Ist diese Rüstungsaktie jetzt ein Mega-Schnäppchen oder doch ein fallendes Messer?

Max Gross Max Gross
Max Gross Max Gross
Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.

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Rüstungsgüter und ein fallender Candlestick-Chart (Symbolbild).
KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
Die Anteile des wachstumsstarken Weltraum- und Verteidigungsunternehmens L3Harris standen zuletzt stark unter Druck. Jetzt zugreifen oder weiter abwarten?
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

SpaceX wird hinsichtlich seiner Bedeutung überschätzt ...

SpaceX ist nicht nur der bis dato größte Börsengang aller Zeiten gewesen, sondern nach Marktkapitalisierung (1,87 Billionen US-Dollar) auch das derzeit schwergewichtigste Raumfahrtunternehmen.

Die Bedeutung, welche SpaceX deshalb von einem Teil der Anlegerinnen und Anlegern zugesprochen wird, wird jedoch überschätzt – neben dem von Elon Musk gegründeten Raumfahrtkonzern gibt es eine ganze Menge seit Jahren und Jahrzehnten etablierter Unternehmen mit entsprechend großen Kompetenzen.

Werte aus dem Artikel:
L3 Harris Tech. Aktie 211,50 € +0,91%
SpaceX Aktie 135,20 € +0,16%

... es gibt längst jahrzehntelang erfolgreiche Raumfahrtkonzerne!

Dazu gehören vor allem Rüstungskonzerne wie Boeing, Lockheed Martin und Northrop Grumman, die seit Jahrzehnten wichtiger Partner sowohl staatlicher Raumfahrtagenturen, wie der NASA, als auch privatwirtschaftlicher Akteuren sind.

Einer ihrer wichtigsten Zulieferer ist L3Harris, das 2019 aus der Fusion von L3 Technologies und der Harris Corporation hervorgegangen ist und das Unternehmen zum sechstgrößten Verteidigungskonzern der Vereinigten Staaten gemacht hat.

Mit Erlösen von knapp 3,0 Milliarden US-Dollar aus dem Raumfahrtgeschäft im vergangenen Quartal ist L3Harris ein wichtiger Player der Branche. Zu den Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens gehören Antriebs-, Kommunikations- und Überwachungssysteme sowie Energielösungen (Radionuklidbatterien). Der Konzern ist unter anderem am Artemis-Programm der NASA beteiligt und wird aller Voraussicht nach auch beim Raketenabwehrschirm Golden Dome berücksichtigt werden.

L3Harris verbindet Space- mit Rüstungsfantasie

Gleichzeitig verfügt der Konzern über ein substanzielles Verteidigungsgeschäft mit Kompetenzen insbesondere im Bereich von Raketen und Raketenabwehr. Damit bedient das Unternehmen eine ganze Reihe von Anlegerinnen und Anlegern mit zuletzt nachgefragten Themen. Die Aktie hat davon lange profitieren können und erreichte Anfang März Rekordnotierungen im Bereich von 380 US-Dollar.

Seither geht es allerdings steil bergab, inzwischen belaufen sich die Verluste auf fast ein Drittel. Ist dieser Kursrückgang eine seltene Einstiegschance oder doch ein Griff ins fallende Messer? Dazu zunächst ein Blick auf den Chart und anschließend auf die Unternehmensbewertung.

Auf die Rekordjagd folgt erstmal ein ausgeprägter Börsenkater

Langfristig befindet sich die L3Harris-Aktie in einem übergeordneten Aufwärtstrend, welcher das Unternehmenswachstum widerspiegelt. Mittelfristig liegt jedoch ein korrektiver Abwärtstrend mit hoher Dynamik vor, nachdem das Papier im Frühjahr auf neue Allzeithochs und technisch überkaufte Zustände angestiegen war.

Die Korrektur der vergangenen Wochen hat das zuvor konstruktive Bild deutlich eingetrübt. Sowohl die 50- als auch die 200-Tage-Linie wurde längst unterschritten, in denen es außerdem zu einem Death Cross und damit einem Verkaufssignal gekommen ist. Kurzfristig liegt außerdem ein Abwärtstrendkanal vor, an dessen unteren Ende L3Harris jetzt angekommen ist. Das muss aber noch keinen Rebound bedeuten, denn die technischen Indikatoren notieren aktuell äußerst schwach und zeigen anhaltenden Gegenwind an.

