SHW AG

Aktie
WKN:  A3E5B7 ISIN:  DE000A3E5B74
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24.07.26
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SHW Aktie Chart

SHW Unternehmensbeschreibung

Die frühere SHW AG war ein traditionsreicher deutscher Automobilzulieferer mit Fokus auf präzisionskritische Komponenten für Motoren, Antriebssysteme und Fahrwerke. Das Unternehmen konzentrierte sich auf die Entwicklung und Fertigung von hochspezialisierten Pumpen, Motorkomponenten und Bremsscheiben aus metallischen Werkstoffen sowie Verbundmaterialien. Im Zentrum des Geschäftsmodells stand die Belieferung internationaler Erstausrüster (OEM) der Automobilindustrie sowie ausgewählter Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukunden. SHW agierte als System- und Entwicklungspartner, der Kunden von der Konzeptphase über die Prototypenentwicklung bis zur Serienproduktion begleitete. Die Wertschöpfung basierte auf metallurgischer Kompetenz, Gießerei- und Zerspanungstechnik, Werkstoff-Know-how sowie auf anwendungsspezifischer Engineering-Expertise im Bereich energieeffizienter und gewichtsoptimierter Komponenten für Verbrenner-, Hybrid- und teilweise elektrische Antriebsstränge. Im Jahr 2018 übernahm die österreichische Pierer Industrie AG die Mehrheit an der SHW AG; in der Folge wurde die Gesellschaft in die Konzerngesellschaft SHW Automotive GmbH überführt und ist heute nicht mehr als börsennotierte SHW AG am Kapitalmarkt präsent.

Mission und strategische Ausrichtung

Die Mission der früheren SHW AG zielte auf die Reduktion von Emissionen und Verbrauch im Antriebsstrang sowie auf Gewichtsreduktion im Fahrwerksbereich ab. Das Unternehmen verstand sich als Technologieanbieter, der OEMs bei der Einhaltung strenger Emissions- und Effizienzvorgaben unterstützte. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung von Komponenten, die Reibungsverluste verringern, thermische Stabilität erhöhen und Leichtbaupotenziale heben. Strategisch setzte SHW auf:
  • Fokussierung auf anspruchsvolle Nischen mit hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen
  • Ausbau von Produktlösungen für effiziente Verbrenner- und Hybridantriebe
  • schrittweise Adaption von Technologien für elektrifizierte Antriebssysteme
  • langfristige, vertragsbasierte Plattformprojekte mit globalen OEMs
  • l>Die SHW AG strebte keine Breitenexpansion an, sondern eine Vertiefung in technologisch fordernden Segmenten, um dort margenträchtige, schwer substituierbare Produkte anzubieten. Diese strategische Ausrichtung wird im Wesentlichen in der heutigen SHW Automotive GmbH fortgeführt, wobei die konkrete Schwerpunktsetzung den jeweiligen Eigentümer- und Marktanforderungen unterliegt.

Produkte und Dienstleistungen

Das Portfolio der früheren SHW AG umfasste im Kern drei Produktlinien, deren Gewichtung sich je nach OEM-Programm und Modellzyklus verschob:
  • Öl-, Vakuum- und Kühlmittelpumpen für Pkw- und Nutzfahrzeugantriebe, einschließlich variabler und elektronisch geregelter Pumpensysteme zur bedarfsgerechten Schmierung und Kühlung
  • Motorkomponenten wie Gleitlager, Sinterteile und weitere hochbelastete Komponenten im Powertrain, die auf Verschleißfestigkeit und thermische Dauerhaltbarkeit ausgelegt sind
  • Bremsscheiben und Bremsscheibensysteme aus Grauguss, Verbundwerkstoffen und Leichtmetallen für Pkw- und ausgewählte Nutzfahrzeuganwendungen, die auf geringes Gewicht, hohe Temperaturbeständigkeit und reduzierte Geräuschentwicklung zielen
Ergänzend bot SHW Entwicklungsdienstleistungen, Simulations- und Testkapazitäten sowie anwendungsspezifische Werkstoff- und Prozessberatung. Der Dienstleistungsanteil war unmittelbar mit der Serienfertigung verknüpft und diente primär der Kundenbindung und der frühen Integration in Neufahrzeugprojekte. Die heutigen Aktivitäten der SHW Automotive GmbH basieren weiterhin auf diesen Kernfeldern, wobei Zuschnitt und Tiefe des Portfolios regelmäßig an technologische und regulatorische Entwicklungen angepasst werden.

Business Units und operative Struktur

Die frühere SHW AG gliederte ihre Aktivitäten in klar abgegrenzte Geschäftsbereiche, die entlang der Produktgruppen und Produktionsstandorte organisiert waren. Im Zentrum standen typischerweise:
  • Segment Pumpsysteme und Motorkomponenten mit Fokus auf Öl-, Vakuum- und Kühlmittelpumpen, Gleitlager und andere präzisionsgefertigte Motorteile
  • Segment Bremsscheiben mit Spezialisierung auf Guss- und Verbundbremsscheiben für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge
  • l>Diese Struktur ermöglichte eine differenzierte Marktbearbeitung: Während das Pumpen- und Motorkomponenten-Segment stark von Emissionsregulierungen und Powertrain-Architekturen beeinflusst wurde, folgte das Bremsscheibensegment eher Volumen-, Sicherheits- und Komforttrends im Fahrwerksbereich. Forschung und Entwicklung, Werkzeugbau und Prozessengineering waren als Querschnittsfunktionen integriert, um Skaleneffekte zu realisieren und Know-how in beiden Segmenten nutzbar zu machen. Im heutigen Unternehmensverbund von SHW Automotive werden die Geschäftsbereiche weiterhin im Wesentlichen entlang dieser Produktlogik geführt, auch wenn die interne Struktur nicht mehr der früheren börsennotierten Segmentberichterstattung entspricht.

