- Rigetti hat einen Kursgewinn von 50 Prozent 2025.
- IonQ verzeichnete einen Umsatzanstieg von 200 Prozent.
- Rigetti plant eine Erhöhung der Qubit-Zahl auf über 1.000.
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Kursentwicklung seit Jahresanfang
Quantencomputer-Aktien gehören 2025 zu den spekulativsten, aber auch auffälligsten Technologiewerten an der Börse. Rigetti Computing kommt bislang auf einen Kursgewinn von knapp 50 Prozent seit Jahresbeginn, während IonQ rund 15 Prozent zulegen konnte . Auf den ersten Blick scheint Rigetti damit klar vorne zu liegen.
Doch Kursdynamik allein sagt wenig darüber aus, welches Unternehmen strategisch besser positioniert ist. Genau dieser Frage widmete sich jüngst auch das US-Anlegerportal The Motley Fool, das IonQ und Rigetti miteinander verglich.
IonQ: Präzision, Ökosystem und Finanzkraft
Quantencomputing steckt noch in einer sehr frühen Phase, die Umsätze sind gering und die Verluste hoch. Entscheidend ist daher weniger die aktuelle Ertragslage als vielmehr die technologische Richtung.
IonQ setzt auf sogenannte gefangene Ionen. Statt künstlich hergestellter Qubits nutzt das Unternehmen echte Ytterbium- und Bariumatome. Da jedes Atom eines Elements identisch ist, gilt diese Technologie als besonders stabil und fehlerarm – ein zentraler Vorteil in einem Bereich, in dem Fehlerraten das größte Entwicklungshemmnis darstellen.
Ein weiterer Pluspunkt: IonQ muss keine neuen Chips designen, um seine Systeme leistungsfähiger zu machen. Die Rechenleistung lässt sich durch das Hinzufügen weiterer Ionen steigern, was langfristig Skalierungsvorteile bringen könnte.
Strategisch orientiert sich IonQ am Vorbild Nvidia (Nvidia Aktie). Nicht nur die Hardware, sondern ein vollständiges Ökosystem soll den Ausschlag geben. Entsprechend hat das Unternehmen gezielt Zukäufe in den Bereichen Quantensensorik, photonische Verbindungstechnik, Satellitentechnologie und Halbleitertechnologie getätigt. Ergänzt wird dies durch eigene Softwarelösungen zur Fehlerreduktion.
Langfristig plant IonQ den Übergang zu einer modularen Architektur, bei der mehrere Ionenfallen über photonische Verbindungen gekoppelt werden. Das würde den Bau deutlich leistungsfähigerer Systeme ermöglichen.
Auch finanziell ist IonQ vergleichsweise solide aufgestellt. Das Unternehmen verfügt über hohe liquide Mittel und konnte zuletzt stark wachsen. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um mehr als 200 Prozent auf knapp 40 Millionen US-Dollar.
Rigetti: Geschwindigkeit als Trumpf
Rigetti verfolgt einen anderen technologischen Ansatz und setzt auf supraleitende Qubits. Diese gelten als deutlich schneller – teilweise ist von einem Geschwindigkeitsvorteil um den Faktor 10.000 die Rede.
Aktuell betreibt Rigetti ein chiplet-basiertes System mit mehr als 100 Qubits und einer Genauigkeit von rund 99,5 Prozent. Bis 2027 soll die Qubit-Zahl auf über 1.000 steigen. Allerdings liegt die Fehlerrate damit noch über der von IonQ, das bereits rund 99,99 Prozent erreicht.
In der Branche gilt: Erst ab etwa 99,9 Prozent Genauigkeit lassen sich effektive Fehlerkorrekturmechanismen sinnvoll einsetzen. Sollte Rigetti hier einen Durchbruch erzielen, könnte der enorme Geschwindigkeitsvorteil zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden.
Positiv werten Anleger zudem die Partnerschaft mit Nvidia. Rigettis Systeme lassen sich in die NVQLink-Plattform integrieren. Hinzu kommt ein mehrjähriger Vertrag mit der US-Luftwaffe sowie erste kommerzielle Verkäufe des Novera-QP-Systems.
Das Fazit
Trotz kurzfristig stärkerer Kursgewinne bei Rigetti erscheint IonQ langfristig besser aufgestellt. Die stabilere Technologie, der Fokus auf Skalierung und das Ökosystem-Konzept könnten IonQ 2026 den Performance-Vorsprung verschaffen. Entscheidend werden technologische Meilensteine wie praxistaugliche Fehlerkorrektur und modulare Quanten-Architekturen sein.
Redaktion Ariva/MW
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