Infineon-Aktie: Morgan Stanley haut die Bremse rein!

Max Gross Max Gross
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Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.

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KI-generiertes Symbolbild.
KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
Gerade zeichnete sich bei Infineon eine Trendwende ab, da kommt Morgan Stanley mit einem Downgrade daher. Seither ist die Aktie völlig aus dem Tritt geraten.
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Hinweis

Infineon: Gut, aber das war dieses Jahr auch schon deutlich besser

Insgesamt verläuft das Börsenjahr für die Anteile des deutschen Halbleiterprimus Infineon äußerst zufriedenstellend. Die Anteile notieren gegenüber dem Jahresauftakt mit einem Plus von 50 Prozent. Dank des starken Branchentrends konnten selbst uralte Kursrekorde, wie das auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase erzielte Allzeithoch, übertroffen werden.

In den vergangenen Sommermonaten korrigierte die Aktie jedoch stark. Ausgehend von den neuen Rekordnotierungen um 90 Euro büßte Infineon (Infineon Aktie) rund 40 Prozent an Wert ein und korrigierte damit deutlich stärker als der Rest der Branche, der sich gemessen am vielbeachteten Halbleiterindex Philadelphia Semiconductor um 25 Prozent verbilligt hat.

Werte aus dem Artikel:
Infineon Aktie 58,86 € -0,07%

Unerwartetes Downgrade – Morgan Stanley würgt Erholung ab

Nach einem im August zähen Kursgeschehen konnte die Infineon-Aktie zum Wochenauftakt endlich wieder positive Akzente setzen. Die Anteile profitierten stark von einer Kaufempfehlung der Citigroup.

Doch schon am Dienstag sah sich Infineon neuen Kursverlusten ausgesetzt, denn die US-Investmentbank Morgan Stanley hat das Papier abgestuft. Damit wurde ein vielversprechender Erholungsversuch abgewürgt – dazu gleich mehr.

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Kursziel deutlich gesenkt, Berenberg wird ignoriert

Als Grund für die gekappte Kaufempfehlung und die Neueinstufung mit "Halten" sowie das von 81 auf 65 Euro gekürzte Kursziel nannte Morgan Stanley in seiner am Dienstag veröffentlichten Studie eine ganze Reihe von Belastungsfaktoren.

Zwar seien die "strukturellen Chancen im Datencenter-Bereich" überzeugend, doch es läge hier kurzfristig nur begrenztes Aufwärtspotenzial vor, während die Schätzungen für das Segment Power und Sensor Systems zu hoch veranschlagt sein.

Als Grund für diese Einschätzungen nannten die Autorinnen und Autoren der Studie mögliche Verzögerungen bei 800-Volt-Systemen, wachsenden Wettbewerb im Bereich Vertical Power Delivery, eine länger auf sich warten lassende Erholung der Automobilkonjunktur sowie Effizienzgewinne in der Fertigung, die sich aber erst ab 2028 einstellen und auch finanziell zeigen dürften. Dementsprechend sei das Chance-Risiko-Profil der Aktie kurzfristig nicht attraktiv genug für einen Einstieg.

Zwar hielt die Privatbank Berenberg mit einer taggleich veröffentlichten Studie dagegen und bekräftigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 100 Euro, doch die Anlegerinnen und Anleger entschieden sich, lieber der Expertise von Morgan Stanley zu folgen.

Ausbruch und neues Kaufsignal vorerst vereitelt

Am Mittwoch setzten sich die Kursverluste vom Vortag fort. Angesichts der erneuten Eskalation in der Golf-Region sowie stark steigender Ölpreise konnte sich Infineon dem schwachen Gesamtmarktumfeld nicht entziehen.

Für die charttechnische Ausgangslage, die sich gerade erst zu verbessern begann, stellt das eine erhebliche Belastung dar. Im Bereich von 54 Euro kam es zuletzt zu einer Bodenbildung, allerdings fehlte es an Aufwärtsimpulsen. Genau einen solchen hatte die Citigroup am Montag geliefert.

Die Aktie konnte ihre bullishen Divergenzen in den technischen Indikatoren für einen Vorstoß in den Widerstandsbereich zwischen 60 und 62 Euro nutzen. Allerdings würgte das Morgan-Stanley-Downgrade diese Erholung ab und bestätigte 60 bis 62 als hartnäckige Hürde. Gleichzeitig ist der RSI von Stärke in den neutralen Bereich zurückgefallen, sodass es neuen Erholungsversuchen jetzt an Schwung fehlen könnte – gerade vor dem Hintergrund, dass der Trendstärkeindikator MACD mit einer Notierung unterhalb der Nulllinie noch immer einen intakten Abwärtstrend anzeigt.

05.09.26 - ARIVA.DE Redaktion

Fazit: Auf die Lauer legen für den nächsten Ausbruch

Die Infineon-Aktie befindet sich gegenwärtig in einem doppelten Spannungsverhältnis aus einerseits widersprüchlichen Analystenkommentaren und andererseits charttechnischer Verbesserung bei gleichzeitig intakten Abwärtstrend. Sah es am Montag noch nach einem Erfolg für die Bullen aus, sind zur Wochenmitte wieder die Bären am Ruder.

Anlegerinnen und Anleger sollten sich daher vorerst nicht engagieren und die weitere Entwicklung abwarten. Das Unterschreiten von 54 Euro, wo gleichzeitig auch die 200-Tage-Linie verläuft, wäre als klares Verkaufssignal zu bewerten. Umgekehrt könnten sich oberhalb von 62 Euro sowie der bei 62,57 Euro verlaufenden 50-Tage-Linie neue Rallye-Chancen ergeben. Gehandelt werden sollte dasjenige Setup, das sich zuerst ergibt.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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