Viele Depots sind weniger diversifiziert als gedacht – auch Ihres?

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Viele Depots wirken breit gestreut, hängen aber stark an wenigen US-Techriesen. Franklin Templeton zeigt, wie Südkorea, Taiwan und Japan die Rendite und echte Diversifikation verbessern könnten.
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Viele Anleger glauben, ihr Portfolio sei breit aufgestellt. Tatsächlich steckt ein großer Teil des Kapitals aber häufig in wenigen großen US-Technologiekonzernen. Darauf weist Dina Ting, CFA und Head of Global Index Portfolio Management bei Franklin Templeton, hin.

Was nach Diversifikation aussieht, könne deshalb weiterhin von denselben Unternehmen, Branchen und wirtschaftlichen Treibern abhängen. Anleger sollten prüfen, ob zusätzliche Länderallokationen neue Renditequellen eröffnen können.

Franklin Templeton verglich dafür ein reines US-Aktienportfolio mit Portfolios, die zusätzlich Schwellenländer oder ausgewählte asiatische Märkte enthielten. Grundlage sind Daten von FactSet.

Asien-Mix schlägt US-Portfolio

Besonders gut schnitt eine Kombination aus US-Aktien sowie Südkorea, Taiwan und Japan ab. Das Portfolio bestand zu 70 Prozent aus US-Aktien und zu jeweils zehn Prozent aus den drei asiatischen Märkten.

Über drei Jahre erzielte diese Mischung eine annualisierte Rendite von knapp 25 Prozent. Über fünf Jahre waren es rund 15 Prozent. Ein reines US-Aktienportfolio kam auf etwas mehr als 19 Prozent beziehungsweise knapp 13 Prozent pro Jahr.

Ting betont allerdings, dass einzelne Länder nicht grundsätzlich besser sind als ein breit gestreutes Schwellenländerinvestment. Gezielte Länderpositionen könnten aber wirtschaftliche Treiber ins Portfolio bringen, die bei einer starken US-Gewichtung kaum vertreten sind.

Taiwan, Korea und Japan setzen andere Akzente

Taiwan spielt eine zentrale Rolle in der globalen Halbleiter-Lieferkette. Südkorea verbindet Halbleiter und Infrastruktur für künstliche Intelligenz mit Automobilbau, Schiffbau und moderner Fertigung.

Japan bietet Zugang zu industrieller Automatisierung, fortschrittlicher Produktion und Unternehmensreformen. Indien wird stärker von Binnenkonsum, Demografie und Infrastruktur geprägt. Brasilien hängt stärker von Rohstoffen und Landwirtschaft ab.

Nach der starken Rallye in Südkorea könnten Anleger befürchten, zu spät zu kommen. Ting hält jedoch eine andere Frage für wichtiger: Welchen zusätzlichen Nutzen kann der Markt für ein bestehendes Portfolio bringen?

Es gehe daher weniger darum, den jüngsten Gewinnern hinterherzulaufen. Entscheidend sei, ob einzelne Länder langfristig eigenständige Renditequellen liefern und die Abhängigkeit vieler Depots von wenigen US-Konzernen verringern können.



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