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Ryanair Holdings Aktie (ADR)

Aktie
WKN:  A142FC ISIN:  US7835132033 US-Symbol:  RYAAY Branche:  Fluggesellschaften Land:  Irland
60,50 €
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12:31:46 Uhr
Depot/Watchlist
Marktkapitalisierung *
33,19 Mrd. €
Streubesitz
55,03%
KGV
-
Dividende
0,45 $
Dividendenrendite
0,65%
Faktor
0.5
Originalaktie
Ryanair Holdings Aktie (ADR) Chart

Unternehmensbeschreibung

Ryanair Holdings plc ist eine irische börsennotierte Luftfahrt-Holding mit Fokus auf kostenführende Punkt-zu-Punkt-Verbindungen im europäischen Kurz- und Mittelstreckenverkehr. Die Gruppe betreibt eine der größten Flotten von Boeing-737-Flugzeugen in Europa und adressiert vor allem preissensitive Privatreisende sowie zunehmend auch kostenbewusste Geschäftsreisende. Das Unternehmen gilt als archetypischer Low-Cost-Carrier und prägt seit den 1990er-Jahren die Konsolidierung und Liberalisierung des europäischen Luftverkehrsmarktes. Für Anleger fungiert Ryanair als Hebel auf Luftverkehrsnachfrage, Tourismusströme und Kaufkraftentwicklung in Europa.

Geschäftsmodell und Erlösquellen

Das Geschäftsmodell von Ryanair ist konsequent auf eine Kostenführerschaftsstrategie ausgerichtet. Die Airline setzt auf ein Single-Type-Flottenkonzept mit standardisierten Boeing-737-Mustern, hohe Auslastung, schnelle Bodenzeiten und überwiegend Direktverbindungen ohne komplexe Umsteigestrukturen. Die Erlöse resultieren aus zwei Hauptsäulen: dem Ticketverkauf im Linienverkehr und einem breiten Portfolio an Nebenumsätzen (Ancillary Revenues). Zu den Nebenumsätzen zählen insbesondere entgeltpflichtiges Aufgabegepäck, Sitzplatzreservierungen, Priority Boarding, Bordverkauf, Provisionsmodelle mit Mietwagen-, Hotel- und Versicherungsanbietern sowie Werbeerlöse. Ryanair nutzt eine konsequent digitale Distributionsstrategie über Website und App und verzichtet weitgehend auf klassische Vertriebskanäle wie Reisebüros oder GDS-Systeme. Der Fokus auf Sekundärflughäfen mit niedrigeren Gebühren, vereinfachten Abfertigungsprozessen und geringerer Slot-Konkurrenz reduziert die operativen Stückkosten. Das Geschäftsmodell kombiniert damit hohe Flottenproduktivität, strikte Kostenkontrolle und ertragsstarke Zusatzleistungen zu einem skalierbaren Low-Cost-Netzwerk.

Mission und strategische Leitlinien

Die Mission von Ryanair lässt sich vereinfacht als Bereitstellung von möglichst niedrigen Flugtarifen bei hoher operativer Zuverlässigkeit im europäischen Luftverkehr beschreiben. Strategisch strebt das Management die Positionierung als kostengünstigste und zugleich pünktlichste große Airline Europas an. Aus Investorensicht basiert die Mission auf folgenden Leitlinien: erstens Maximierung der Sitzplatzkilometer zu niedrigsten verfügbaren Stückkosten, zweitens aggressive Preisgestaltung zur Auslastungsoptimierung, drittens kontinuierliche Flottenmodernisierung mit fokus auf Treibstoffeffizienz, viertens laufende Digitalisierung von Buchungs-, Abfertigungs- und Kundenprozessen zur Senkung der Overheadkosten. Die Mission steht im Kontext eines harten Wettbewerbsumfelds, in dem Ryanair als Disruptor traditioneller Netzwerkcarrier auftritt und weiterhin auf strukturelle Marktanteilsgewinne in Europa abzielt.

Produkte, Dienstleistungen und Angebotsstruktur

Das Kernerzeugnis ist der Linienflug im europäischen Kurz- und Mittelstreckensegment im Economy-Segment ohne inkludierte Zusatzleistungen. Auf dieser Basis bietet Ryanair ein Baukastenprodukt mit optionalen Upgrades. Zu den wesentlichen Produktbestandteilen gehören:
  • Basisbeförderung im Economy-Tarif ohne Aufgabegepäck
  • Zusatzleistungen wie Aufgabegepäck, Sportgepäck, Priority Boarding und flexible Umbuchungsoptionen
  • Tarifbündel für Familien, Gruppen und Geschäftsreisende mit inkludierten Services
  • Digitale Services über App und Webportal, etwa mobile Bordkarten und Self-Service-Änderungen
  • Reisebezogene Zusatzprodukte wie Mietwagen, Hotels und Reiseversicherungen mit Provisionsmodell
Im Geschäftsreisemarkt versucht Ryanair über bessere Taktung auf nachfragestarken Strecken, priorisierte Abfertigung und Kooperationsangebote mit Travel-Management-Firmen zusätzliche Marktsegmente zu erschließen. Operativ bleibt das Produkt bewusst standardisiert, um Komplexität im Flugbetrieb zu begrenzen und Skaleneffekte voll auszuschöpfen.

Business Units und Konzernstruktur

Ryanair Holdings plc fungiert als Holdinggesellschaft über mehrere operativ tätige Fluggesellschaften, die jeweils mit eigenen AOCs (Air Operator Certificates) in unterschiedlichen europäischen Jurisdiktionen agieren. Zu den wesentlichen Einheiten gehören:
  • Ryanair DAC mit Sitz in Irland als historischer Kerncarrier
  • Ryanair UK als britische Einheit zur Sicherung der Verkehrsrechte nach dem Brexit
  • Buzz (ehemals Ryanair Sun) mit Schwerpunkt auf Betrieb in Mittel- und Osteuropa
  • Malta Air als Plattform für Wachstum und Flottenregistrierung in der EU
  • Laudamotion beziehungsweise Nachfolgestrukturen, die in der Vergangenheit zur Marktbearbeitung in Österreich und Zentraleuropa dienten
Die Holding bündelt Funktionen wie Flottenplanung, Finanzierung, Einkauf, Netzwerkplanung und zentrale IT, während die operativen Gesellschaften den Flugbetrieb entsprechend nationaler regulatorischer Rahmenbedingungen durchführen. Diese Struktur ermöglicht Flexibilität bei der Allokation von Flugzeugen und Verkehrsrechten und dient zugleich der Optimierung arbeits- und steuerrechtlicher Rahmenbedingungen innerhalb der EU.

