- Ottobock hebt Jahresziele für das Gesamtjahr an.
- Das organische Umsatzwachstum soll 2026 zwischen 6-8% liegen.
- Berenberg belässt die Aktienbewertung auf Hold.
- Energiekrise als Kurstreiber:
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Julian Schick Nach den jüngsten Zahlen zum zweiten Quartal schraubt die Führung von Ottobock die Erwartungen für das Gesamtjahr nach oben. Dank einer kräftigen Nachfrage im B2B-Segment steigen sowohl Umsatz als auch Profitabilität schneller als gedacht.
Das organische Umsatzwachstum des Medizintechnikkonzerns soll 2026 nun zwischen 6 und 8 Prozent erreichen. Bisher hatte das Management im schlechtesten Fall 5 Prozent für möglich gehalten. Auch bei der operativen Marge legt das Unternehmen nach. Statt der bisher angestrebten 26,5 Prozent peilt das Management für das laufende Jahr eine bereinigte EBITDA-Marge von mehr als 27 Prozent an.
Haupttreiber dieser Entwicklung war im abgelaufenen Jahresviertel die B2B-Sparte mit Komponenten und Produkten für Geschäftskunden. Hier kletterte der organische Umsatz um 11,7 Prozent. Vor allem mechatronische Prothesen und neuro-orthopädische Lösungen verzeichneten regen Zulauf.
Begünstigt wurde dieses Ergebnis durch die Ausweitung der Kostenübernahme für mikroprozessorgesteuerte Kniegelenke durch die US-Krankenversicherung Medicare. Zögerten Kunden zu Jahresbeginn noch mit Bestellungen, haben sich die Auslieferungen im zweiten Quartal wieder normalisiert.
In der Direktversorgung von Patientinnen und Patienten verlief das Geschäft hingegen etwas verhaltener. Das organische Wachstum im B2C-Bereich verlangsamte sich im Vergleich zum Auftaktquartal leicht um knapp einen Prozentpunkt. Grund dafür waren Verschiebungen bei regionalen Ausschreibungen. Für die zweite Jahreshälfte rechnen Experten hier jedoch mit einer Erholung. Dazu beitragen soll auch der Zukauf von acht Behandlungskliniken in Norwegen, wo attraktive Erstattungsregeln für solide Erträge sorgen.
Trotz der angehobenen Prognose bleibt das Analystenhaus Berenberg vorerst auf der Bremse. Die Experten belassen die Aktie auf der Einstufung Hold und bestätigen ihr Kursziel von 66 Euro. Beim aktuellen Börsenkurs von 58,50 Euro ergibt sich zwar ein moderates Steigerungspotenzial, doch zwei Faktoren dämpfen den Optimismus.
Zum einen droht nach dem Ablauf der Sperrfrist für Alteigentümer ein erhöhtes Angebot an Aktien am Markt. Zum anderen läuft der Verkaufsprozess für Randaktivitäten wie den Bereich Human Mobility noch. Solange diese Unsicherheiten bestehen, sehen die Berenberg-Analysten noch keinen Anlass für einen Einstieg.
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