Das Ende der Korrektur naht, Indizien für eine Trendwende mehren sich

Die Spielräume für weitere Kursverluste werden aber von Tag zu Tag kleiner. Erstens liegt im Bereich von 250 bis zur Aufwärtstrendlinie bei rund 235 US-Dollar ein starker Unterstützungsbereich. Und zweitens ist die Aktie mit Blick auf den RSI bereits im überverkauften Bereich angelangt, während gleichzeitig erste bullishe Divergenzen auch im Trendstärkeindikator MACD vorliegen. Damit wird ein Ende der Korrektur und eine absehbare Gegenbewegung zunehmend wahrscheinlich.

Für erste prozyklische Kaufsignale müsste sich L3Harris deutlich steigern, denn die 50-Tage-Linie liegt mit rund 287,50 US-Dollar ein gutes Stück vom aktuellen Kursniveau entfernt. Dafür wäre deren Überwinden gleichbedeutend mit einem Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal, was zu einem Angriffsversuch auf den Widerstandsbereich um 300 US-Dollar führen dürfte. Wird auch dieser überwunden, dürfte der übergeordnete Aufwärtstrend wieder aufgenommen werden. Für Kurse unterhalb der Supportzone um 250 US-Dollar droht dagegen eine Fortsetzung der Korrektur bis in den Bereich von 200 US-Dollar.

Unternehmen erst über- und jetzt wieder unterbewertet

Während die charttechnische Ausgangslage enorm schwierig ist, präsentiert sich L3Harris nach den hohen Verlusten der vergangenen Wochen inzwischen wieder attraktiv. War die Aktie für 380 US-Dollar überbewertet, wird sie vom Markt jetzt eher unter der Wert verkauft.

Für das laufende Geschäftsjahr steht ein KGVe von 21,9 zu Buche, das liegt etwas über dem 5-Jahres-Mittel von 19,6. Mit geschätzten 19,5 liegt L3Harris schon im kommenden Jahr aber wieder darunter. Das spricht zunächst für eine faire Bewertung.

Eine günstige wird daraus mit Blick auf die übrigen Kennzahlen. Gegenwärtig sehr vorteilhaft ist das Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis (PEG), das mit 1,09 in der Nähe zum als günstig geltenden Wert von 1,0 liegt, während der Branchendurchschnitt 1,62 und das 5-Jahres-Mittel 2,95 beträgt. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist die Cashflow-Rendite von 6,9 Prozent, welche damit um rund 7 Prozent über dem Mittel der Konkurrenz liegt.

Aus dieser wird nicht zuletzt die Dividendenrendite von 1,87 Prozent gezahlt, was um ein Drittel über dem Branchendurchschnitt liegt. Dazu kommt eine Verschuldungsquote von etwa 2,5 (EBTIDA/Nettoverbindlichkeiten), was eine ausreichend hohe finanzielle Flexibilität für alle Eventualitäten bietet. Das spricht für ein insgesamt sehr attraktives Gesamtpaket. Von Wall-Street-Analystinnen und -Analysten wird der faire Wert im Mittel auf 339,50 US-Dollar veranschlagt, was einem Aufwärtspotenzial von fast 30 Prozent entspricht.

25.08.26 - ARIVA.DE Redaktion

Fazit: Kaufen, sobald ein Boden gefunden ist!

Der Verteidigungs- und Raumfahrtkonzern L3Harris verfügt über jahrzehntelange Expertise in beiden Bereichen und bietet eine breite Palette von Produkten und Dienstleistungen, die auch thematisch auf dem Zettel vieler Investoren sehr weit oben stehen. Der langfristige Unternehmenserfolg wird unterstrichen von einem stetigen Wachstum und einem langfristigen Aufwärtstrend der Aktie.

Der ist in den vergangenen Monaten stark unter die Räder gekommen, dementsprechend schwach präsentiert sich aktuell noch der Chart. Da die Bewertung damit aber wieder attraktiv und teilweise unter den Branchendurchschnitt gefallen ist, spricht hier vieles für eine aussichtsreiche Einstiegschance, sobald die Aktie einen Boden gefunden hat und kein fallendes Messer mehr ist. Hierfür mehren sich die Anzeichen bereits. L3Harris sollte daher jetzt auf die Watchliste und spätestens in ein paar Wochen dann auch ins Depot!

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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