LUXEMBURG (dpa-AFX) - Deutschland und Frankreich haben nach dpa-Informationen einen gemeinsamen Vorschlag in die festgefahrenen Verhandlungen über eine Reform der EU-Fluggastrechte eingebracht. Sie schlagen vor, dass Fluggäste bei Verspätungen und Absagen künftig einheitlich ab drei Stunden eine Entschädigung in Höhe von 250 Euro bekommen. Die Fluggesellschaften sollen ihnen zudem einen Link zu einem Formular zur Verfügung stellen müssen, über das sie ihre Ansprüche einreichen können.
Für dich zusammengefasst:
Deutschland und Frankreich schlagen 250 Euro Entschädigung vor.
Die Entschädigung gilt bei Verspätungen ab drei Stunden.
Der Vorschlag wird im Rahmen einer EU-Reform diskutiert.
Bisher richtet sich die Höhe der Entschädigung nach der Entfernung des betroffenen Flugs. Bei Kurzstrecken bekommen Reisende 250 Euro, bei längeren Strecken mehr Geld.
Staaten werben für ihren Kompromiss-Vorschlag
Die beiden Staaten werben in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, dafür, dass der Vorschlag einfach und klar sei und sowohl ein hohes Niveau an Schutz für die Passagiere garantiere als auch die finanzielle Last für Luftfahrtunternehmen berücksichtige. Der Link auf das Erstattungsformular verbessere die Transparenz, argumentieren sie.
Vertreter der 27 EU-Staaten und des Europäischen Parlaments verhandeln über die Reform. Besonders umstritten sind laut Verhandlungskreisen unter anderem die Regelungen für Entschädigungen.
Diskutiert wird auch, wie es Passagieren erleichtert werden kann, ihre Ansprüche geltend zu machen. Die Abgeordneten hatten im Januar gefordert, dass Fluggesellschaften betroffenen Reisenden vorausgefüllte Formulare zur Verfügung stellen müssen. Bisher macht nur ein Teil der Betroffenen die Rechte bei Verspätungen geltend.
Offene Fragen
Deutschland und Frankreich fordern ein ausgewogenes Abkommen, auch unter Berücksichtigung anderer offener Fragen wie Gepäckvorgaben, außergewöhnlichen Umständen, die Fluggesellschaften von der Pflicht zur Erstattung befreien, den Auswirkungen, wenn Passagiere einen Flug verfallen lassen und den Regeln für Unternehmen aus Nicht-EU-Staaten.
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) kritisierte den Vorschlag als unausgewogen und sieht "eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung für die Branche". Die Zeit für eine Einigung drängt: Gibt es bis 15. Juni keine Einigung, scheitert die Reform./wea/DP/men
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