Alleinstellungsmerkmale und technologische Burggräben

Die Alleinstellungsmerkmale der früheren SHW AG lagen in einer Kombination aus Werkstoffkompetenz, Prozessstabilität und kundenspezifischer Entwicklungstiefe. Wichtige Differenzierungsfaktoren waren:
  • langjährige Kundenbeziehungen mit globalen OEMs auf Basis langlaufender Plattformprojekte
  • Erfahrung in der Entwicklung variabler Pumpensysteme, die auf Effizienzoptimierung und CO2-Reduktion ausgelegt sind
  • Gießerei-Know-how für hochbeanspruchte Bremsscheiben und Motorkomponenten mit präziser Steuerung von Gefüge und Materialeigenschaften
  • Qualifikationen und Freigaben bei OEMs, die als faktische Markteintrittsbarrieren wirken
  • l>Diese Faktoren bildeten einen Burggraben in Form hoher Wechselkosten für die Kunden, komplexer Qualifikationsprozesse sowie hoher Anforderungen an Prozessfähigkeitsindizes und Qualitätssicherung. Die Kombination aus Serienerfahrung, Werkstoffentwicklung und Prüfkapazitäten ist auch für die heutige SHW Automotive GmbH weiterhin ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor.

Wettbewerbsumfeld

SHW agierte und agiert im Rahmen der heutigen SHW Automotive GmbH in einem fragmentierten, aber stark industrialisierten Markt für Powertrain- und Fahrwerkskomponenten. Zu den relevanten Wettbewerbern zählen etablierte internationale Zulieferer im Pumpen- und Bremsscheibensegment sowie spezialisierte Mittelständler mit ähnlicher Nischenausrichtung. Während Großzulieferer häufig ein breiteres Produktportfolio und globale Plattformverfügbarkeit bieten, positioniert sich SHW über Spezialisierung und Fertigungstiefe. Der Wettbewerb wird durch folgende Faktoren geprägt:
  • intensiver Preis- und Kostenwettbewerb entlang der gesamten Lieferkette
  • hoher technischer Anpassungsdruck durch neue Emissionsnormen, Elektrifizierungsstrategien und Anforderungen an nachhaltige Lieferketten
  • Lieferantenkonsolidierung seitens der OEMs, die Skalenvorteile begünstigt und Nischenanbieter herausfordert
  • l>Für SHW bedeutet dies, technologisch voraus zu denken und gleichzeitig die Kostenstrukturen schlank zu halten, um gegenüber größeren Wettbewerbern bestehen zu können.

Management und Unternehmensführung

Die Unternehmensführung der früheren SHW AG verfolgte eine Strategie, die technologische Spezialisierung mit finanzieller Disziplin verband. Das Management fokussierte sich auf:
  • Portfoliofokussierung auf margenstärkere Anwendungen und anspruchsvolle Kundenprojekte
  • Kapitaldisziplin bei Investitionen, insbesondere in Gießerei- und Bearbeitungskapazitäten
  • Prozessoptimierung entlang der Supply Chain, inklusive Just-in-Time-Belieferung und Bestandsmanagement
  • Risikoreduktion durch Diversifikation über verschiedene OEMs, Plattformen und Motorenkonzepte hinweg
  • l>Gleichzeitig stand das Management vor der Aufgabe, die Abhängigkeit vom klassischen Verbrennungsmotor systematisch zu reduzieren und das Unternehmen schrittweise an Hybrid- und E-Mobilitätsplattformen heranzuführen. Nach der Übernahme und Umstrukturierung in die SHW Automotive GmbH hat sich die Eigentümerstruktur geändert, und die konkrete Managementbesetzung entspricht nicht mehr der früheren börsennotierten SHW AG.

Branchen- und Regionenanalyse

SHW beziehungsweise die heutige SHW Automotive GmbH ist in der globalen Automobilzulieferindustrie aktiv, mit Schwerpunkt auf Europa und einer signifikanten Ausrichtung auf deutsche und europäische OEMs. Ergänzend bestehen Lieferbeziehungen in andere Weltregionen über internationale Plattformprojekte. Branchenseitig bewegt sich das Unternehmen in einem Umfeld, das von folgenden Strukturtrends dominiert wird:
  • Elektrifizierung des Antriebsstrangs und schrittweiser Rückgang klassischer Verbrennerplattformen
  • verschärfte CO2- und Emissionsregulierung, die Effizienzkomponenten begünstigt
  • wachsende Bedeutung von Leichtbau, Reibungsreduktion und Thermomanagement
  • regionale Verlagerung von Produktionskapazitäten, Lieferkettenanpassungen und verstärkte Resilienzanforderungen
  • l>In Europa bleibt der Regulierungsdruck hoch, was effizienzsteigernde Komponenten historisch begünstigt hat, gleichzeitig aber die Planbarkeit klassischer Powertrain-Investitionen reduziert. Für einen mittelständisch geprägten Zulieferer wie SHW stellt die Abhängigkeit von konjunktur- und modellzyklischen OEM-Investitionen ein strukturelles Risiko dar, während sich Chancen in Nischen der Effizienzsteigerung und beim Leichtbau eröffnen.

Unternehmensgeschichte und Entwicklung

Die Wurzeln von SHW reichen in das frühe 14. Jahrhundert zurück, als im schwäbischen Raum erste Eisenverhüttungs- und Schmiedebetriebe entstanden, aus denen später die Schwäbischen Hüttenwerke hervorgingen. Über die Jahrhunderte entwickelte sich das Unternehmen von einem regionalen Hüttenwerk zu einem industriellen Anbieter von metallurgischen Produkten. Im 20. Jahrhundert vollzog SHW den Wandel zum Automobilzulieferer, indem Gießerei- und Bearbeitungskompetenzen gezielt für Motoren- und Fahrwerksanwendungen ausgebaut wurden. Mit der Spezialisierung auf Pumpensysteme, Motorkomponenten und Bremsscheiben etablierte sich SHW als anerkannter Nischenanbieter im Premium- und Volumensegment der europäischen Automobilindustrie. Die Unternehmensgeschichte ist geprägt von technologischen Anpassungen an neue Motorenkonzepte, von strukturellen Reorganisationen und von der zunehmenden Internationalisierung der Kundenbasis. Im Zuge der Übernahme durch einen industriellen Eigentümer und der anschließenden Rechtsform- und Strukturänderungen wird die Traditionsmarke heute im Rahmen der SHW Automotive GmbH fortgeführt. Die lange Historie im Metall- und Werkstoffbereich bildet bis heute einen wichtigen Teil der Markenidentität und des technologischen Selbstverständnisses.