Alleinstellungsmerkmale und Wettbewerbsposition

Ryanair differenziert sich im europäischen Luftverkehr durch eine Kombination aus ausgeprägter Kostenführerschaft, hoher Kapazität und aggressiver Preissetzung. Zu den wesentlichen Alleinstellungsmerkmalen zählen:
  • konsequente Single-Fleet-Strategie mit Fokus auf Boeing 737 zur Standardisierung von Wartung, Training und Ersatzteilhaltung
  • sehr hohe Flugzeugnutzung mit kurzen Bodenzeiten und dichter Flugplanung
  • breite Abdeckung von Sekundär- und Regionalflughäfen mit günstigen Entgeltstrukturen
  • starke Verhandlungsmacht gegenüber Flughäfen und Dienstleistern durch hohes Volumen
  • ausgeprägte Kultur der Kostenkontrolle und Prozessoptimierung im gesamten Unternehmen
Im Preis-Mengen-Segment des europäischen Point-to-Point-Verkehrs gehört Ryanair zu den dominanten Akteuren und beeinflusst die Preisbildung auf vielen Strecken maßgeblich. Das Unternehmen hat sich als unverzichtbarer Partner für zahlreiche Flughäfen mit touristischem Fokus etabliert und übt in diesen Märkten erheblichen Einfluss auf Passagierströme und Kapazitätsplanung aus.

Ökonomische Burggräben (Moats)

Der Wettbewerbsvorteil von Ryanair basiert weniger auf Markeneintrittsbarrieren im klassischen Sinne als auf kumulativen Kosten- und Skalenvorteilen. Wichtige Moats sind:
  • Skaleneffekte: Große und homogene Flotte, hohe Beschaffungsvolumina und Standardisierung senken die Stückkosten im Vergleich zu kleineren Wettbewerbern.
  • Netzwerk- und Flughafenzugänge: Langfristige Vereinbarungen mit vielen Sekundärflughäfen und gemeinsam aufgebaute Verkehrsnachfrage wirken als Barriere für neue Low-Cost-Anbieter.
  • Markenpositionierung im Low-Cost-Segment: Ryanair ist als „Billigflieger“ stark verankert, was die Preiserwartungen der Kunden prägt und Nachfrage selbst bei konjunktureller Schwäche stützen kann.
  • Operationelle Exzellenz: Routine im Umgang mit hohem Flugaufkommen, schnelle Turnarounds und effiziente Crewplanung sind organisatorisch schwer zu imitieren.
Diese Burggräben sind allerdings dynamisch und unterliegen technologischen, regulatorischen und wettbewerblichen Veränderungen. Für konservative Anleger bleibt zentral, ob Ryanair seine relativen Kosten- und Effizienzvorteile gegenüber neuen und etablierten Carriern langfristig verteidigen kann.

Wettbewerbsumfeld und Marktgegner

Ryanair agiert in einem fragmentierten, zyklischen und stark regulierten Markt. Zu den direkten Wettbewerbern im europäischen Low-Cost-Segment zählen vor allem:
  • easyJet mit starker Präsenz in Großbritannien, der Schweiz und auf kontinentaleuropäischen Primärflughäfen
  • Wizz Air mit Fokus auf Mittel- und Osteuropa und einem ebenfalls ausgeprägten Low-Cost-Ansatz
  • Vueling und andere Low-Cost-Töchter traditioneller Netzwerkcarrier in Südeuropa
Indirekte Konkurrenz entsteht durch Netzwerkairlines wie Lufthansa Group, Air France-KLM und IAG, die auf vielen Strecken mit Basis-Economy-Tarifen und eigenen Billigmarken agieren. Zusätzlich nimmt der Wettbewerb durch Hochgeschwindigkeitszüge auf bestimmten innereuropäischen Strecken zu, insbesondere in Westeuropa. Ryanair konkurriert dabei vorrangig über den Preis, aber auch über Frequenz, Streckenangebot und Reisezeit. Konsolidierungsprozesse und mögliche weitere Marktaustritte von kleineren Airlines können Ryanair zusätzliche Marktanteilsgewinne ermöglichen, erhöhen aber zugleich die regulatorische Aufmerksamkeit gegenüber marktbeherrschenden Positionen.

Management, Eigentümerstruktur und Strategie

Die Holding wird von einem erfahrenen Managementteam geführt, das seit Jahrzehnten im europäischen Luftverkehr aktiv ist. CEO Michael O'Leary gilt als treibende Kraft hinter der aggressiven Kostenführungsstrategie und ist eine prägende Figur des Unternehmens. Die Führung setzt auf eine klar quantifizierte, langfristige Flotten- und Wachstumsplanung, basierend auf großvolumigen Flugzeugbestellungen und einer kontinuierlichen Streckennetzoptimierung. Strategische Schwerpunkte des Managements sind:
  • Wachstum der Passagierkapazität und Verdichtung bestehender Routen
  • schrittweise Verbesserung der Kundenwahrnehmung ohne Aufgabe des Low-Cost-Profils
  • Ausbau des Geschäftsreiseanteils in ausgewählten Märkten
  • Investitionen in emissionsärmere Flugzeuggenerationen, um regulatorischen und gesellschaftlichen Anforderungen Rechnung zu tragen
Die Eigentümerstruktur ist breit gestreut mit institutionellen Anlegern und Privatinvestoren, wobei europarechtliche Vorgaben zur Eigentümerschaft in EU-Fluggesellschaften zu beachten sind. Corporate-Governance-Fragen, Arbeitsbeziehungen und der Umgang mit Regulierung stehen regelmäßig im Fokus von Öffentlichkeit und Investoren.

Branchen- und Regionsanalyse

Ryanair ist nahezu vollständig auf den europäischen Luftverkehrsmarkt fokussiert, einschließlich Verbindungen nach Nordafrika und in den Nahen Osten im begrenzten Umfang. Der Kernmarkt zeichnet sich aus durch:
  • Liberalisierte Binnenluftverkehrsrechte im EU/EWR-Raum
  • hohe Saisonalität mit Spitzen im Sommer- und Ferienreiseverkehr
  • starke Korrelation mit Tourismus, privatem Konsum und allgemeiner Konjunkturlage
  • zunehmende regulatorische Eingriffe in Form von Klimaauflagen, Steuern und Verbraucherschutzvorschriften
Der europäische Luftverkehr weist im Langfristtrend eine wachsende Nachfrage nach preisgünstigen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen auf, gleichzeitig nimmt der politische Druck in Richtung CO₂-Reduktion, Lärmschutz und alternativer Verkehrsträger zu. Für Ryanair eröffnet das Marktumfeld Chancen, Kapazität von schwächeren oder staatlich eingeschränkten Wettbewerbern zu übernehmen, birgt aber Risiken durch potenziell steigende Abgaben und operative Restriktionen. Geografisch ist Ryanair breit diversifiziert über zahlreiche Basen in West-, Mittel- und Südeuropa, was länderspezifische Nachfrageschwankungen teilweise ausgleicht.

