NEU-DELHI (dpa-AFX) - Bei neuen Straßenprotesten der "Kakerlaken"-Jugendbewegung in Indien gegen eine umstrittene Überprüfung von Wählerverzeichnissen hat die Polizei nach Medienberichten Tausende von Menschen festgenommen. Zahlreiche Protestteilnehmer seien am hauptsächlichen Kundgebungsort im Zentrum Neu-Delhis und an anderen Orten der Hauptstadt aufgegriffen und abgeführt worden, berichteten die Zeitung "The Hindu" und andere einheimische Medien. Um die polizeilich verbotenen Proteste zu verhindern, hatten die Behörden Tausende von Sicherheitskräften mobilisiert, Straßenbarrieren errichtet, einstweilige Internetsperren verhängt und U-Bahnstationen geschlossen.
Für dich zusammengefasst:
Die Polizei hat Tausende bei Protesten in Neu-Delhi festgenommen.
Der Gründer der Bewegung wurde am Flughafen festgenommen.
Die Protestierenden fordern den Rücktritt des Wahlkommissionschefs.
Bereits vor Beginn der angekündigten Proteste wurden ihr Gründer Abhijeet Dipke und andere Vertreter bei der Landung auf dem internationalen Flughafen in Neu-Delhi festgenommen, teilte die "Kakerlaken-Volkspartei" (CJP) mit. "Kommt und verhaftet uns, wir haben keine Angst", sagte Dipke laut dem Sender NDTV zu Polizistinnen in einem Flugzeug, das aus Mumbai gekommen war.
Rücktritt von Wahlkommissionschef gefordert
Eine Kernforderung der Bewegung ist der Rücktritt des obersten Chefs der Wahlkommission, Gyanesh Kumar. Die unabhängige Kommission ist für die jüngste landesweite Revision der Wählerverzeichnisse verantwortlich, bei der 130 Millionen Namen gelöscht worden sein sollen. Kritiker werfen der Wahlkommission vor, die Änderungen würden die hindu-nationalistische Regierungspartei BJP begünstigen. Die Kommission und die BJP weisen die Vorwürfe zurück.
Die CJP wurde im Mai gegründet, nachdem ein Oberster Richter des Landes arbeitslose junge Menschen als "Kakerlaken" bezeichnet hatte. Die CJP beschreibt sich selbst als "satirische politische Bewegung". Sie organisiert sich vor allem im Internet, eine Parteizentrale gibt es nicht. Die Protestbewegung entwickelte sich nach Einschätzung von Beobachtern zu einer großen Herausforderung für die Regierung und die BJP. Sie wurde durch wochenlange Proteste im Sommer gegen Missstände im Bildungssystem und das Prüfungssystem im Hochschulwesen bekannt. Nach den Protesten war der damalige Bildungsminister zurückgetreten./dg/DP/zb
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