ich richtig gerechnet habe.
Zu Familie Hooper: Sehr positiv, dass Herr Hooper eine konkrete Guidance abgegeben hat und sich daran messen lassen möchte. Bravo. Habe zwar meine Bedenken, dass er die operative Lage wieder mal zu rosarot dargestellt hat, aber dazu gleich mehr im operativen Teil. Zu Frau Hoopers Tätigkeit : Die Außenwirkung ist mehr als unglücklich. Herr Hooper, falls sie das hier lesen: Ihr Deutsch ist ausgezeichnet, besser als meins, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Sie einen Übersetzer brauchen. Und die Papierarbeit in Deutschland erledigt doch Herr Vedders Firma für 40.000 €, denke ich. So viel Arbeit kann da doch für Ihre Frau nicht übrig sein, die Sie nicht schaffen können.. Ich finde es schade, dass Sie daran festhalten wollen. Was solls, es sind immerhin „nur“ 32.000 € , und es ist Ihre Entscheidung.
Lassen wir es damit gut sein.
Dieser Vorgang macht mich als misstrauischen Nörgler allerdings wieder skeptisch. Und damit kommen wir zum Punkt Royalties. Da wurde ich hellhörig. Denn Royalties gehen direkt vom Gewinn ab.
Schade, dass das so kurz und gegen Ende abgehandelt wurde. Herr Hooper hat bei der Frage m.M. nach „gewackelt“. Erst wollte er mit der nicht eindeutigen Formulierung „Herr Hayes und ich sind nicht persönlich beteiligt“ die Frage insgesamt abspeisen. Die Brisanz der Frage war ihm deutlich anzusehen. Auf zögerliche Nachfrage kam raus, dass zumindest Herr Kopelin an Projekt X mit Royalties beteiligt werden soll. Ein eindeutigeres Dementi für den Rest wäre mir lieber gewesen. Z.B. : Das Management ist und wird nicht direkt oder indirekt über Dritte mit Royalties an Projekten beteiligt.
Laut Herrn Blumenthal war anscheinend vor Jahren schon im AR über Royalties für das Management diskutiert worden. Interesse war also schon vorhanden…Und vom AR abschlägig beschieden worden . Zum Glück. Ich hoffe, dass das Management nicht kreativ „indirekt“ über eine Gesellschaft oder Dritte einen Weg gefunden hat. In diesem Zusammenhang fiel mir spontan wieder die Geschichte mit dem seltsamen Deal mit Herrn Hayes bzgl. Adams Ranch ein. Man ist schon kreativ und leider nicht immer transparent, wie die Vergangenheit gezeigt hat.
Ich ärgere mich aber über mich selbst, dass ich da nicht besser aufgepasst habe. Hätte selber mal nachfragen sollen, anstatt jetzt unsicher rumzueiern. War zwar zu dem Zeitpunkt auf der HV schon müde und hatte innerlich halb abgeschaltet, aber das ist keine Entschuldigung. Ich werde bei Herrn Hooper demnächst mal genau nachfragen. Bis dahin gehe ich vorsichtig davon aus, dass alles in Ordnung ist.
Denn bei allen Enttäuschungen der Vergangenheit: Vorsichtiger Beifall ans Management für die erstmals zu erkennende Kritikfähigkeit. Im Nebensatz hat Herr Hooper immerhin eingestanden, dass Fayetteville eine Riesenkröte von ihm war, die uns satte 5 Mio gekostet hat. Und dass in der Vergangenheit einiges schiefgelaufen ist. Und dass Prognosen verfehlt wurden. Insofern noch einmal ausdrücklich Lob für die schriftliche Prognose und die Bereitschaft, sich messen zu lassen.
Ich glaube, Herr Hooper war sehr froh, endlich einmal relativ gute News verkünden zu können. In den vergangenen Jahren war er gezwungen, die HV Präsentation mit Folien über die allgemeine Lage der Weltwirtschaft und Peak Oil aufzupeppen. Darauf hat er diesmal dankenswerter Weise verzichtet und sich auf die operative Entwicklung beschränkt.
Warum die m.M. nach stark verbessert ist, aber längst nicht so rosig wie dargestellt, siehe
- §
Operative Entwicklung:
Nebenschauplätze:
Loma Field: erwirtschaftet wohl immer noch positiven Beitrag, aber die Kosten steigen, die Fördermenge geht zurück, der Erdgaspreis ist unten, Fazit: wird immer unwichtiger, für die Zukunft sollten wir hier nichts mehr erwarten.
Montgomery: Aufgrund niedriger Gaspreise keine Aktivität zu erwarten.
Halls Bayou: Konsortium zur Bohrung „so gut wie komplett“ (O-Ton Herr Hooper). Warten wir mal ab, ob und wann hier gebohrt wird. Und was dann rauskommt. Neutral.
