Montag, 21. Juni 2004
Konfrontation vor Iran
Britische Schiffe aufgebracht
Der Iran hat nach eigenen Angaben drei britische Marineschiffe aufgebracht und mehr als fünf Besatzungsmitglieder festgenommen. "Wir haben heute morgen die Nachricht erhalten, dass einige ausländische Schiffe ohne Erlaubnis in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen sind", sagte ein Sprecher der iranischen Revolutionären Garden. "Drei Schiffe wurden zur iranischen Küste geleitet."
Zuvor hatte es in iranischen Militärkreisen geheißen, acht Besatzungsmitglieder seien gefangen genommen worden. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in London sagte, die Berichte würden geprüft. Vorläufig könne das Ministerium den Vorfall weder dementieren noch bestätigen.
Der Sprecher der Revolutionären Garden erklärte, so weit ihm bekannt sei, handele es sich bei den Besatzungsmitgliedern um Briten. "Wir verhandeln nun, um herauszufinden, warum sie in die Gewässer eingedrungen sind."
Der staatliche iranische Nachrichtensender El Alam berichtete, der Vorfall habe sich im Schatt el Arab ereignet. Der Schatt el Arab ist der rund 200 Kilometer lange Zusammenfluss von Euphrat und Tigris und bildet die Grenze zwischen dem Iran und dem Irak. Die Wasserstraße mündet hinter Basra in den Persischen Golf.
"Kleinere Schiffe fahren den Schatt el Arab häufig in der Region um Basra auf und ab", sagte der Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums. Sie leisteten bei der Ausbildung irakischer Polizisten Unterstützung. Berichte, es habe sich um Kriegsschiffe gehandelt, bezeichnete er als "Quatsch". Der Sprecher sagte: "Wir haben keine großen Schiffe in der Region." Basra ist der wichtigste Ölhafen des Irak. Die Region um Basra kontrolliert die britische Armee.
Die Beziehungen zwischen Großbritannien und dem Iran waren in den vergangenen Wochen zunehmend angespannt. Gemeinsam mit anderen Ländern hat Großbritannien der Regierung in Teheran vorgeworfen, sie sei bei der Kontrolle ihres Atomprogrammes durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), einer UN-Organisation, nicht ausreichend kooperativ gewesen.
So long (oder doch besser short?)
Kalli 