Besonderheiten und Strukturmerkmale

Besonders hervorzuheben ist die Kombination aus jahrhundertelanger Werkstofftradition und moderner Automobilzulieferkompetenz. SHW verbindet Gießerei-Expertise mit präzisionsmechanischer Fertigung und Serienerfahrung unter hohen Qualitätsanforderungen. Charakteristisch sind:
  • Standorte im süddeutschen Raum mit hoher Industriedichte und Zugang zu qualifizierten Fachkräften
  • enge Integration in die Entwicklungsprozesse der OEMs, was frühe Projektbeteiligung ermöglicht
  • Fokus auf Sicherheitsteile und funktionskritische Komponenten mit hohen Freigabehürden
  • l>Diese Merkmale erhöhen die Relevanz von SHW in den Lieferketten der Kunden, begrenzen aber gleichzeitig die kurzfristige Flexibilität, da Produktwechsel und Kapazitätsanpassungen an aufwendige Validierungsprozesse gebunden sind. Diese Strukturmerkmale gelten im Kern auch für die heutige SHW Automotive GmbH.

Chancen für langfristig orientierte, konservative Anleger

Die frühere SHW AG war bis zu ihrer Übernahme und dem späteren Delisting für Anleger am Kapitalmarkt zugänglich. Heute wird das operative Geschäft im Rahmen der SHW Automotive GmbH unter nicht börsennotierten Eigentümerstrukturen geführt. Allgemein ergeben sich im Kontext eines spezialisierten Automobilzulieferers in technologisch anspruchsvollen Nischen potenzielle Chancen aus:
  • langjährigen Kundenbeziehungen zu etablierten OEMs mit wiederkehrenden Plattformaufträgen
  • Technologiekompetenz bei effizienzsteigernden Pumpensystemen und Leichtbau-Bremsscheiben
  • regulatorischen Rahmenbedingungen, die effiziente, CO2-senkende Komponenten begünstigen
  • strategischem Interesse größerer Industriegruppen an spezialisierten Nischenanbietern in einem konsolidierenden Zuliefermarkt
  • l>Bei einer erfolgreichen strategischen Anpassung an Hybrid- und ausgewählte E-Mobilitätsanwendungen kann SHW seine historische Werkstoff- und Prozesskompetenz in neue Produktfelder übertragen und im geänderten Antriebsstrang-Ökosystem eine Rolle in spezialisierten Segmenten einnehmen, auch wenn dies heute nicht mehr im Rahmen einer börsennotierten SHW AG erfolgt.

Risiken und zentrale Beobachtungspunkte

Die Risiken im Umfeld von SHW beziehungsweise der heutigen SHW Automotive GmbH ergeben sich primär aus der strukturellen Transformation der Automobilindustrie und der vergleichsweise begrenzten Größe des Unternehmens. Wesentliche Risikofaktoren sind:
  • Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor, insbesondere im Bereich klassischer Pumpen- und Motorkomponenten
  • hohe Zyklik des Automobilsektors mit ausgeprägten Schwankungen in Abrufen und Modellzyklen
  • intensiver Preis- und Kostendruck durch OEMs sowie potenzielle Verlagerung von Volumina in kostengünstigere Regionen
  • technologischer Wandel hin zur E-Mobilität, der bestimmte Produktgruppen strukturell unter Druck setzen kann
  • Konzentrationsrisiken gegenüber einzelnen Großkunden und Plattformen
  • l>Für eine Beurteilung des Unternehmensumfelds ist entscheidend, wie konsequent und erfolgreich die technologische und strukturelle Anpassung vorangetrieben wird, ob die Kundenbasis ausreichend diversifiziert bleibt und ob die finanzielle Stabilität auch in Phasen schwächerer OEM-Nachfrage gesichert werden kann. Eine sorgfältige Beobachtung der strategischen Projektpipeline, der Positionierung in Hybrid- und E-Antriebsarchitekturen sowie der Abhängigkeit von einzelnen Plattformen erscheint unerlässlich, ohne dass daraus eine explizite Anlageempfehlung abgeleitet werden soll.

Kursdaten

Geld/Brief -   / -  
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Schluss Vortag 6,60 €
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Tagesvolumen Vortag -  
Tagestief 6,60 €
Tageshoch 6,60 €
52W-Tief 5,60 €
52W-Hoch 7,30 €
Jahrestief 5,60 €
Jahreshoch 7,30 €

Community: Diskussion zur SHW Aktie

Zusammengefasst - darüber diskutiert aktuell die Community

  • Die Beiträge beschreiben SHW als historisch verwurzelten, operativ breit aufgestellten Autozulieferer (Pumpen, Bremsscheiben, Pulvermetallurgie) mit Delisting/Resthandelsstatus und faktischer Einbettung in die Pierer/Pankl-Gruppe, wodurch der Großaktionär die strategische Kontrolle hat und Minderheitsaktionäre begrenzten Einfluss sowie geringe Liquidität befürchten können.
  • Operativ wird eine Verbesserung der Profitabilität hervorgehoben (starkes EBITDA, gestiegene EBIT-/EBITDA-Margen, 2025 wieder leichter Gewinn; positiver Ausblick für 2026), zugleich werden niedrige Nettomargen, kein Dividendenzahlungen, eine Bilanz mit Schulden und ein Bewertungsbild genannt, das nach Umsatz/Substanz günstig, nach nachhaltigem Gewinn aber weniger überzeugend erscheint; die sehr geringe Marktkapitalisierung und der dünne Handel führen zu hohen Spreads und erhöhtem Kursrisiko.
  • Als zentrale Risiken und Diskussionspunkte gelten die mögliche Veräußerung oder Strukturmaßnahmen wegen des Kapitalbedarfs des Mehrheitsaktionärs infolge der KTM-Insolvenz, Unsicherheit über künftige strategische Entscheidungen, Reaktionen der Aktionärsbasis (HV-Abstimmungen) sowie Hoffnungen auf operative Hebel wie die anlaufende Produktion in China.
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10.05.2017 1,00 €
11.05.2016 1,00 €
13.05.2015 1,00 €
12.05.2014 1,00 €
15.05.2013 4,00 €
16.05.2012 1,00 €
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Zeitraum Kurs %
1 Woche 6,70 € -1,49%
1 Monat 6,35 € +3,94%
6 Monate 5,70 € +15,79%
1 Jahr 6,05 € +9,09%
5 Jahre 20,00 € -67,00%

