Ein Tesla-Ladegerät.
Quelle: - ©Tesla Inc.
Google
ARIVA.DE Redaktion  | 
aufrufe Aufrufe: 630

Tesla, Waymo und China: Autonomes Fahren steht kurz vor dem Durchbruch – wer gewinnt?

Autonomes Fahren steckt noch in den Kinderschuhen. Nun könnte der kommerzielle Durchbruch bevorstehen! Welche Unternehmen den Markt dominieren und welche riesigen Chancen Investoren erwarten.
play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
Für dich zusammengefasst:
Hinweis
Alphabet Inc A 305,74 $ Alphabet Inc A Chart -1,06%
Zugehörige Wertpapiere:
Baidu Inc ADR 137,01 $ Baidu Inc ADR Chart -0,99%
Zugehörige Wertpapiere:
Ford Motor 14,12 $ Ford Motor Chart +0,86%
Zugehörige Wertpapiere:
General Motors Company 81,08 $ General Motors Company Chart +1,44%
Zugehörige Wertpapiere:
Intel Corp 46,785 $ Intel Corp Chart +0,66%
Zugehörige Wertpapiere:
Tesla Inc 417,45 $ Tesla Inc Chart +0,09%
Zugehörige Wertpapiere:
Volkswagen AG Vz 103,10 € Volkswagen AG Vz Chart +0,78%
Zugehörige Wertpapiere:

Autonomes Fahren gilt als eine der spektakulärsten und gleichzeitig umstrittensten Technologien der vergangenen Jahre. Wie Audun Wickstrand-Iversen, Portfoliomanager beim DNB Fund Disruptive Opportunities bei DNB Asset Management, betont, ist es mittlerweile klar, dass die technische, regulatorische und wirtschaftliche Komplexität dieser Technologie unterschätzt wurde.

Laut Schätzungen von McKinsey und BCG könnte der Markt für autonomes Fahren, der auch Software, Hardware, Datenservices und Robotaxi-Dienste umfasst, bis 2035 ein Volumen von 300 bis 400 Milliarden US-Dollar erreichen.

Kurzfristig bleibt der Umsatzbeitrag begrenzt

Im Jahr 2025 kamen über 90 Prozent der Fahrzeugumsätze weiterhin aus Level-2-Systemen kommen, wie etwa Assistenzsystemen zum Spurhalten oder adaptive Tempomaten. Der entscheidende Schritt in der Entwicklung liegt jedoch im Übergang zu Level-4-Fahrzeugen, bei denen Fahrzeuge ohne menschliche Aufsicht in definierten Gebieten fahren können. Genau an diesem Punkt trenne sich derzeit Hoffnung von Realität.

Tesla verfolgt im Bereich des autonomen Fahrens einen speziellen Ansatz, der sich deutlich von den anderen Marktteilnehmern unterscheidet. Der US-amerikanische Konzern setzt auf Kameras, neuronale Netze und riesige Datenmengen aus über 5 Millionen Fahrzeugen, anstatt auf teure LidAR-Sensoren.

Tesla hat das System "Full Self-Driving" (FSD) bereits in über 400.000 Fahrzeugen integriert, es wird jedoch bislang vorwiegend als Fahrerassistenzsystem eingesetzt. Darüber hinaus hat Tesla bereits mehr als 200 Model Y-Fahrzeuge in sein Robotaxi-Netzwerk aufgenommen. Im Januar 2026 erhielt das Unternehmen die Genehmigung, in einigen Fahrzeugen auf die Anwesenheit eines Sicherheitsfahrers zu verzichten.

Während Elon Musk von einem Robotaxi-Netzwerk spricht, das langfristig Umsätze in dreistelliger Milliardenhöhe generieren könnte, bleibt es für Investoren unklar, ob dieser Traum Realität wird. Dabei stellt sich insbesondere die Frage, ob ein rein kamerabasiertes System regulatorisch akzeptiert wird. Doch Tesla hat laut Wickstrand-Iversen mit eigenen KI-Chips und einer vertikalen Integration einen Kostenvorteil gegenüber seinen Wettbewerbern.

Während Tesla auf Skalierung setzt, verfolgen andere Anbieter eine selektivere Strategie. Waymo, die Alphabet-Tochter, betreibt bereits Robotaxi-Dienste in Phoenix, San Francisco und Los Angeles, mit mehreren tausend Fahrzeugen, die in klar abgegrenzten Gebieten autonom fahren.

Schätzungen zufolge liegen die Kosten pro Fahrzeug jedoch weiterhin bei mehr als 100.000 US-Dollar, was die Skalierbarkeit einschränkt. General Motors (General Motors Aktie) hat seine Robotaxi-Tochter Cruise nach Milliardenverlusten stark zurückgefahren. Auch Ford und Volkswagen (VW Aktie) haben ihre Autonomieprojekte entweder eingestellt oder erheblich reduziert. Das zeigt, so Wickstrand-Iversen, wie kapitalintensiv und margenschwach das autonome Fahren für klassische Autobauer ist.

In China geht die Entwicklung des autonomen Fahrens schneller voran

Konzerne wie Baidu, Pony.ai und AutoX betreiben bereits autonome Flotten in mehreren Städten. Der Staat unterstützt diese Pilotprojekte sowohl finanziell als auch regulatorisch und betrachtet autonomes Fahren als Schlüsseltechnologie. Anleger müssen daher davon ausgehen, dass ein erheblicher Teil der Wertschöpfung außerhalb westlicher Märkte entstehen könnte.

Für Investoren, die stabilere Chancen suchen, könnten Zulieferer und Chiphersteller der eigentliche Gewinner des autonomen Fahrens sein, so Wickstrand-Iversen. Nvidia habe sich mit seiner Drive-Plattform als zentraler Anbieter von Rechenleistung für autonomes Fahren etabliert. Jeder Schritt hin zu mehr Autonomie erfordert eine enorme Menge an KI-Rechenleistung.

Auch Mobileye, eine Tochter von Intel, profitiert mit seinen kamerabasierten Assistenz- und Autonomiesystemen. Das Unternehmen rechnet bis 2030 mit einem Umsatz im mehrstelligen Milliardenbereich allein durch Software und Mapping. Klassische Zulieferer wie Bosch, Continental (Continental Aktie) und ZF liefern Sensorik, Steuergeräte und Redundanzsysteme – oft mit stabileren Margen als die Fahrzeughersteller.

Kurzfristig werden immer leistungsfähigere Assistenzsysteme eingeführt. Mittelfristig sind autonome Flotten in Städten und für die Logistik zu erwarten. Langfristig könnten sogar private Fahrzeuge ohne Lenkrad auf den Straßen unterwegs sein, schätzt Wickstrand-Iversen.

Sein Fazit: Für Anleger wird es entscheidend sein, Visionen von tragfähigen Geschäftsmodellen zu trennen. Zwar verzögert sich der große Durchbruch, doch die Entwicklung geht weiter. Wer die Wertschöpfungskette des autonomen Fahrens versteht, wird jenseits der spektakulären Robotaxi-Versprechungen attraktive Investmentchancen finden.

Autor: sbh-Redaktion/neb


Für dich aus unserer Redaktion zusammengestellt

Dein Kommentar zum Artikel im Forum

Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend