35 % Kurspotenzial: Darum trauen Analysten Amazon einen kräftigen Wachstumsschub zu
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Ausverkauftes Event, neues Kursziel und eine Partnerschaft mit OpenAI, die beiden Seiten nützt. Doch ein Problem bremst den Agenten-Boom bei Amazon noch deutlich aus.
Für dich zusammengefasst:
Jefferies hebt das Kursziel für Amazon auf 320 US-Dollar.
Analysten sehen Amazon als Top-Wert für die zweite Jahreshälfte.
Lange Schlangen, ausverkaufte Säle und ein höheres Kursziel: Beim AWS-Summit in New York hat Jefferies-Analyst Brent Thill genug gesehen, um seine Kaufempfehlung für Amazon zu bekräftigen. Das neue Kursziel von 320 US-Dollar liegt rund 35 Prozent über dem aktuellen Kurs von etwa 237 US-Dollar. Amazon zählt für die Analysten zu den Top-Werten für die zweite Jahreshälfte.
Im Zentrum der positiven Einschätzung steht die Partnerschaft zwischen Amazon und OpenAI. Der Cloud-Riese hatte rund 50 Milliarden US-Dollar in den ChatGPT-Entwickler investiert und sich im Gegenzug eine mehrjährige Auslastung der eigenen Rechenzentren gesichert.
Auf dem Summit zeigte sich, wie ernst beide Seiten es meinen: OpenAI war mit eigenem Stand vertreten, und Vertriebsmitarbeiter berichteten von Kunden, die offenbar nur auf diese Kooperation gewartet hätten, um OpenAI-Modelle über Amazons KI-Plattform Bedrock einzusetzen. OpenAI erzielt inzwischen rund 40 Prozent seines Umsatzes mit Firmenkunden und will weitere Marktanteile gewinnen, auch wenn der Preis zählt, wie eine Abwanderung von Entwicklern vom Tool Cursor zum günstigeren Codex zeigt.
Jefferies hebt deshalb die Wachstumsprognose für AWS deutlich an: Statt 20 Prozent im Vorjahr soll der Cloud-Umsatz 2026 um 31 Prozent zulegen, getrieben vom Boom rund um künstliche Intelligenz und autonomen Software-Agenten.
Dass diese Agenten noch nicht überall im Einsatz sind, liegt vor allem an Sicherheitsbedenken. "Agenten können zwar durchlaufen, aber ohne Leitplanken von Anfang an drohen Fehlalarme in beide Richtungen", zitiert der Report einen Solutions-Architekten, der selbst zwanzig bis dreißig Agenten parallel betreibt. Fehlende Governance und veraltete IT-Systeme erschweren den Einsatz zusätzlich.
Für Anleger bleibt am Ende die Kernbotschaft: Jefferies sieht in Amazon einen der aussichtsreichsten Werte für die zweite Jahreshälfte. Das Kursziel von 320 US-Dollar leitet sich aus einer Bewertung von knapp 15-mal dem für 2027 erwarteten operativen Gewinn ab, was angesichts des erwarteten AWS-Wachstumssprungs als moderat gilt. Sollte sich die Beschleunigung im Cloud-Geschäft wie prognostiziert fortsetzen, dürfte das aktuelle Kursniveau nur eine Zwischenstation sein.
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