Unternehmensgeschichte und Entwicklung

Ryanair wurde in den 1980er-Jahren in Irland gegründet und begann als kleine Regionalairline. Mit der Liberalisierung des europäischen Luftverkehrs in den 1990er-Jahren vollzog das Unternehmen den strategischen Wandel zum Low-Cost-Carrier nach dem Vorbild von US-Vorbildern. Eine konsequente Fokussierung auf günstige Tickets, standardisierte Flotte und Sekundärflughäfen ermöglichte ein starkes Wachstum und eine sukzessive Ausweitung des Streckennetzes über Irland und Großbritannien hinaus. In den 2000er- und 2010er-Jahren etablierte sich Ryanair als einer der größten Passagierbeförderer Europas und nutzte Marktverwerfungen sowie Krisenphasen im Luftverkehr wiederholt zur Expansion. Die Gesellschaft wandelte sich parallel von einer stark auf Punktpreis und Volumen ausgerichteten Marke zu einem etwas kundenfreundlicheren, aber weiterhin strikt kostenorientierten Anbieter. Die Gründung und Akquisition einzelner Tochtergesellschaften, insbesondere in Mittel- und Osteuropa, diente der regionalen Diversifikation und der Anpassung an unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen. Historisch war Ryanair häufig Gegenstand öffentlicher Kontroversen zu Themen wie Arbeitsbedingungen, Entschädigungspraktiken und Umwelteinfluss, was die reputationsbezogenen Risiken des Geschäftsmodells unterstreicht.

Besonderheiten und Risikofaktoren des Geschäftsmodells

Ryanairs Modell weist mehrere Besonderheiten auf, die für konservative Investoren relevant sind. Dazu zählen:
  • hoher Fixkostenblock durch Flugzeuge, Wartung und Slots, der eine stetige Auslastung erfordert
  • Abhängigkeit von einem einzigen Flugzeughersteller und wenigen Flugzeugtypen
  • konsequente Niedrigpreisstrategie, die den Spielraum bei Margen in Nachfrageschwächen begrenzt
  • ausgeprägter Fokus auf Sekundärflughäfen und vertragliche Abhängigkeiten von lokalen Behörden
  • regelmäßige arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen und Tarifkonflikte
Zusätzlich ist Ryanair besonders exponiert gegenüber regulatorischen Maßnahmen im Bereich Klimaschutz, Passagierrechten und Flughafengebühren. Image- und Reputationsrisiken können sich in Zeiten intensiver öffentlicher Diskussion über Flugemissionen und soziale Standards verstärken. Die strikte Kostendisziplin erhöht nach innen den Druck auf Prozesse, Personalplanung und Lieferketten, was bei Störungen, etwa durch Streiks oder operative Engpässe, zu überproportionalen Ausfällen führen kann.

Chancen für langfristig orientierte Anleger

Für konservative Anleger ergeben sich mögliche Chancen vor allem aus den strukturellen Eigenschaften des europäischen Luftverkehrs und der Marktposition von Ryanair. Potenzielle positive Treiber sind:
  • weitere Verlagerung von Nachfrage von Netzwerkcarriern zu Low-Cost-Airlines aufgrund von Preissensitivität
  • Marktbereinigung durch Krisen, die kapital- und kostenstärkere Anbieter begünstigt
  • Skaleneffekte durch Flottenmodernisierung mit effizienteren Flugzeugen, die Treibstoffverbrauch und CO₂-Kosten pro Sitz senken
  • Digitalisierung und Automatisierung von Kundenprozessen, die Overheadkosten und Fehleranfälligkeit verringern
  • Wachstum im intraeuropäischen Tourismus sowie zunehmende Kurzreisen, insbesondere bei jüngeren Kundengruppen
Sofern es Ryanair gelingt, seine Kostenführerschaft zu behaupten und regulatorische Anforderungen proaktiv zu adressieren, könnte das Unternehmen seine Marktstellung ausbauen und von einer langfristig wachsenden Passagiernachfrage in Europa profitieren. Die geografische Diversifikation im europäischen Raum kann zyklische Schwankungen in einzelnen Ländern abfedern, bleibt jedoch insgesamt konjunkturabhängig.

Risiken und Bewertung aus konservativer Anlegerperspektive

Dem gegenüber steht ein Bündel von Risiken, das für risikoaverse Anleger sorgfältig zu gewichten ist. Zentrale Faktoren sind:
  • branchenübliche hohe Volatilität der Ertragslage aufgrund von Konjunkturzyklen, geopolitischen Spannungen, Pandemien und Treibstoffpreisschwankungen
  • regulatorische Risiken durch potenzielle Flugsteuern, CO₂-Bepreisung, strengere Emissionsvorgaben und Einschränkungen kurzstreckiger Flüge
  • Wechselkursrisiken und Energiepreissensitivität, da Treibstoffkosten eine wesentliche Kostenkomponente darstellen
  • Abhängigkeit vom Managementstil einer stark profilierenden Führungspersönlichkeit
  • Arbeits- und Tarifkonflikte, die zu Streiks und Reputationsschäden führen können
  • mögliche Kapazitätsüberhänge im Markt, wenn mehrere Airlines gleichzeitig expandieren
Konservative Investoren sollten zudem die inhärente Zyklik der Luftfahrtbranche und die oftmals geringe Prognosesicherheit künftiger Margen berücksichtigen. Ein Engagement in Ryanair stellt damit eher eine Beteiligung an einem zyklischen, kapitalintensiven Geschäftsmodell mit strukturellen Wettbewerbsvorteilen im Low-Cost-Segment dar, jedoch ohne planbaren, stetigen Cashflow-Verlauf. Eine Anlageentscheidung erfordert neben der unternehmensspezifischen Analyse eine gründliche Einschätzung der allgemeinen Luftverkehrskonjunktur, der europäischen Regulierungsdynamik und der individuellen Risikotragfähigkeit, ohne dass daraus eine Empfehlung im engeren Sinne abgeleitet werden sollte.

Realtime-Kursdaten

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Schluss Vortag 60,50 €
Gehandelte Stücke 344
Tagesvolumen Vortag -  
Tagestief 60,50 €
Tageshoch 61,00 €
52W-Tief -  
52W-Hoch 63,00 €
Jahrestief -  
Jahreshoch 63,00 €

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Fundamentale Kennzahlen (2024)

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Marktkapitalisierung in Mio. -
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KBV (Kurs/Buchwert) -
KUV (Kurs/Umsatz) -
Eigenkapitalrendite -
Eigenkapitalquote -

Dividenden Historie

Datum Dividende
16.01.2026 0,45 $ (0,39 €)
12.09.2025 0,53 $ (0,46 €)
17.01.2025 0,47 $ (0,45 €)
13.09.2024 0,96 $ (0,87 €)
18.01.2024 0,97 $ (0,89 €)
23.10.2015 1,50 €
11.02.2015 1,90 €
14.11.2012 1,72 €
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Frankfurt 60,50 € +0,83%
60,00 € 08:35
München 60,00 € +0,84%
59,50 € 08:05
Stuttgart 60,50 € +0,83%
60,00 € 13:04
L&S RT 61,00 € +2,52%
59,50 € 13:53
NYSE 70,345 $ +1,20%
69,51 $ 21.01.26
Nasdaq 70,45 $ 0 %
70,45 $ 21.01.26
AMEX 70,38 $ +1,44%
69,38 $ 21.01.26
Tradegate 60,50 € 0 %
60,50 € 12:31
Quotrix 60,50 € +1,68%
59,50 € 07:27
Gettex 61,50 € +2,50%
60,00 € 13:43
Weitere Börsenplätze

