Bayer bekommt im Glyphosat-Poker mehr Zeit – High Noon am 14. September
Markus Weingran
Markus Weingran
Markus Weingran ist seit mehr als 20 Jahren als Kapitalmarkt-Stratege und Aktien-Experte aktiv. Geprägt durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Finanzexperten Hans A. Bernecker verfolgt er einen klaren Anspruch: in jeder Börsenphase das Beste für Anleger herauszuholen. Weitere Einschätzungen und Trading-Ideen teilt er auch täglich in der wallstreetONLINE Börsenlounge auf YouTube.
Die Entscheidung beim Glyphosat-Vergleich verzögert sich. Doch die Verschiebung könnte Bayer sogar helfen. Am 14. September steht bei dem 7,25-Milliarden-US-Dollar-Deal viel auf dem Spiel für die Leverkusener.
Für dich zusammengefasst:
Die Anhörung zur Genehmigung des Vergleichs wurde verschoben.
Der neue Termin ist der 14. September 2026.
Bayer hatte sich mit Klägerkanzleien auf 7,25 Mrd. Dollar geeinigt.
Im milliardenschweren US-Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Roundup verzögert sich eine wichtige Entscheidung für Bayer (Bayer Aktie). Das zuständige Gericht im Bundesstaat Missouri hat die Anhörung zur endgültigen Genehmigung des Sammelvergleichs auf den 14. September 2026 verschoben.
Ursprünglich sollte die Anhörung am 19. August stattfinden. Bayer und die Anwälte der Klägerseite hatten gemeinsam eine Verlegung beantragt. Das Gericht gab dem Antrag nun statt.
Bayer wertet die Entscheidung positiv. Die zusätzlichen rund drei Wochen sollen den Parteien und dem Verwalter des Vergleichsprogramms ermöglichen, Anträge auf den Widerruf sogenannter Opt-outs zu bearbeiten. Zudem könne bereits vor der Anhörung geklärt werden, ob einzelne Ausstiegserklärungen überhaupt gültig seien.
Die Widerrufsanträge waren nach einer richtungsweisenden Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA eingegangen. Der Supreme Court hatte Ende Juni entschieden, dass Bayer nicht wegen eines fehlenden Krebswarnhinweises auf dem Etikett des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup verklagt werden kann.
Damit hatte der Konzern in einem zentralen Punkt der seit Jahren laufenden Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten einen wichtigen juristischen Erfolg erzielt.
Im Februar hatte sich Bayer mit großen Klägerkanzleien auf einen Sammelvergleich über bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar verständigt. Dieser soll einen Großteil der noch anhängigen sowie mögliche künftige Klagen in den USA beilegen. Das Gericht in St. Louis hat die Vereinbarung bereits vorläufig gebilligt. Für die Umsetzung fehlt jedoch noch die endgültige richterliche Genehmigung.
Die Frist, um aus der Vereinbarung auszusteigen, ist inzwischen abgelaufen. Bayer zeigte sich erneut überzeugt, dass der Vergleich fair sei und vom Gericht endgültig genehmigt werden sollte.
Für den Leverkusener Konzern steht viel auf dem Spiel. Die Glyphosat-Klagewelle belastet Bayer seit der 63 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto im Jahr 2018. Eine endgültige Genehmigung des Vergleichs könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um die langjährigen Rechtsrisiken in den USA deutlich zu reduzieren.
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