Das Robert-Noyce Gebäude in Santa Clara, Kalifornien, Hauptquartier der Intel Corporation.
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Analyst warnt: Intel-Staatseinstieg "schrecklich schlecht" für alle Beteiligten!

Das Research-Haus Cato Institute ist vom von US-Präsident Donald Trump erzwungenen Einstieg der USA beim angeschlagenen Halbleiterkonzern Intel nicht begeistert.
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Staatseinstieg soll Halbleiter-Loser Intel retten

Miese Earnings, kaum sichtbare Produktneuheiten – vor allem nicht im Bereich KI – und eine auf der Stelle tretende Aktie. Das ist nach den Jahren zuvor auch 2025 die traurige Bilanz des Halbleiter-Urgesteins Intel.

Einen Baustein aus der Misere sollte eine milliardenschwere Finanzspritze aus dem von Ex-Präsident Joe Biden verabschiedeten CHIPS-Act zur Förderung der Ansiedlung von Halbleiterunternehmen in den USA bilden. Doch daraus wird nichts, zumindest nicht in der ursprünglich beabsichtigten Form.

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Anstatt einer bedingungslosen Zusage hat US-Präsident Donald Trump Intel eine Beteiligung von etwa 10 Prozent abgepresst – eine "schrecklich schlechte" Entscheidung, wie das Research-Haus Cato Institute findet.

"Schrecklich schlechte Idee": Dieser Analyst ist richtig sauer!

Während Intel den Staatseinstieg in der vergangenen Woche als "historisch" bezeichnete, warnte Lead-Analyst Scott Lincicome vor schwerwiegenden Folgen des Deals, der die USA immer mehr in Richtung eines Staatskapitalismus nach chinesischem Vorbild driften lässt.

Lincicome warnt vor Auswirkungen nicht nur für Unternehmen, sondern auch die Technologieführerschaft der USA und der Gesamtwirtschaft. Er befürchtet, dass das Unternehmen zukünftig politischen Interessen ausgesetzt sein könnte, die gegenüber wirtschaftlichen Interessen in den Vordergrund rücken. Staatsunternehmen seien seiner Ansicht nach "notorisch langsam, aufgeblasen und unproduktiv."

Für andere Unternehmen fürchtet er, dass diese nun nicht nur mit Intel selbst, sondern auch mit "Uncle Sam" um Kunden und Kapital kämpfen müssen. Selbst Kunden von Intel stünden vor schweren Entscheidungen: Sie müssen künftig abwägen, ob sie Intel-Produkte unabhängig von der Qualität erwerben oder in Kauf nehmen, vom Staat gegängelt zu werden, wenn sie auf (leistungsfähigere) Konkurrenzprodukte setzen.

USA bald ohne verlässliches Investitionsklima?

Des Weiteren befürchtet der Analyst eine Verschlechterung des Investitionsklimas, wenn Unternehmen jederzeit befürchten müssen, unter dem Vorwand nationaler Sicherheit teilenteignet oder zu einem Zwangseinstieg verpflichtet zu werden.  Außerdem mache die Regierung Intel zu einem Ziel von Strafmaßnahmen anderer Regierungen, da die Beteiligung nun als wettbewerbsverzerrende Förderung angefochten werden könnte.

Seine Kritik schloss er mit dem Hinweis darauf, dass es Dutzende Wege gegeben habe, Intel zu unterstützen, sich die Regierung mit einem Einstieg beim wankenden Halbleiterhersteller aber für den schlechtmöglichsten entschieden habe.

Aktie kurzfristig mit Kursgewinnen, aber langfristig unverändert miese Bilanz

Ungeachtet der Kritik von Lincicome hat sich der Einstieg bei Intel für die USA bereits jetzt ausgezahlt. Die zu einem Stückpreis von 20,47 US-Dollar erworbenen 433,3 Millionen Anteile haben sich inzwischen auf knapp 25,00 US-Dollar und damit auf einen Wert von 10,8 Milliarden US-Dollar verteuert.

Gegenüber dem Stand vor einem Jahr steht nach einer langen, fruchtlosen Seitwärtsphase ein Plus von etwa 23,6 Prozent zu Buche. Nichtsdestotrotz ist die Aktie in den vergangenen 5 Jahren ein Kapitalvernichter gewesen: Die Gesamtrendite (inklusive inzwischen gestrichener Dividende) liegt bei 43,8 Prozent. Im selben Zeitraum hat ein Investment in den US-Gesamtmarktindex S&P 500 eine Performance von 104,9 Prozent abgeworfen.

Fazit: Die Gesamtlage rechtfertigt keinen Investment-Case

Scott Lincicome, Analyst beim Research-Haus Cato Institute, hat vor weitreichenden Folgen des staatlichen Einstieges bei Intel gewarnt. Er sieht negative Konsequenzen weit über die Grenzen des angeschlagenen Halbleitherstellers hinaus.

Völlig unabhängig davon, wie man den Einstieg bewerten mag, bietet die Aktie von Intel nach wie vor keinen Investment-Case. Ohne gegenüber den Konkurrenten AMD und Nvidia aufzuholen, wird die Geschäftsentwicklung, zumal aufstrebende Mitbewerber wie Huawei und Qualcomm mittelfristig ebenfalls im CPU- und GPU-Geschäft mitmischen werden

Ohne Rückkehr zu nachhaltig profitablen Geschäften bietet die Aktie auch keine attraktive Bewertung. Anlegerinnen und Anleger sollten sich die Opportunitätskosten sparen, auf ein Investment bei Intel verzichten und lieber auf die erfolgreiche Konkurrenz setzen.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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