Historische Kurse

Datum
Kurs
Volumen
21.01.26 60,50 0
20.01.26 59,50 93 T
19.01.26 61,50 15.280
16.01.26 59,00 944
15.01.26 59,50 4.973
Weitere Historische Kurse

Performance

Zeitraum Kurs %
1 Woche 59,50 € 0,00%
1 Monat 62,50 € -4,80%
6 Monate 53,00 € +12,26%
1 Jahr 42,60 € +39,67%
5 Jahre 34,60 € +71,97%

Unternehmensprofil Ryanair Holdings plc ADR

Ryanair Holdings plc ist eine irische börsennotierte Luftfahrt-Holding mit Fokus auf kostenführende Punkt-zu-Punkt-Verbindungen im europäischen Kurz- und Mittelstreckenverkehr. Die Gruppe betreibt eine der größten Flotten von Boeing-737-Flugzeugen in Europa und adressiert vor allem preissensitive Privatreisende sowie zunehmend auch kostenbewusste Geschäftsreisende. Das Unternehmen gilt als archetypischer Low-Cost-Carrier und prägt seit den 1990er-Jahren die Konsolidierung und Liberalisierung des europäischen Luftverkehrsmarktes. Für Anleger fungiert Ryanair als Hebel auf Luftverkehrsnachfrage, Tourismusströme und Kaufkraftentwicklung in Europa.

Geschäftsmodell und Erlösquellen

Das Geschäftsmodell von Ryanair ist konsequent auf eine Kostenführerschaftsstrategie ausgerichtet. Die Airline setzt auf ein Single-Type-Flottenkonzept mit standardisierten Boeing-737-Mustern, hohe Auslastung, schnelle Bodenzeiten und überwiegend Direktverbindungen ohne komplexe Umsteigestrukturen. Die Erlöse resultieren aus zwei Hauptsäulen: dem Ticketverkauf im Linienverkehr und einem breiten Portfolio an Nebenumsätzen (Ancillary Revenues). Zu den Nebenumsätzen zählen insbesondere entgeltpflichtiges Aufgabegepäck, Sitzplatzreservierungen, Priority Boarding, Bordverkauf, Provisionsmodelle mit Mietwagen-, Hotel- und Versicherungsanbietern sowie Werbeerlöse. Ryanair nutzt eine konsequent digitale Distributionsstrategie über Website und App und verzichtet weitgehend auf klassische Vertriebskanäle wie Reisebüros oder GDS-Systeme. Der Fokus auf Sekundärflughäfen mit niedrigeren Gebühren, vereinfachten Abfertigungsprozessen und geringerer Slot-Konkurrenz reduziert die operativen Stückkosten. Das Geschäftsmodell kombiniert damit hohe Flottenproduktivität, strikte Kostenkontrolle und ertragsstarke Zusatzleistungen zu einem skalierbaren Low-Cost-Netzwerk.

Mission und strategische Leitlinien

Die Mission von Ryanair lässt sich vereinfacht als Bereitstellung von möglichst niedrigen Flugtarifen bei hoher operativer Zuverlässigkeit im europäischen Luftverkehr beschreiben. Strategisch strebt das Management die Positionierung als kostengünstigste und zugleich pünktlichste große Airline Europas an. Aus Investorensicht basiert die Mission auf folgenden Leitlinien: erstens Maximierung der Sitzplatzkilometer zu niedrigsten verfügbaren Stückkosten, zweitens aggressive Preisgestaltung zur Auslastungsoptimierung, drittens kontinuierliche Flottenmodernisierung mit fokus auf Treibstoffeffizienz, viertens laufende Digitalisierung von Buchungs-, Abfertigungs- und Kundenprozessen zur Senkung der Overheadkosten. Die Mission steht im Kontext eines harten Wettbewerbsumfelds, in dem Ryanair als Disruptor traditioneller Netzwerkcarrier auftritt und weiterhin auf strukturelle Marktanteilsgewinne in Europa abzielt.

Produkte, Dienstleistungen und Angebotsstruktur

Das Kernerzeugnis ist der Linienflug im europäischen Kurz- und Mittelstreckensegment im Economy-Segment ohne inkludierte Zusatzleistungen. Auf dieser Basis bietet Ryanair ein Baukastenprodukt mit optionalen Upgrades. Zu den wesentlichen Produktbestandteilen gehören:
  • Basisbeförderung im Economy-Tarif ohne Aufgabegepäck
  • Zusatzleistungen wie Aufgabegepäck, Sportgepäck, Priority Boarding und flexible Umbuchungsoptionen
  • Tarifbündel für Familien, Gruppen und Geschäftsreisende mit inkludierten Services
  • Digitale Services über App und Webportal, etwa mobile Bordkarten und Self-Service-Änderungen
  • Reisebezogene Zusatzprodukte wie Mietwagen, Hotels und Reiseversicherungen mit Provisionsmodell
Im Geschäftsreisemarkt versucht Ryanair über bessere Taktung auf nachfragestarken Strecken, priorisierte Abfertigung und Kooperationsangebote mit Travel-Management-Firmen zusätzliche Marktsegmente zu erschließen. Operativ bleibt das Produkt bewusst standardisiert, um Komplexität im Flugbetrieb zu begrenzen und Skaleneffekte voll auszuschöpfen.

Business Units und Konzernstruktur

Ryanair Holdings plc fungiert als Holdinggesellschaft über mehrere operativ tätige Fluggesellschaften, die jeweils mit eigenen AOCs (Air Operator Certificates) in unterschiedlichen europäischen Jurisdiktionen agieren. Zu den wesentlichen Einheiten gehören:
  • Ryanair DAC mit Sitz in Irland als historischer Kerncarrier
  • Ryanair UK als britische Einheit zur Sicherung der Verkehrsrechte nach dem Brexit
  • Buzz (ehemals Ryanair Sun) mit Schwerpunkt auf Betrieb in Mittel- und Osteuropa
  • Malta Air als Plattform für Wachstum und Flottenregistrierung in der EU
  • Laudamotion beziehungsweise Nachfolgestrukturen, die in der Vergangenheit zur Marktbearbeitung in Österreich und Zentraleuropa dienten
Die Holding bündelt Funktionen wie Flottenplanung, Finanzierung, Einkauf, Netzwerkplanung und zentrale IT, während die operativen Gesellschaften den Flugbetrieb entsprechend nationaler regulatorischer Rahmenbedingungen durchführen. Diese Struktur ermöglicht Flexibilität bei der Allokation von Flugzeugen und Verkehrsrechten und dient zugleich der Optimierung arbeits- und steuerrechtlicher Rahmenbedingungen innerhalb der EU.

