DJ BaFin untersucht Handel mit Air-Berlin-Aktien
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) untersucht den Handel mit Aktien der Air
Berlin plc, Rickmansworth, und prüft außerdem einen möglichen
Ad-hoc-Verstoß des Unternehmens. Wegen eines möglichen Insiderhandels
würden Transaktionen mit Air-Berlin-Aktien einer routinemäßigen
Analyse unterzogen, sagte BaFin-Sprecherin Anja Neukötter am Montag Dow
Jones Newswires.
Die Aktien der Airline waren am Montag im Vorfeld der Veröffentlichung
des Ergebnisses 2007 eingebrochen. Die Behörde untersucht nun, ob Air
Berlin gegen die Ad-hoc-Pflicht verstoßen habe, sagte die Sprecherin. Der
Vorstand hatte zuerst Analysten über das Ergebnis des Geschäftsjahres
2007 und den reduzierten Ausblick für das Jahr 2008 informiert und danach
erst die Bilanzpressekonferenz abgehalten.
Webseite: www.bafin.de
-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116,
kirsten.bienk@dowjones.com
DJG/kib/jhe
DJ MARKT/BaFin-Untersuchung bei Air Berlin war zu erwarten
Alles andere als eine Überraschung ist nach Einschätzung mehrerer
Händler die Untersuchung auf Insider-Handel seitens des BaFin bei Air
Berlin. "Wie die Informationen über die Gewinnwarnung an die
Öffentlichkeit gelangt sind, das war eine Farce", kommentiert ein
Händler. "Man kann die Ad-hoc-Pflicht getrost abschaffen, wenn so etwas
Einzug hält und nicht scharf geahndet wird", meint ein anderer
Marktteilnehmer.
Informiere ein Unternehmen zuerst Analysten über "offensichtlich derart
kursrelevante Fakten" und erst danach die Öffentlichkeit, sei die "in
Sonntagsreden immer wieder proklamierte Forderung nach Transparenz ad absurdum
geführt", sagt ein weiterer Händler. Mit Blick auf die bisherigen
Erfolge des BaFin bei der Untersuchung ähnlich gelagerter Fälle halte
sich der Optimismus aber in engen Grenzen, heißt es ironisch im Handel.
DJG/bek/ros
(END) Dow Jones Newswires
March 31, 2008 10:52 ET (14:52 GMT)