"Dauerhaft über 100 US-Dollar für Öl": Preisschock auf 2027 vertagt?

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Silhouette von Öl-Förderpumpen (Symbolbild).
© ssuaphoto / iStock / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de
Die Wall Street rechnet mit fallenden Ölpreisen. Zwei erfolgreiche Rohstoff-Fondsmanager widersprechen. Diese Aktien könnten profitieren.
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Der große Ölpreisschock ist bislang ausgeblieben. Doch die Fondsmanager Leigh Goehring und Adam Rozencwajg halten die Ruhe für trügerisch. Sie rechnen laut Barron’s damit, dass Rohöl 2027 über längere Zeit mehr als 100 US-Dollar je Barrel kosten könnte.

Zu Beginn des Iran-Kriegs hatten viele Analysten einen dauerhaften Sprung über diese Marke erwartet. Die Straße von Hormus bleibt sechs Monate später für den normalen Schiffsverkehr weitgehend geschlossen. Trotzdem kostete Brent zuletzt weniger als 90 US-Dollar.

Viele Banken rechnen inzwischen mit fallenden Preisen. Ihre Prognosen sehen Brent im vierten Quartal bei durchschnittlich 86 US-Dollar und im kommenden Jahr bei 78 US-Dollar.

Goehring und Rozencwajg widersprechen. Nach ihrer Einschätzung verdeckt der stabile Ölpreis zunehmende Spannungen. Besonders deutlich sei das beim Diesel. Die Preise liegen nahe an Rekordständen. Gleichzeitig produzieren Raffinerien in Russland, China und dem Nahen Osten weniger. Die Lagerbestände seien deshalb stark geschrumpft.

Werte aus dem Artikel:
Brent Crude Ölpreis 102,8685 $ +0,17%
Seadrill Aktie 43,85 $ 0,00%
SLB Aktie 48,74 $ 0,00%
Suncor Energy Aktie 69,56 $ 0,00%

Öffnet die Straße von Hormus wieder, könnte die Nachfrage zusätzlich steigen, weil Länder ihre Treibstofflager auffüllen. Das größere Problem sehen die Fondsmanager aber auf der Angebotsseite.

US-Schieferöl lieferte in den vergangenen zehn Jahren einen Großteil des weltweiten Produktionswachstums. Doch dieser Boom flacht ab. Goehring erwartet sogar sinkendes Wachstum in den kommenden Monaten. Andere Projekte könnten die Lücke seiner Ansicht nach nicht schnell genug schließen.

Er sieht Parallelen zur Entwicklung zwischen 2002 und 2008, als sich der Ölpreis vervier- bis verfünffachte. Für 2027 erwartet er deshalb über weite Strecken Preise von mehr als 100 US-Dollar. Die Fondsmanager setzen vor allem auf kanadische Produzenten wie Canadian Natural Resources und Suncor Energy sowie auf Offshore-Dienstleister wie Seadrill und SLB.

Rozencwajg bleibt überzeugt: Nur weil der Ölpreisschock noch nicht eingetreten sei, bedeute das nicht, dass er ausbleibe.


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