Alleinstellungsmerkmale und Wettbewerbsposition

Ryanair differenziert sich im europäischen Luftverkehr durch eine Kombination aus ausgeprägter Kostenführerschaft, hoher Kapazität und aggressiver Preissetzung. Zu den wesentlichen Alleinstellungsmerkmalen zählen:
  • konsequente Single-Fleet-Strategie mit Fokus auf Boeing 737 zur Standardisierung von Wartung, Training und Ersatzteilhaltung
  • sehr hohe Flugzeugnutzung mit kurzen Bodenzeiten und dichter Flugplanung
  • breite Abdeckung von Sekundär- und Regionalflughäfen mit günstigen Entgeltstrukturen
  • starke Verhandlungsmacht gegenüber Flughäfen und Dienstleistern durch hohes Volumen
  • ausgeprägte Kultur der Kostenkontrolle und Prozessoptimierung im gesamten Unternehmen
Im Preis-Mengen-Segment des europäischen Point-to-Point-Verkehrs gehört Ryanair zu den dominanten Akteuren und beeinflusst die Preisbildung auf vielen Strecken maßgeblich. Das Unternehmen hat sich als unverzichtbarer Partner für zahlreiche Flughäfen mit touristischem Fokus etabliert und übt in diesen Märkten erheblichen Einfluss auf Passagierströme und Kapazitätsplanung aus.

Ökonomische Burggräben (Moats)

Der Wettbewerbsvorteil von Ryanair basiert weniger auf Markeneintrittsbarrieren im klassischen Sinne als auf kumulativen Kosten- und Skalenvorteilen. Wichtige Moats sind:
  • Skaleneffekte: Große und homogene Flotte, hohe Beschaffungsvolumina und Standardisierung senken die Stückkosten im Vergleich zu kleineren Wettbewerbern.
  • Netzwerk- und Flughafenzugänge: Langfristige Vereinbarungen mit vielen Sekundärflughäfen und gemeinsam aufgebaute Verkehrsnachfrage wirken als Barriere für neue Low-Cost-Anbieter.
  • Markenpositionierung im Low-Cost-Segment: Ryanair ist als „Billigflieger“ stark verankert, was die Preiserwartungen der Kunden prägt und Nachfrage selbst bei konjunktureller Schwäche stützen kann.
  • Operationelle Exzellenz: Routine im Umgang mit hohem Flugaufkommen, schnelle Turnarounds und effiziente Crewplanung sind organisatorisch schwer zu imitieren.
Diese Burggräben sind allerdings dynamisch und unterliegen technologischen, regulatorischen und wettbewerblichen Veränderungen. Für konservative Anleger bleibt zentral, ob Ryanair seine relativen Kosten- und Effizienzvorteile gegenüber neuen und etablierten Carriern langfristig verteidigen kann.

Wettbewerbsumfeld und Marktgegner

Ryanair agiert in einem fragmentierten, zyklischen und stark regulierten Markt. Zu den direkten Wettbewerbern im europäischen Low-Cost-Segment zählen vor allem:
  • easyJet mit starker Präsenz in Großbritannien, der Schweiz und auf kontinentaleuropäischen Primärflughäfen
  • Wizz Air mit Fokus auf Mittel- und Osteuropa und einem ebenfalls ausgeprägten Low-Cost-Ansatz
  • Vueling und andere Low-Cost-Töchter traditioneller Netzwerkcarrier in Südeuropa
Indirekte Konkurrenz entsteht durch Netzwerkairlines wie Lufthansa Group, Air France-KLM und IAG, die auf vielen Strecken mit Basis-Economy-Tarifen und eigenen Billigmarken agieren. Zusätzlich nimmt der Wettbewerb durch Hochgeschwindigkeitszüge auf bestimmten innereuropäischen Strecken zu, insbesondere in Westeuropa. Ryanair konkurriert dabei vorrangig über den Preis, aber auch über Frequenz, Streckenangebot und Reisezeit. Konsolidierungsprozesse und mögliche weitere Marktaustritte von kleineren Airlines können Ryanair zusätzliche Marktanteilsgewinne ermöglichen, erhöhen aber zugleich die regulatorische Aufmerksamkeit gegenüber marktbeherrschenden Positionen.

Management, Eigentümerstruktur und Strategie

Die Holding wird von einem erfahrenen Managementteam geführt, das seit Jahrzehnten im europäischen Luftverkehr aktiv ist. CEO Michael O'Leary gilt als treibende Kraft hinter der aggressiven Kostenführungsstrategie und ist eine prägende Figur des Unternehmens. Die Führung setzt auf eine klar quantifizierte, langfristige Flotten- und Wachstumsplanung, basierend auf großvolumigen Flugzeugbestellungen und einer kontinuierlichen Streckennetzoptimierung. Strategische Schwerpunkte des Managements sind:
  • Wachstum der Passagierkapazität und Verdichtung bestehender Routen
  • schrittweise Verbesserung der Kundenwahrnehmung ohne Aufgabe des Low-Cost-Profils
  • Ausbau des Geschäftsreiseanteils in ausgewählten Märkten
  • Investitionen in emissionsärmere Flugzeuggenerationen, um regulatorischen und gesellschaftlichen Anforderungen Rechnung zu tragen
Die Eigentümerstruktur ist breit gestreut mit institutionellen Anlegern und Privatinvestoren, wobei europarechtliche Vorgaben zur Eigentümerschaft in EU-Fluggesellschaften zu beachten sind. Corporate-Governance-Fragen, Arbeitsbeziehungen und der Umgang mit Regulierung stehen regelmäßig im Fokus von Öffentlichkeit und Investoren.

Branchen- und Regionsanalyse

Ryanair ist nahezu vollständig auf den europäischen Luftverkehrsmarkt fokussiert, einschließlich Verbindungen nach Nordafrika und in den Nahen Osten im begrenzten Umfang. Der Kernmarkt zeichnet sich aus durch:
  • Liberalisierte Binnenluftverkehrsrechte im EU/EWR-Raum
  • hohe Saisonalität mit Spitzen im Sommer- und Ferienreiseverkehr
  • starke Korrelation mit Tourismus, privatem Konsum und allgemeiner Konjunkturlage
  • zunehmende regulatorische Eingriffe in Form von Klimaauflagen, Steuern und Verbraucherschutzvorschriften
Der europäische Luftverkehr weist im Langfristtrend eine wachsende Nachfrage nach preisgünstigen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen auf, gleichzeitig nimmt der politische Druck in Richtung CO₂-Reduktion, Lärmschutz und alternativer Verkehrsträger zu. Für Ryanair eröffnet das Marktumfeld Chancen, Kapazität von schwächeren oder staatlich eingeschränkten Wettbewerbern zu übernehmen, birgt aber Risiken durch potenziell steigende Abgaben und operative Restriktionen. Geografisch ist Ryanair breit diversifiziert über zahlreiche Basen in West-, Mittel- und Südeuropa, was länderspezifische Nachfrageschwankungen teilweise ausgleicht.