Unternehmensprofil SHW

Unternehmensprofil SHW
Die frühere SHW AG war ein traditionsreicher deutscher Automobilzulieferer mit Fokus auf präzisionskritische Komponenten für Motoren, Antriebssysteme und Fahrwerke. Das Unternehmen konzentrierte sich auf die Entwicklung und Fertigung von hochspezialisierten Pumpen, Motorkomponenten und Bremsscheiben aus metallischen Werkstoffen sowie Verbundmaterialien. Im Zentrum des Geschäftsmodells stand die Belieferung internationaler Erstausrüster (OEM) der Automobilindustrie sowie ausgewählter Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukunden. SHW agierte als System- und Entwicklungspartner, der Kunden von der Konzeptphase über die Prototypenentwicklung bis zur Serienproduktion begleitete. Die Wertschöpfung basierte auf metallurgischer Kompetenz, Gießerei- und Zerspanungstechnik, Werkstoff-Know-how sowie auf anwendungsspezifischer Engineering-Expertise im Bereich energieeffizienter und gewichtsoptimierter Komponenten für Verbrenner-, Hybrid- und teilweise elektrische Antriebsstränge. Im Jahr 2018 übernahm die österreichische Pierer Industrie AG die Mehrheit an der SHW AG; in der Folge wurde die Gesellschaft in die Konzerngesellschaft SHW Automotive GmbH überführt und ist heute nicht mehr als börsennotierte SHW AG am Kapitalmarkt präsent.

Mission und strategische Ausrichtung

Die Mission der früheren SHW AG zielte auf die Reduktion von Emissionen und Verbrauch im Antriebsstrang sowie auf Gewichtsreduktion im Fahrwerksbereich ab. Das Unternehmen verstand sich als Technologieanbieter, der OEMs bei der Einhaltung strenger Emissions- und Effizienzvorgaben unterstützte. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung von Komponenten, die Reibungsverluste verringern, thermische Stabilität erhöhen und Leichtbaupotenziale heben. Strategisch setzte SHW auf:
  • Fokussierung auf anspruchsvolle Nischen mit hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen
  • Ausbau von Produktlösungen für effiziente Verbrenner- und Hybridantriebe
  • schrittweise Adaption von Technologien für elektrifizierte Antriebssysteme
  • langfristige, vertragsbasierte Plattformprojekte mit globalen OEMs
  • l>Die SHW AG strebte keine Breitenexpansion an, sondern eine Vertiefung in technologisch fordernden Segmenten, um dort margenträchtige, schwer substituierbare Produkte anzubieten. Diese strategische Ausrichtung wird im Wesentlichen in der heutigen SHW Automotive GmbH fortgeführt, wobei die konkrete Schwerpunktsetzung den jeweiligen Eigentümer- und Marktanforderungen unterliegt.

Produkte und Dienstleistungen

Das Portfolio der früheren SHW AG umfasste im Kern drei Produktlinien, deren Gewichtung sich je nach OEM-Programm und Modellzyklus verschob:
  • Öl-, Vakuum- und Kühlmittelpumpen für Pkw- und Nutzfahrzeugantriebe, einschließlich variabler und elektronisch geregelter Pumpensysteme zur bedarfsgerechten Schmierung und Kühlung
  • Motorkomponenten wie Gleitlager, Sinterteile und weitere hochbelastete Komponenten im Powertrain, die auf Verschleißfestigkeit und thermische Dauerhaltbarkeit ausgelegt sind
  • Bremsscheiben und Bremsscheibensysteme aus Grauguss, Verbundwerkstoffen und Leichtmetallen für Pkw- und ausgewählte Nutzfahrzeuganwendungen, die auf geringes Gewicht, hohe Temperaturbeständigkeit und reduzierte Geräuschentwicklung zielen
Ergänzend bot SHW Entwicklungsdienstleistungen, Simulations- und Testkapazitäten sowie anwendungsspezifische Werkstoff- und Prozessberatung. Der Dienstleistungsanteil war unmittelbar mit der Serienfertigung verknüpft und diente primär der Kundenbindung und der frühen Integration in Neufahrzeugprojekte. Die heutigen Aktivitäten der SHW Automotive GmbH basieren weiterhin auf diesen Kernfeldern, wobei Zuschnitt und Tiefe des Portfolios regelmäßig an technologische und regulatorische Entwicklungen angepasst werden.

Business Units und operative Struktur

Die frühere SHW AG gliederte ihre Aktivitäten in klar abgegrenzte Geschäftsbereiche, die entlang der Produktgruppen und Produktionsstandorte organisiert waren. Im Zentrum standen typischerweise:
  • Segment Pumpsysteme und Motorkomponenten mit Fokus auf Öl-, Vakuum- und Kühlmittelpumpen, Gleitlager und andere präzisionsgefertigte Motorteile
  • Segment Bremsscheiben mit Spezialisierung auf Guss- und Verbundbremsscheiben für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge
  • l>Diese Struktur ermöglichte eine differenzierte Marktbearbeitung: Während das Pumpen- und Motorkomponenten-Segment stark von Emissionsregulierungen und Powertrain-Architekturen beeinflusst wurde, folgte das Bremsscheibensegment eher Volumen-, Sicherheits- und Komforttrends im Fahrwerksbereich. Forschung und Entwicklung, Werkzeugbau und Prozessengineering waren als Querschnittsfunktionen integriert, um Skaleneffekte zu realisieren und Know-how in beiden Segmenten nutzbar zu machen. Im heutigen Unternehmensverbund von SHW Automotive werden die Geschäftsbereiche weiterhin im Wesentlichen entlang dieser Produktlogik geführt, auch wenn die interne Struktur nicht mehr der früheren börsennotierten Segmentberichterstattung entspricht.

Alleinstellungsmerkmale und technologische Burggräben

Die Alleinstellungsmerkmale der früheren SHW AG lagen in einer Kombination aus Werkstoffkompetenz, Prozessstabilität und kundenspezifischer Entwicklungstiefe. Wichtige Differenzierungsfaktoren waren:
  • langjährige Kundenbeziehungen mit globalen OEMs auf Basis langlaufender Plattformprojekte
  • Erfahrung in der Entwicklung variabler Pumpensysteme, die auf Effizienzoptimierung und CO2-Reduktion ausgelegt sind
  • Gießerei-Know-how für hochbeanspruchte Bremsscheiben und Motorkomponenten mit präziser Steuerung von Gefüge und Materialeigenschaften
  • Qualifikationen und Freigaben bei OEMs, die als faktische Markteintrittsbarrieren wirken
  • l>Diese Faktoren bildeten einen Burggraben in Form hoher Wechselkosten für die Kunden, komplexer Qualifikationsprozesse sowie hoher Anforderungen an Prozessfähigkeitsindizes und Qualitätssicherung. Die Kombination aus Serienerfahrung, Werkstoffentwicklung und Prüfkapazitäten ist auch für die heutige SHW Automotive GmbH weiterhin ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor.

