Software läuft, Hardware wackelt: Was Siemens-Aktionäre jetzt wissen müssen

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Siemens Hauptquartier in München (2016)
©Siemens
Siemens geht mit Rückenwind ins zweite Quartal – doch Nahost-Risiken und ein gedämpfter Hardware-Zyklus sorgen für Unsicherheit. Was die Zahlen wirklich verraten.
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Auch die Aktie des deutschen Industrieriesen Siemens (Siemens Aktie) konnte sich im abgelaufenen Monat den Marktturbulenzen nicht entziehen. Seit Ausbruch des Iran-Krieges haben die Papiere rund 17 Prozent verloren.

Der Aktienkurs liegt aktuell rund 39 Prozent unter dem Kursziel, das Analysten der Bank of America für den Münchner Industriekonzern ausgeben – ein ungewöhnlich großes Aufwärtspotenzial für einen DAX-Schwergewicht. Allerdings haben die Analysten ihr Ziel zuletzt leicht von 310 auf 295 Euro gesenkt, da sie geringere Bewertungsmultiples für die Automatisierungs- und Softwaresparte ansetzen.

Siemens steuert auf sein zweites Quartal des laufenden Geschäftsjahres zu – und die Vorzeichen sind gemischt. Die Auftragslage gilt als robust, insbesondere dank des Mobilitätsgeschäfts, das den Konzern beim Ordereingang leicht über dem Marktdurchschnitt positioniert. Die Softwaresparte im Bereich Digital Industries entwickelt sich ebenfalls positiv: Die wiederkehrenden Umsätze aus dem Cloud-Geschäft wachsen deutlich, und die Integration des Altair/Dotmatics-Zukaufs läuft offenbar schneller als geplant – zwei Drittel der avisierten Kostensynergien sollen bereits realisiert sein.

Auf der anderen Seite dämpfen geopolitische Risiken den Ausblick. Der Konflikt im Nahen Osten könnte Auftragsverzögerungen und Produktionsunterbrechungen im Hardwaregeschäft auslösen – vor allem in Europa und China. Die Analystenschätzungen für das Hardwaregeschäft in der zweiten Jahreshälfte wurden entsprechend leicht zurückgenommen.

Werte aus dem Artikel:
Siemens Aktie 266,00 € -2,22%

Im Bereich Smart Infrastructure – Rechenzentren und Stromnetze – erwartet die Bank of America organisches Auftragswachstum von rund elf Prozent im laufenden Quartal. Für das Gebäudegeschäft zeigt man sich hingegen vorsichtiger, da steigende Zinsen und ein möglicher Rückgang der Bauaktivität in Europa belasten könnten.

Siemens gilt im globalen Wettbewerb mit Konzernen wie ABB, Schneider Electric (Schneider Electric Aktie) und Honeywell als gut positioniert. Besonders der laufende Umbau hin zu einem Softwarekonzern – Stichwort SaaS-Transition – soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Auf Basis der aktuellen Bewertung handelt die Aktie zum rund 19,7-fachen des für 2026 erwarteten Gewinns – leicht über dem historischen Mittel, aber laut den Analysten von Bank of America vertretbar angesichts des Wachstumsprofils.

Autor: Ariva-Redaktion/ js


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