Unternehmensgeschichte und Entwicklung

Ryanair wurde in den 1980er-Jahren in Irland gegründet und begann als kleine Regionalairline. Mit der Liberalisierung des europäischen Luftverkehrs in den 1990er-Jahren vollzog das Unternehmen den strategischen Wandel zum Low-Cost-Carrier nach dem Vorbild von US-Vorbildern. Eine konsequente Fokussierung auf günstige Tickets, standardisierte Flotte und Sekundärflughäfen ermöglichte ein starkes Wachstum und eine sukzessive Ausweitung des Streckennetzes über Irland und Großbritannien hinaus. In den 2000er- und 2010er-Jahren etablierte sich Ryanair als einer der größten Passagierbeförderer Europas und nutzte Marktverwerfungen sowie Krisenphasen im Luftverkehr wiederholt zur Expansion. Die Gesellschaft wandelte sich parallel von einer stark auf Punktpreis und Volumen ausgerichteten Marke zu einem etwas kundenfreundlicheren, aber weiterhin strikt kostenorientierten Anbieter. Die Gründung und Akquisition einzelner Tochtergesellschaften, insbesondere in Mittel- und Osteuropa, diente der regionalen Diversifikation und der Anpassung an unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen. Historisch war Ryanair häufig Gegenstand öffentlicher Kontroversen zu Themen wie Arbeitsbedingungen, Entschädigungspraktiken und Umwelteinfluss, was die reputationsbezogenen Risiken des Geschäftsmodells unterstreicht.

Besonderheiten und Risikofaktoren des Geschäftsmodells

Ryanairs Modell weist mehrere Besonderheiten auf, die für konservative Investoren relevant sind. Dazu zählen:
  • hoher Fixkostenblock durch Flugzeuge, Wartung und Slots, der eine stetige Auslastung erfordert
  • Abhängigkeit von einem einzigen Flugzeughersteller und wenigen Flugzeugtypen
  • konsequente Niedrigpreisstrategie, die den Spielraum bei Margen in Nachfrageschwächen begrenzt
  • ausgeprägter Fokus auf Sekundärflughäfen und vertragliche Abhängigkeiten von lokalen Behörden
  • regelmäßige arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen und Tarifkonflikte
Zusätzlich ist Ryanair besonders exponiert gegenüber regulatorischen Maßnahmen im Bereich Klimaschutz, Passagierrechten und Flughafengebühren. Image- und Reputationsrisiken können sich in Zeiten intensiver öffentlicher Diskussion über Flugemissionen und soziale Standards verstärken. Die strikte Kostendisziplin erhöht nach innen den Druck auf Prozesse, Personalplanung und Lieferketten, was bei Störungen, etwa durch Streiks oder operative Engpässe, zu überproportionalen Ausfällen führen kann.

Chancen für langfristig orientierte Anleger

Für konservative Anleger ergeben sich mögliche Chancen vor allem aus den strukturellen Eigenschaften des europäischen Luftverkehrs und der Marktposition von Ryanair. Potenzielle positive Treiber sind:
  • weitere Verlagerung von Nachfrage von Netzwerkcarriern zu Low-Cost-Airlines aufgrund von Preissensitivität
  • Marktbereinigung durch Krisen, die kapital- und kostenstärkere Anbieter begünstigt
  • Skaleneffekte durch Flottenmodernisierung mit effizienteren Flugzeugen, die Treibstoffverbrauch und CO₂-Kosten pro Sitz senken
  • Digitalisierung und Automatisierung von Kundenprozessen, die Overheadkosten und Fehleranfälligkeit verringern
  • Wachstum im intraeuropäischen Tourismus sowie zunehmende Kurzreisen, insbesondere bei jüngeren Kundengruppen
Sofern es Ryanair gelingt, seine Kostenführerschaft zu behaupten und regulatorische Anforderungen proaktiv zu adressieren, könnte das Unternehmen seine Marktstellung ausbauen und von einer langfristig wachsenden Passagiernachfrage in Europa profitieren. Die geografische Diversifikation im europäischen Raum kann zyklische Schwankungen in einzelnen Ländern abfedern, bleibt jedoch insgesamt konjunkturabhängig.

Risiken und Bewertung aus konservativer Anlegerperspektive

Dem gegenüber steht ein Bündel von Risiken, das für risikoaverse Anleger sorgfältig zu gewichten ist. Zentrale Faktoren sind:
  • branchenübliche hohe Volatilität der Ertragslage aufgrund von Konjunkturzyklen, geopolitischen Spannungen, Pandemien und Treibstoffpreisschwankungen
  • regulatorische Risiken durch potenzielle Flugsteuern, CO₂-Bepreisung, strengere Emissionsvorgaben und Einschränkungen kurzstreckiger Flüge
  • Wechselkursrisiken und Energiepreissensitivität, da Treibstoffkosten eine wesentliche Kostenkomponente darstellen
  • Abhängigkeit vom Managementstil einer stark profilierenden Führungspersönlichkeit
  • Arbeits- und Tarifkonflikte, die zu Streiks und Reputationsschäden führen können
  • mögliche Kapazitätsüberhänge im Markt, wenn mehrere Airlines gleichzeitig expandieren
Konservative Investoren sollten zudem die inhärente Zyklik der Luftfahrtbranche und die oftmals geringe Prognosesicherheit künftiger Margen berücksichtigen. Ein Engagement in Ryanair stellt damit eher eine Beteiligung an einem zyklischen, kapitalintensiven Geschäftsmodell mit strukturellen Wettbewerbsvorteilen im Low-Cost-Segment dar, jedoch ohne planbaren, stetigen Cashflow-Verlauf. Eine Anlageentscheidung erfordert neben der unternehmensspezifischen Analyse eine gründliche Einschätzung der allgemeinen Luftverkehrskonjunktur, der europäischen Regulierungsdynamik und der individuellen Risikotragfähigkeit, ohne dass daraus eine Empfehlung im engeren Sinne abgeleitet werden sollte.
Hinweis

Stammdaten

Marktkapitalisierung 33,19 Mrd. €
Aktienanzahl 530,00 Mio.
Streubesitz 55,03%
Währung EUR
Land Irland
Sektor Industrie
Branche Fluggesellschaften
Aktientyp ADR