Wettbewerbsumfeld

SHW agierte und agiert im Rahmen der heutigen SHW Automotive GmbH in einem fragmentierten, aber stark industrialisierten Markt für Powertrain- und Fahrwerkskomponenten. Zu den relevanten Wettbewerbern zählen etablierte internationale Zulieferer im Pumpen- und Bremsscheibensegment sowie spezialisierte Mittelständler mit ähnlicher Nischenausrichtung. Während Großzulieferer häufig ein breiteres Produktportfolio und globale Plattformverfügbarkeit bieten, positioniert sich SHW über Spezialisierung und Fertigungstiefe. Der Wettbewerb wird durch folgende Faktoren geprägt:
  • intensiver Preis- und Kostenwettbewerb entlang der gesamten Lieferkette
  • hoher technischer Anpassungsdruck durch neue Emissionsnormen, Elektrifizierungsstrategien und Anforderungen an nachhaltige Lieferketten
  • Lieferantenkonsolidierung seitens der OEMs, die Skalenvorteile begünstigt und Nischenanbieter herausfordert
  • l>Für SHW bedeutet dies, technologisch voraus zu denken und gleichzeitig die Kostenstrukturen schlank zu halten, um gegenüber größeren Wettbewerbern bestehen zu können.

Management und Unternehmensführung

Die Unternehmensführung der früheren SHW AG verfolgte eine Strategie, die technologische Spezialisierung mit finanzieller Disziplin verband. Das Management fokussierte sich auf:
  • Portfoliofokussierung auf margenstärkere Anwendungen und anspruchsvolle Kundenprojekte
  • Kapitaldisziplin bei Investitionen, insbesondere in Gießerei- und Bearbeitungskapazitäten
  • Prozessoptimierung entlang der Supply Chain, inklusive Just-in-Time-Belieferung und Bestandsmanagement
  • Risikoreduktion durch Diversifikation über verschiedene OEMs, Plattformen und Motorenkonzepte hinweg
  • l>Gleichzeitig stand das Management vor der Aufgabe, die Abhängigkeit vom klassischen Verbrennungsmotor systematisch zu reduzieren und das Unternehmen schrittweise an Hybrid- und E-Mobilitätsplattformen heranzuführen. Nach der Übernahme und Umstrukturierung in die SHW Automotive GmbH hat sich die Eigentümerstruktur geändert, und die konkrete Managementbesetzung entspricht nicht mehr der früheren börsennotierten SHW AG.

Branchen- und Regionenanalyse

SHW beziehungsweise die heutige SHW Automotive GmbH ist in der globalen Automobilzulieferindustrie aktiv, mit Schwerpunkt auf Europa und einer signifikanten Ausrichtung auf deutsche und europäische OEMs. Ergänzend bestehen Lieferbeziehungen in andere Weltregionen über internationale Plattformprojekte. Branchenseitig bewegt sich das Unternehmen in einem Umfeld, das von folgenden Strukturtrends dominiert wird:
  • Elektrifizierung des Antriebsstrangs und schrittweiser Rückgang klassischer Verbrennerplattformen
  • verschärfte CO2- und Emissionsregulierung, die Effizienzkomponenten begünstigt
  • wachsende Bedeutung von Leichtbau, Reibungsreduktion und Thermomanagement
  • regionale Verlagerung von Produktionskapazitäten, Lieferkettenanpassungen und verstärkte Resilienzanforderungen
  • l>In Europa bleibt der Regulierungsdruck hoch, was effizienzsteigernde Komponenten historisch begünstigt hat, gleichzeitig aber die Planbarkeit klassischer Powertrain-Investitionen reduziert. Für einen mittelständisch geprägten Zulieferer wie SHW stellt die Abhängigkeit von konjunktur- und modellzyklischen OEM-Investitionen ein strukturelles Risiko dar, während sich Chancen in Nischen der Effizienzsteigerung und beim Leichtbau eröffnen.

Unternehmensgeschichte und Entwicklung

Die Wurzeln von SHW reichen in das frühe 14. Jahrhundert zurück, als im schwäbischen Raum erste Eisenverhüttungs- und Schmiedebetriebe entstanden, aus denen später die Schwäbischen Hüttenwerke hervorgingen. Über die Jahrhunderte entwickelte sich das Unternehmen von einem regionalen Hüttenwerk zu einem industriellen Anbieter von metallurgischen Produkten. Im 20. Jahrhundert vollzog SHW den Wandel zum Automobilzulieferer, indem Gießerei- und Bearbeitungskompetenzen gezielt für Motoren- und Fahrwerksanwendungen ausgebaut wurden. Mit der Spezialisierung auf Pumpensysteme, Motorkomponenten und Bremsscheiben etablierte sich SHW als anerkannter Nischenanbieter im Premium- und Volumensegment der europäischen Automobilindustrie. Die Unternehmensgeschichte ist geprägt von technologischen Anpassungen an neue Motorenkonzepte, von strukturellen Reorganisationen und von der zunehmenden Internationalisierung der Kundenbasis. Im Zuge der Übernahme durch einen industriellen Eigentümer und der anschließenden Rechtsform- und Strukturänderungen wird die Traditionsmarke heute im Rahmen der SHW Automotive GmbH fortgeführt. Die lange Historie im Metall- und Werkstoffbereich bildet bis heute einen wichtigen Teil der Markenidentität und des technologischen Selbstverständnisses.

Besonderheiten und Strukturmerkmale

Besonders hervorzuheben ist die Kombination aus jahrhundertelanger Werkstofftradition und moderner Automobilzulieferkompetenz. SHW verbindet Gießerei-Expertise mit präzisionsmechanischer Fertigung und Serienerfahrung unter hohen Qualitätsanforderungen. Charakteristisch sind:
  • Standorte im süddeutschen Raum mit hoher Industriedichte und Zugang zu qualifizierten Fachkräften
  • enge Integration in die Entwicklungsprozesse der OEMs, was frühe Projektbeteiligung ermöglicht
  • Fokus auf Sicherheitsteile und funktionskritische Komponenten mit hohen Freigabehürden
  • l>Diese Merkmale erhöhen die Relevanz von SHW in den Lieferketten der Kunden, begrenzen aber gleichzeitig die kurzfristige Flexibilität, da Produktwechsel und Kapazitätsanpassungen an aufwendige Validierungsprozesse gebunden sind. Diese Strukturmerkmale gelten im Kern auch für die heutige SHW Automotive GmbH.