Adams Ranch: Genehmigung zum Waterflooding zieht sich hin. Mal sehen, ob die irgendwann kommt. Feld trägt sich angeblich selbst (O-Ton Hooper). Kann man schlecht einschätzen, weil wir keine konkreten Zahlen haben, aber aufgrund der insgesamt eher kleinen Lagerstätte sind hier keine großen Impulse zu erwarten, denke ich.
Gray Waterflood: Zeitplan mal wieder nach hinten verschoben. Waterflooding läuft länger als geplant. Kein gutes Zeichen. Aber warten wir es mal ab. Noch offen.
Projekt X: Lassen wir uns überraschen. Bin aufgrund der Vergangenheit skeptisch, aber es wird offensichtlich kein neues Millionengrab.
Hauptprojekt OSR:
Das 3D Seismic Projekt halte ich für eine hervorragende Investition. Ganz klarer Erfolg.
An den letzten beiden Bohrungen gibt es auch nichts zu deuteln. Von den IPs her auch ganz klare Erfolge. Soweit ausdrücklich positive News, ohne wenn und aber.
Zu den Declinerates der neuen Bohrungen lässt sich noch nichts sagen.
Was mir nicht so schmeckt:
Es wird eine Folie präsentiert mit einer Produktionsprognose für die nächsten Jahre. Die sieht auf den ersten Blick hervorragend aus.
Allerdings unter zwei Annahmen:
1.§Es werden vier Bohrungen pro Jahr vorgenommen. Und schon bei der Präsentation erwähnt Herr Hooper nebenbei, dass eigentlich drei Bohrungen realistisch seien. Was soll das? Warum wird dann wieder eine Produktionsprognose basierend auf 4 Bohrungen präsentiert, bei der klar ist, dass wir sie nicht erreichen werden? Das führt doch wieder zu Enttäuschungen, immer der gleiche Fehler. Warum nicht eine Prognose mit drei Bohrungen pro Jahr und dann mal positiv überraschen, falls es doch vier werden?
2. Das Feld OSR ist derisked (O-Ton Herr Hooper), es besteht nur Bohrrisiko, kein Reservoirrisiko.
Sorry, das ist dann aber doch überzogen. Klar hatten wir gute Bohrungen und das Feld hat Potential. Deshalb sind wir ja alle drin in der Aktie. Aber derisked ist es bestimmt nicht.
Wenn man auf die Karte schaut, sind unsere zwei Bohrungen im nördlichen Teil des Feldes eher Fehlschläge. Nicht völlig , und es besteht die Chance auf Besserung, aber gekoppelt mit der Tatsache, dass die anderen Bohrungen im Norden um OSR herum auch eher enttäuschend sind, kann von derisked keine Rede sein. Nicht umsonst gehört der nördliche Teil um OSR herum nicht zur 330 sqmiles Seismic Studie. Halcon ist vom Boden im Norden auch enttäuscht. Damit OSR derisked ist, müssen mindestens mal zwei erfolgreiche Bohrungen im Nordteil her. Leider ist die HV Präsentation nicht auf der Website, würde ich gerne noch mal sehen. Vielleicht kommt das noch.
Zur Aktie:
Ob das Geld für die PR Firma sinnvoll angelegt ist, weiß ich nicht, stimme da xoxos zu.
Zur Aktionärsstruktur:
Ich habe auf der Bafin Seite keine Director Dealings gefunden. Müsste Herr Hooper seine Aktienkäufe und – verkäufe nicht melden? Wäre schon interessant. Ansonsten war ich überrascht über die Stückzahlen, die einige Aktionäre im Forum halten.
Ich selbst hielt mich mit ca. 50.000 immer für relativ dick investiert, aber nochnzock 100.000 Stück, xoxos über 200.000 Stück, Redner 4 (der anscheinend auch das Forum liest ) über 130.000, das sind schon Zahlen.
Macht alleine die 4 Aktionäre ca. 9% vom Grundkapital und bei 50% Präsenz ca. 18% der Stimmrechte auf der HV. Wir stellen in diesem Forum mehr potentiellen Einfluss dar als ich dachte. Angesichts der anstehenden AR Wahl auf der HV 2014 könnte ich mir schon vorstellen, dass bei Management und AR eine gewisse Nervosität herrscht. Ich denke, die freien Aktionäre sollten unbedingt mindestens einen Sitz im AR haben. Wenn wir zusammenhalten, könnte das gelingen.
Weiterhin habe ich in den Tagen vor der HV auf eigene Faust eine kleine Powerpointpräsentation an zwei kleine „activist shareholder“ Fonds in den USA gesandt und mangelhafte shareholder Orientation beklagt. Kurz darauf stieg der Kurs und jemand hatte 100.000 Stück ins Bid gesetzt. Mein Werk?
Hätte vielleicht 5000 € dafür verlangen sollen
Gruß an alle, ich hoffe es geht weiter aufwärts mit dem Kurs…