Zahlen von BYD und Geely enttäuschen: Rekorde reichen nicht – verschärft sich die Krise?
Markus Weingran
Markus Weingran
Markus Weingran ist seit mehr als 20 Jahren als Kapitalmarkt-Stratege und Aktien-Experte aktiv. Geprägt durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Finanzexperten Hans A. Bernecker verfolgt er einen klaren Anspruch: in jeder Börsenphase das Beste für Anleger herauszuholen. Weitere Einschätzungen und Trading-Ideen teilt er auch täglich in der wallstreetONLINE Börsenlounge auf YouTube.
Die chinesischen Autogiganten BYD und Geely wachsen kräftig, doch ihre Gewinne enttäuschen. Gleichzeitig drohen neue Handelsbeschränkungen in Europa. Wird der wichtigste Wachstumsmarkt zur Falle?
Für dich zusammengefasst:
BYD steigerte den Nettogewinn um 28 Prozent auf 10 Mrd. Yuan.
Geelys Nettogewinn stieg um 28 Prozent auf 4,84 Mrd. Yuan.
Neue europäische Handelsbeschränkungen belasten das Wachstum.
Der Druck auf Chinas Autoindustrie nimmt weiter zu. Ausgerechnet die beiden Schwergewichte BYD und Geely enttäuschen mit ihren Quartalszahlen die Anleger. Während der Preiskampf auf dem Heimatmarkt die Gewinne belastet, drohen neue Handelsbeschränkungen in Europa das bislang rasante Exportwachstum auszubremsen.
BYD: Gewinn steigt, Erwartungen verfehlt
Der Elektroautogigant BYD steigerte seinen Nettogewinn im dritten Quartal um 28 Prozent auf zehn Milliarden Yuan, umgerechnet rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten allerdings zwischen 11,4 und 12,95 Milliarden Yuan erwartet. Auch das Gewinnwachstum verlangsamte sich gegenüber dem Vorquartal.
Der Umsatz legte um 13,6 Prozent auf 221,5 Milliarden Yuan zu. Die weltweiten Fahrzeugverkäufe stiegen um knapp 19 Prozent auf mehr als 1,32 Millionen Einheiten. Besonders das Auslandsgeschäft boomt: Die Exporte haben sich mehr als verdoppelt.
Doch die Abhängigkeit vom internationalen Wachstum wird zunehmend zum Risiko. Auf dem chinesischen Heimatmarkt drücken aggressive Preisnachlässe und eine schwächere Nachfrage auf die Profitabilität.
Auch Konkurrent Geely kann die Anleger nicht vollständig überzeugen. Der Nettogewinn kletterte um 28 Prozent auf 4,84 Milliarden Yuan, blieb damit aber unter den erwarteten 5,19 Milliarden Yuan.
Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf knapp 99 Milliarden Yuan. Insgesamt verkaufte Geely 812.523 Fahrzeuge, ein Plus von sieben Prozent. Die Auslandsverkäufe erreichten 323.442 Fahrzeuge und machten damit bereits rund 40 Prozent des Absatzes aus.
Das bereinigte Kernergebnis erreichte sogar einen Rekordwert von 5,21 Milliarden Yuan. Dennoch wächst die Sorge, dass der zunehmende Wettbewerb die Margen künftig stärker belasten könnte.
Europa wird zum nächsten Problem
Zusätzliche Risiken entstehen durch die europäische Handelspolitik. Neben bestehenden Sonderzöllen auf chinesische Elektroautos sollen die Einfuhren chinesischer Hybridfahrzeuge ab Dezember auf zunächst 350.000 Fahrzeuge jährlich begrenzt werden.
Damit gerät ausgerechnet jener Markt unter Druck, der BYD und Geely bislang geholfen hat, die Schwäche in China auszugleichen. Beide Hersteller reagieren mit dem Ausbau lokaler Produktionskapazitäten.
BYD und Geely wachsen weiter, doch die Erwartungen sind hoch und der Wettbewerb verschärft sich. Die verfehlten Gewinnprognosen zeigen, dass steigende Verkaufszahlen allein keine Garantie für höhere Gewinne sind. Sollte Europa den Marktzugang weiter erschweren, könnte der Druck auf Chinas Autokonzerne nochmals zunehmen.
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