Chancen für langfristig orientierte, konservative Anleger

Die frühere SHW AG war bis zu ihrer Übernahme und dem späteren Delisting für Anleger am Kapitalmarkt zugänglich. Heute wird das operative Geschäft im Rahmen der SHW Automotive GmbH unter nicht börsennotierten Eigentümerstrukturen geführt. Allgemein ergeben sich im Kontext eines spezialisierten Automobilzulieferers in technologisch anspruchsvollen Nischen potenzielle Chancen aus:
  • langjährigen Kundenbeziehungen zu etablierten OEMs mit wiederkehrenden Plattformaufträgen
  • Technologiekompetenz bei effizienzsteigernden Pumpensystemen und Leichtbau-Bremsscheiben
  • regulatorischen Rahmenbedingungen, die effiziente, CO2-senkende Komponenten begünstigen
  • strategischem Interesse größerer Industriegruppen an spezialisierten Nischenanbietern in einem konsolidierenden Zuliefermarkt
  • l>Bei einer erfolgreichen strategischen Anpassung an Hybrid- und ausgewählte E-Mobilitätsanwendungen kann SHW seine historische Werkstoff- und Prozesskompetenz in neue Produktfelder übertragen und im geänderten Antriebsstrang-Ökosystem eine Rolle in spezialisierten Segmenten einnehmen, auch wenn dies heute nicht mehr im Rahmen einer börsennotierten SHW AG erfolgt.

Risiken und zentrale Beobachtungspunkte

Die Risiken im Umfeld von SHW beziehungsweise der heutigen SHW Automotive GmbH ergeben sich primär aus der strukturellen Transformation der Automobilindustrie und der vergleichsweise begrenzten Größe des Unternehmens. Wesentliche Risikofaktoren sind:
  • Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor, insbesondere im Bereich klassischer Pumpen- und Motorkomponenten
  • hohe Zyklik des Automobilsektors mit ausgeprägten Schwankungen in Abrufen und Modellzyklen
  • intensiver Preis- und Kostendruck durch OEMs sowie potenzielle Verlagerung von Volumina in kostengünstigere Regionen
  • technologischer Wandel hin zur E-Mobilität, der bestimmte Produktgruppen strukturell unter Druck setzen kann
  • Konzentrationsrisiken gegenüber einzelnen Großkunden und Plattformen
  • l>Für eine Beurteilung des Unternehmensumfelds ist entscheidend, wie konsequent und erfolgreich die technologische und strukturelle Anpassung vorangetrieben wird, ob die Kundenbasis ausreichend diversifiziert bleibt und ob die finanzielle Stabilität auch in Phasen schwächerer OEM-Nachfrage gesichert werden kann. Eine sorgfältige Beobachtung der strategischen Projektpipeline, der Positionierung in Hybrid- und E-Antriebsarchitekturen sowie der Abhängigkeit von einzelnen Plattformen erscheint unerlässlich, ohne dass daraus eine explizite Anlageempfehlung abgeleitet werden soll.
Stand: Juli 2026
Hinweis

SHW Prognose 2026: Einstufung & Empfehlung von Analysten

SHW Kursziel 2026

  • Die SHW Kurs Performance für 2026 liegt bei +15,79%.

Stammdaten

Aktientyp Stammaktie

Community-Beiträge zu SHW

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MrTrillion3
DE000A3E5B74 - SHW AG

Die Geschichte von SHW ist außergewöhnlich. Die Wurzeln reichen nach Unternehmensangaben bis 1365 zurück, als im Raum Königsbronn auf der Schwäbischen Alb Bohnerz gewonnen und verhüttet wurde. In der heutigen industriellen Form entstand die Schwäbische Hüttenwerke GmbH 1921 als Gemeinschaftsunternehmen des Landes Baden-Württemberg und der Gutehoffnungshütte, dem späteren MAN-Konzern. Über Jahrzehnte wandelte sich SHW vom Montan- und Hüttenbetrieb zu einem spezialisierten Automobilzulieferer: In den 1950er Jahren begann in Tuttlingen-Ludwigstal die Bremsscheibenproduktion, ab 1963 kamen Sinterteile hinzu, ab 1978 Hydraulikpumpen in Bad Schussenried. 2005 wurde der Nicht-Automotive-Bereich abgespalten, 2011 erfolgte die Umwandlung in die SHW AG und der Börsengang im Prime Standard der Frankfurter Börse. 2013 kam SHW in den SDAX. (SHW AG)

Diese Börsengeschichte ist aber praktisch vorbei. 2019 wurde die Notierung im regulierten Markt Frankfurt beendet; die Aktie blieb zunächst im Münchener m:access und im Freiverkehr handelbar. 2021 wurde auch die Einbeziehung in m:access beendet, und Pierer Industrie machte Minderheitsaktionären damals ein Erwerbsangebot zu 19 Euro je Aktie. Heute sieht man die Aktie noch in Datenbanken und auf Plattformen wie Ariva, aber faktisch ist sie ein Resthandelstitel mit geringer Liquidität, nicht mehr ein klassischer Kapitalmarktwert mit breiter Investorenbasis. (EQS News)

Operativ produziert SHW vor allem Pumpen, Motorkomponenten, Komponenten aus Pulvermetallurgie und Bremsscheiben. Das Unternehmen beschreibt sich als Anbieter von mechanischen und elektrischen Pumpen für Pkw, Nutzfahrzeuge, Lkw, Land- und Baumaschinen sowie stationäre Anwendungen; außerdem werden pulvermetallurgische Komponenten und Bremsscheiben vom Rohguss bis zur Hochleistungsbremsscheibe gefertigt. SHW nennt rund 1.700 Beschäftigte an neun Standorten. Damit ist das Unternehmen ein echter Industriebetrieb mit tiefer Fertigungshistorie. (SHW AG)