Aktionärsstruktur

+44,97% Weitere
+55,03% Streubesitz

Community-Beiträge zu Ryanair Holdings plc ADR

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bauwi
Mal einen Blick drauf werfen!
Die ist ganz schön zurückgekommen! Landet bald auf der Watch!!
MfG bauwi Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern das er nicht tun muß, was er nicht will.
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ruhrpott
Ryanair: Bald gratis fliegen
Michael O’Leary, Chef des Billig-Fliegers Ryanair, im Interview mit der WirtschaftsWoche über Wettbewerber, seinen Aktienkurs, die Konkurrenz zur Bahn und neue Zusatzgeschäfte. Herr O’Leary, der Wettbewerb zwischen den Billigfluglinien wird immer härter, die Preise geben weiter nach. Macht das dem Marktführer Ryanair Sorgen? Unsinn. Ich freue mich über mehr Wettbewerb. Denn uns macht das nur noch stärker als wir ohnehin schon sind. Wir haben die niedrigsten Kosten, wir sind mit einer Umsatzrendite von mehr als 25 Prozent die profitabelste Fluglinie der Welt. Wir wachsen kräftig, zuletzt mit mehr als 40 Prozent pro Jahr. Das honoriert auch die Börse, denn mit einer Börsenkapitalisierung von fünf Milliarden Euro ist Ryanair mittlerweile mehr wert als Lufthansa und British Airways zusammen. Aber im Moment sieht es so aus, als würden etwa die TUI-Tochter Hapag-Lloyd Express (HLX) und die Lufthansa-Beteiligung Germanwings mit Preisen von unter zehn Euro Ihre Airline unterbieten. Wie passt das zusammen? Das sind doch nur Sonderaktionen, die zeigen, wie schwer es die Neulinge am Markt haben. Das bringt denen überhaupt nichts, es vergrößert nur die ohnehin schon riesigen Verluste. Und am Ende hilft es uns, denn wer einmal billig geflogen ist, hört nie wieder damit auf. Nur kommt er das nächste Mal zu Ryanair. Was passiert Ihrer Meinung nach mit HLX und Germanwings? Ich bin gespannt, wie lange sich die Mütter das anschauen werden. TUI hat kein schönes Jahr, und da freut sich kein Aktionär über ’zig Millionen Euro zusätzliche Verluste. Auch Lufthansa kann sich die roten Zahlen auf Dauer nicht leisten. Ich glaube, dass HLX und Germanwings irgendwann geschlossen oder übernommen werden. Wenn die beiden Konzerne mit diesen Verlusten aber ihr Kerngeschäft sichern, weil sie die anderen Billigflieger in Deutschland klein halten, lohnt sich das doch. Ach was. Die halten uns nicht auf. Wir haben die niedrigeren Kosten und lassen uns nicht verjagen. o.k., TUI und Lufthansa haben vielleicht Easyjet abgeschreckt, die Deutsche BA zu übernehmen. Aber die tauchen in ein paar Jahren wieder auf und kaufen dann halt Germanwings, HLX oder sonstwen. Alle diese Pseudobilligflieger kommen doch nie aus den roten Zahlen. Und wer in unserem Geschäft Verluste macht, wird übernommen. Nur die Kostenführer überleben. Ihre Marktkapitalisierung entspricht etwa dem sechsfachen Jahresumsatz, ein Wert der eher an die New-Economy-Blase erinnert. Muss Ihr Aktienkurs nicht bald Luft ablassen? Nein. Wir halten seit elf Jahren eine Umsatzrendite von gut 20 Prozent, besitzen ein Nettovermögen von einer Milliarde Euro und hatten im vorigen Jahr einen Gewinn nach Steuern von mehr als 230 Millionen Euro. Wir können es natürlich auch vermasseln, doch wir haben alle Voraussetzungen, es zu packen. Es gibt eine fast unerschöpfliche Nachfrage nach billigen Flügen, die keiner so gut befriedigt wie wir. Hält das Modell noch ein Jahr? Sicher. Noch fünf Jahre? Wahrscheinlich. Noch 50 Jahre? Keine Ahnung. Aber im Augenblick denkt ja auch fast kein Anleger weiter als drei Monate in die Zukunft. Wegen des Irakkrieges und SARS hat die Börse Airlineaktien abgestraft. Auch Ihre durchschnittlichen Ticketpreise sinken. Fürchten Sie keinen Angriff von Hedge-Fonds, die versuchen, den Kurs der Ryanair-Aktie mit Leerverkäufen zu drücken, um sich später billig wieder einzudecken? Den hatten wir bereits. Und? War kein Problem. Die Leerverkäufer haben Lehrgeld gezahlt. Als unser Kurs kurzfristig gesunken ist, haben das die Anleger zum Einstieg genutzt. Aber sind Sie nicht zum Wachsen verdammt, wenn Sie Ihre Kostenführerschaft und Ihren Börsenkurs halten wollen? Nicht verdammt. Wir müssen wachsen, um endlich all die vernachlässigten Märkte zu bedienen. Wir werden im Mai gegenüber dem Vorjahr mehr als 50 Prozent zulegen. Müssen Sie dabei nicht statt Masse endlich mehr Klasse, also mehr Geschäftsreisende bekommen, die deutlich teurere Tickets kaufen als Touristen? In Deutschland machen die im Moment noch einen Bogen um Ryanair. Im Rest von Europa nicht. Bei uns sind längst 46 Prozent aller Kunden Geschäftsreisende. Egal, was Lufthansa sagt: Wir bieten Managern mehr als sie. Wir schenken morgens um sieben zwar keinen schlechten Champagner aus. Doch dafür sparen unsere Kunden viel Geld, haben mehr Verbindungen zur Auswahl und verlieren am Flughafen weniger Zeit. Deshalb gibt es in fünf Jahren in Europa auch keine Businessclass mehr, sondern nur noch Economy. In England ist es bereits schick, hinten zu sitzen. In Deutschland nicht. Aber nicht mehr lange. Ich verstehe euch Deutsche einfach nicht. Eure Wirtschaft schmiert ab und die Manager der Verlustmacher achten nicht auf ihre Bilanz, sondern verpulvern das Geld ihrer Aktionäre, weil sie für 500 Euro Businessclass fliegen statt für 80 Economy. Ihr müsstet mal recherchieren, für welche Unternehmen diese Leute da vorn arbeiten und dann für deren Aktien Verkaufsempfehlungen schreiben. In Deutschland gibt es eine politische Strömung gegen die Billigflieger, weil sie keine Steuern zahlen und der umweltfreundlichen Bahn die Kunden stehlen. Was für ein unglaublicher Blödsinn. Keiner zahlt doch heute höhere Abgaben als ein Flugpassagier. Ob Sicherheitskontrollen, Abfertigung, Start, Überflug, Landung: An jedem verdammten Punkt der Reise kassiert irgendwer Steuern in empörender Höhe. Und dass wir der Bahn die Kunden klauen ist der gleiche Unfug. Wenn die weniger Kunden haben, liegt das nicht an uns, sondern an ihren überhöhten Preisen. Die Bahnen brauchen jetzt endlich mal Konkurrenz, damit sie billiger werden. Die Pläne gehen aber eher in Richtung höherer Steuern auf Flüge. Das ist doch unglaublich. Glauben eure Politiker wirklich, sie können euch das Reisen verleiden, jetzt wo sich auch die Deutschen ans billige Fliegen gewöhnt haben? Die Bahn kann doch nicht allen Ernstes fordern, Fliegen künstlich zu verteuern. Deren Manager müssen endlich einsehen, ihre Feinde sind nicht die bösen Fluglinien, sondern das Sofa daheim. Wir wissen: Die Hälfte unserer Kunden wäre ohne billige Tickets gar nicht gereist. Die Entscheidung ist also nicht „Zug oder Flug?“, sondern „Sehe ich mir das Fußballspiel zu Hause im Fernsehen oder in einer anderen Stadt im Stadion an“? Die Bahnen in ganz Europa müssen endlich das Reisen billiger machen und ihre gewaltigen Kosten senken. Das machen wir ja auch. Sie senken nicht nur Kosten. Sie verdienen auch immer mehr mit Nebengeschäften. Auf Ihrer Internetseite verkauft Rynair Übernachtungen, Telefonkarten und CDs. Wie wichtig ist das für Sie? Es wird immer wichtiger. Inzwischen machen wir so 16 Prozent unserer Umsätze und einen noch größeren Teil der Gewinne. Drei Viertel unserer Kunden nutzen das Angebot schon. Und wir sind erst am Anfang. Schädigt ein solcher Gemischtwarenladen nicht die Marke Ryanair? Nein, denn wir sind ja reine Vermittler. Und wenn wir es nicht machen, kassiert jemand anders das Geld unserer Passagiere. Da machen wir das Geschäft doch lieber selbst. Inzwischen tun sich da Felder auf, an die wir nie gedacht hätten, wie Hypotheken. Als wir das Angebot bekamen, dachte ich zuerst, „Verzieht euch“. Heute verkaufen wir zwei Immobilienfinanzierungen im Monat und kassieren eine ordentliche Provision. Außerdem werden wir unsere Kooperation mit Vodafone weiter ausbauen: Wir verkaufen an Bord deren Telefonkarten, mit denen die Passagiere im Zielland billiger telefonieren. Wird bei den vielen Angeboten auf Ihrer Web-Site der Flug nicht bald zur Nebensache? Das Fliegen nicht, aber vielleicht die Einnahmen daraus. Zu unserem Geschäftsplan gehört es, dass die durchschnittlichen Ticketpreise jährlich um fünf Prozent oder mehr sinken. Und je mehr wir woanders verdienen, umso billiger wird das Fliegen. Hat das nicht eine natürliche Grenze? Nein. Ich sehe keinen Grund, warum nicht bald alle unsere Passagiere gratis fliegen und jemand anders zahlt. Ein Telefonunternehmen sponsort die Ansagen an Bord, eine Autovermietung das Kerosin. Jeder, der im Flugzeug einen Kaffee oder eine Zeitung kauft, leistet einen Betrag. Die Flughäfen werden ohnehin immer mehr zu Einkaufspassagen. Warum sollen die nicht dafür zahlen, dass wir ihnen Kunden bringen. In Irland gibt es ja auch kostenlose Rundfahrten für Touristen. Da halten die Busfahrer an bestimmten Läden und kassieren eine Provision für den Umsatz, den ihre Fahrgäste da machen. Ich glaube, wir brauchen einfach ein völlig neues Denken. Portrait: Michael O’Leary ist seit 1994 Chef von Europas größter Billigfluglinie Ryanair. Als Steuerberater bei KPMG betreute er Ryanair-Gründer Tony Ryan. Der holte ihn 1988 in seine defizitäre Vollserviceairline, die O’Leary zur Billiglinie umwandelte. Auf seiner Farm bei Dublin züchtet der 42-Jährige Rinder und Pferde. Dank seines Ryanair-Anteils von zuletzt acht Prozent zählt er zu den reichsten Iren. RÜDIGER KIANI-KRESS 22.4.2003 Viele Grüße aus dem Ruhrpott
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Häufig gestellte Fragen zur Ryanair Holdings Aktie und zum Ryanair Holdings Kurs