Die aktuelle Führungsstruktur zeigt zugleich, dass SHW vollständig in die Pierer/Pankl-Welt eingebettet ist. Seit Juni 2026 ist Sebastian Rotermann CEO, Sophie-Theres Ebert ist seit 2025 CFO. Im Aufsichtsrat sitzen unter anderem Klaus Rinnerberger, Eugen Maucher und Stefan Pierer. Für Minderheitsaktionäre ist das relevant, weil die strategische Kontrolle eindeutig beim Großaktionär liegt. Das kann positiv sein, wenn der Großaktionär eine klare industrielle Agenda verfolgt. Es kann aber auch bedeuten, dass außenstehende Kleinaktionäre kaum Einfluss haben und der Börsenkurs wegen des geringen Free Floats nicht zwingend den operativen Unternehmenswert abbildet. (SHW AG)

Die Zahlen für 2025 sind gemischt. Laut veröffentlichten Daten sank der Umsatz 2025 auf 483,25 Mio. Euro nach 518,95 Mio. Euro im Vorjahr. Der Jahresüberschuss lag nur bei 0,802 Mio. Euro nach einem Verlust von 4,41 Mio. Euro 2024. Das Ergebnis je Aktie lag bei rund 0,12 Euro. Das heißt: SHW war 2025 wieder leicht profitabel, aber die Nettomarge war praktisch hauchdünn. (MarketScreener)

Auch die Margen zeigen genau dieses Bild. Der Datenanbieter StockAnalysis/S&P Global Market Intelligence weist für 2025 eine Bruttomarge von 13,02 %, eine operative Marge von 3,00 %, eine Nettomarge von 0,17 % und einen Free Cashflow von 1,37 Mio. Euro aus. Das EBITDA lag dort bei 41,1 Mio. Euro beziehungsweise 8,51 % Marge. Das ist operativ nicht katastrophal, aber für einen Autozulieferer mit hoher Kapitalbindung, Kundenmacht der OEMs, Zyklik und Transformationsdruck auch kein komfortables Polster. (StockAnalysis)

Bei einem Kurs um 6,50 Euro ergibt sich aus 6.436.209 Aktien ein rechnerischer Börsenwert von rund 41,8 Mio. Euro. Bezogen auf 483 Mio. Euro Umsatz entspricht das nur etwa 0,09-mal Umsatz. Das sieht optisch extrem billig aus. Bezogen auf den winzigen Jahresüberschuss 2025 ist die Aktie aber gar nicht billig: Das rechnerische KGV liegt grob bei über 50. Die Wahrheit liegt also nicht in einer einzigen Kennzahl. SHW ist nach Umsatz und Substanz optisch niedrig bewertet, nach nachhaltigem Nettogewinn aber nicht überzeugend. (SHW AG)

Die Bilanzseite ist für die Bewertung wichtig. Ein externer Datenanbieter weist für SHW Eigenkapital von 118,2 Mio. Euro, Finanzschulden von 114,9 Mio. Euro, liquide Mittel von 13,2 Mio. Euro, Gesamtverbindlichkeiten von 254,1 Mio. Euro und eine Zinsdeckung von nur 1,8 aus. Wenn diese Zahlen zugrunde gelegt werden, läge der Buchwert je Aktie grob bei 18,4 Euro, also deutlich über dem Börsenkurs. Aber auch hier gilt: Ein niedriger Kurs-Buchwert-Faktor hilft wenig, wenn Minderheitsaktionäre keinen Katalysator haben und das operative Ergebnis schwach bleibt. (Simply Wall St)

Die aktuelle Handelssituation bestätigt den Sondersituationscharakter. Auf Ariva wurde die Aktie zuletzt um 6,50 Euro in Hamburg angezeigt; Marktkapitalisierung, Streubesitz und KGV waren dort nicht sinnvoll ausgefüllt beziehungsweise nicht ausgewiesen. Onvista zeigte ebenfalls Hamburg-Kurse um 6,50 Euro mit Geld 6,50 und Brief 7,00 Euro, also 50 Cent Spread beziehungsweise rund 7 %. Bei so einem Titel ist der angezeigte Kurs nur bedingt aussagekräftig. Schon kleine Orders können den Kurs bewegen, und der Spread frisst einen Teil der theoretischen Rendite sofort auf. (Ariva)

Zur Dividende gibt es keinen positiven Befund. Die sichtbaren Datenquellen weisen keine laufende Dividende aus; Stockopedia schreibt ausdrücklich, dass SHW derzeit keine Dividende zahlt. Damit ist die Dividendenrendite faktisch 0 %. Für Einkommensinvestoren ist die Aktie damit uninteressant. Der Investment Case kann nur aus Substanz, operativer Verbesserung oder einem Strukturereignis kommen, nicht aus laufender Ausschüttung. (Stockopedia)

Bei Kurszielen ist Vorsicht angesagt. Ich habe kein belastbares aktuelles Bank-Research gefunden, das man für SHW im Juli 2026 seriös als maßgebliches Kursziel heranziehen könnte. Stockopedia weist zwar ein Konsens-Kursziel von 3,50 Euro aus, aber ohne transparent einsehbare, breite Analystenbasis; bei einem delisteten, illiquiden Restwert ist so eine Zahl nur begrenzt belastbar. FinanzNachrichten zeigt eher Stimmungs- und Kursinformationen als echte fundamentale Analystenabdeckung. (Stockopedia) Ich selbst werde hier keine Kursschätzung abgeben. 

Für die nächsten fünf Jahre sehe ich SHW als zyklischen Autozulieferer mit drei zentralen Themen: Transformation des Antriebsstrangs, Margendisziplin und Minderheitsaktionärsstruktur. Positiv ist, dass SHW nicht nur reine Verbrennertechnik anbietet, sondern auch elektrische Pumpen, Komponenten für unterschiedliche Antriebskonzepte, Bremsscheiben und pulvermetallurgische Bauteile. Das gibt dem Unternehmen grundsätzlich die Chance, auch in einer elektrifizierten Fahrzeugwelt relevant zu bleiben. Negativ ist, dass europäische Autozulieferer strukturell unter Druck stehen: hohe Energiekosten, OEM-Preisdruck, China-Wettbewerb, schwache Autokonjunktur, Investitionen in neue Plattformen und häufig geringe Nettomargen. SHW hat 2025 zwar wieder Gewinn gemacht, aber auf einem Niveau, das kaum Fehler erlaubt. (SHW AG)

Auf Sicht von zehn bis fünfzehn Jahren hängt viel davon ab, ob SHW seine historische Kompetenz in Metallbearbeitung, Pumpen, Bremssystemen und Pulvermetallurgie in profitable Zukunftsnischen überführen kann. Bremsscheiben verschwinden bei Elektroautos nicht, aber Rekuperation verändert den Verschleiß und damit die Nachfrageprofile. Elektrische Pumpen und Thermomanagement bleiben dagegen wichtig. Off-Highway-, Nutzfahrzeug-, Spezial- und Performance-Anwendungen können stabiler sein als reine Pkw-Verbrennerkomponenten. Trotzdem ist das kein Selbstläufer. SHW muss beweisen, dass es nicht nur Umsatz halten, sondern dauerhaft akzeptable Nettomargen und freien Cashflow erwirtschaften kann.

Der größte Bewertungshebel liegt aus meiner Sicht nicht im täglichen Börsenkurs, sondern in der Frage, was der Großaktionär langfristig mit SHW macht. Bei rund 93,6 % wirtschaftlicher Kontrolle durch PANKL/Pierer ist der Streubesitz nur noch ein Restposten. Das kann irgendwann zu einer Bereinigung der Aktionärsstruktur führen. Es kann aber genauso gut bedeuten, dass Minderheitsaktionäre lange ohne Dividende und ohne Liquidität in einem kaum beachteten Wert hängen. Wer SHW kauft, kauft daher nicht nur einen Autozulieferer, sondern vor allem eine Wette auf Substanz und auf ein mögliches Strukturereignis.

Ich selbst bin hier nicht drin und habe auch keinen Einstieg vor. Mich interessieren vor allem deutsche Unternehmen nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern auch mit Blick auf ihre Historie. Dabei war die SHW AG im Zuge meiner Recherchen mit auf den Schirm geraten. 

Allen, die hier investiert sind, wünsche ich viel Erfolg. 

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boersenmurad
HV 2026
geht jemand hin? operativ läuft es wieder besser, der Umsatz war leicht rückläufig aber man hat sich auf die sehr deutliche Verbesserung der Marge konzentriert und das ist auch beeindruckend gelungen: Ebitda: 47 Mio bester Wert der letzten 5 Jahre Ebitdamarge 9,6% bester Wert der letzen 5 Jahre Ebit von 7 auf 13 Mio verdoppelt bester Wert der letzten 5 Jahre Der Ausblick auf 2026 ist auch positiv: Ausblick Konzern Leichtes Wachstum des Umsatzes, deutliches Wachstum des EBITDA sowie moderates Wachstum der EBITDA-Marge erwartet Der Vorstand der SHW AG rechnet auf Grundlage der erwarte ten gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmen bedingungen und unter Abwägung der Risiko- und Chancenpo tenziale für die SHW-Gruppe für das Geschäftsjahr 2026 mit einem leichten Wachstum des Umsatzes sowie einem deutlichen Wachstum des EBITDA und moderaten Wachstum der EBITDA Marge. Die Marktkapitalisierung der Aktie liegt bei ca 42 Mio, damit weniger als das Ebitda eines Jahres ...
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Mitsch
Die Marke muss jetzt halten
Sonst sieht es charttechnisch wirklich sehr schlecht aus. Falls es unter 32,90€ geht, werde ich meine gesamte Position verkaufen. Könnte dann im schlimmsten Fall noch mal bis 24,xx € gehen. Aber dann wäre die Bewertung echt schon lächerlich günstig.
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Mitsch
Nachdem es gestern so gut aussah,
geht es heute gleich wieder nach unten. Jetzt muss das Tief vom 08. August bei 32,90€ halten. Werde da eventuell ne kurzfristige Tradingposition aufbauen, falls die Aktie das Tief noch mal testet.
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Zockermaus
TBH1414 #195
(Die Jahresendrally lässt weiter auf sich warten.) Die beginnt immer erst im Oktober nach den Zahlen. Der September gehört zu den börsenschwachen Monaten. LG Maus
"Mit Speck fängt man Mäuse, mit Versprechungenen Aktionäre" (Börsenweisheit)
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ChrisMy
demnächst
Ich denke der Kurs zieht demnächst wieder an. Werde mir noch ein paar Stücke holen.
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Häufig gestellte Fragen zur SHW Aktie und zum SHW Kurs

Der aktuelle Kurs der SHW Aktie liegt bei 6,60 €.

Für 1.000€ kann man sich 151,52 SHW Aktien kaufen.

Die 1 Monats-Performance der SHW Aktie beträgt aktuell 3,94%.

Die 1 Jahres-Performance der SHW Aktie beträgt aktuell 9,09%.

Der Aktienkurs der SHW Aktie liegt aktuell bei 6,60 EUR. In den letzten 30 Tagen hat die Aktie eine Performance von 3,94% erzielt.
Auf 3 Monate gesehen weist die Aktie von SHW eine Wertentwicklung von 9,09% aus und über 6 Monate sind es 15,79%.

Das 52-Wochen-Hoch der SHW Aktie liegt bei 7,30 €.

Das 52-Wochen-Tief der SHW Aktie liegt bei 5,60 €.

Das Allzeithoch von SHW liegt bei 56,40 €.

Das Allzeittief von SHW liegt bei 4,50 €.

Die Volatilität der SHW Aktie liegt derzeit bei 42,15%. Diese Kennzahl zeigt, wie stark der Kurs von SHW in letzter Zeit schwankte.

Ja, SHW zahlt Dividenden. Zuletzt wurde am 08.05.2019 eine Dividende in Höhe von 0,040 € gezahlt.

Zuletzt hat SHW am 08.05.2019 eine Dividende in Höhe von 0,040 € gezahlt.
Dies entspricht einer Dividendenrendite von 0,61%. Die Dividende wird jährlich gezahlt.

Die letzte Dividende von SHW wurde am 08.05.2019 in Höhe von 0,040 € je Aktie ausgeschüttet.
Das ergibt, basierend auf dem aktuellen Kurs, eine Dividendenrendite von 0,61%.

Die Dividende wird jährlich gezahlt.

Der letzte Zahltag der Dividende war am 08.05.2019. Es wurde eine Dividende in Höhe von 0,040 € gezahlt.

Um eine Dividende ausgezahlt zu bekommen, muss man die Aktie am Ex-Tag (Ex-Date) im Depot haben.