Der aktuelle Kurs der Ryanair Holdings Aktie liegt bei 60,50 €.

Für 1.000€ kann man sich 16,53 Ryanair Holdings Aktien kaufen.

Das Tickersymbol der Ryanair Holdings Aktie lautet RYAAY.

Die 1 Monats-Performance der Ryanair Holdings Aktie beträgt aktuell -4,80%.

Die 1 Jahres-Performance der Ryanair Holdings Aktie beträgt aktuell 39,67%.

Der Aktienkurs der Ryanair Holdings Aktie liegt aktuell bei 60,50 EUR. In den letzten 30 Tagen hat die Aktie eine Performance von -4,80% erzielt.
Auf 3 Monate gesehen weist die Aktie von Ryanair Holdings eine Wertentwicklung von 12,26% aus und über 6 Monate sind es 12,26%.

Das 52-Wochen-Hoch der Ryanair Holdings Aktie liegt bei 63,00 €.

Das 52-Wochen-Tief der Ryanair Holdings Aktie liegt bei 0,00 €.

Das Allzeithoch von Ryanair Holdings liegt bei 63,00 €.

Das Allzeittief von Ryanair Holdings liegt bei 0,00 €.

Die Volatilität der Ryanair Holdings Aktie liegt derzeit bei 45,06%. Diese Kennzahl zeigt, wie stark der Kurs von Ryanair Holdings in letzter Zeit schwankte.

Die Marktkapitalisierung beträgt 33,19 Mrd. €

Am 30.09.2024 gab es einen Split im Verhältnis 1:2.5.

Am 30.09.2024 gab es einen Split im Verhältnis 1:2.5.

Ryanair Holdings hat seinen Hauptsitz in Irland.

Ryanair Holdings gehört zum Sektor Fluggesellschaften.

Ja, Ryanair Holdings zahlt Dividenden. Zuletzt wurde am 16.01.2026 eine Dividende in Höhe von 0,45 $ (0,39 €) gezahlt.

Zuletzt hat Ryanair Holdings am 16.01.2026 eine Dividende in Höhe von 0,45 $ (0,39 €) gezahlt.
Dies entspricht einer Dividendenrendite von 0,65%. Die Dividende wird halbjährlich gezahlt.

Die letzte Dividende von Ryanair Holdings wurde am 16.01.2026 in Höhe von 0,45 $ (0,39 €) je Aktie ausgeschüttet.
Das ergibt, basierend auf dem aktuellen Kurs, eine Dividendenrendite von 0,65%.

Die Dividende wird halbjährlich gezahlt.

Der letzte Zahltag der Dividende war am 16.01.2026. Es wurde eine Dividende in Höhe von 0,45 $ (0,39 €) gezahlt.

Um eine Dividende ausgezahlt zu bekommen, muss man die Aktie am Ex-Tag (Ex-Date) im Depot haben.