Allein im vierten Quartal 2025 erwarb Tether rund 27 Tonnen physisches Gold. Damit gehörte das Unternehmen in diesem Zeitraum zu den größten Goldkäufern weltweit. Hochrechnungen zufolge sammelte Tether im gesamten Jahr 2025 rund 116 Tonnen Gold an und übertraf damit zeitweise alle offiziellen Zentralbankkäufer.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: Gold legte 2026 bislang um rund 18 Prozent zu, nachdem der Preis im Vorjahr bereits um 64 Prozent gestiegen war und mehrere Allzeithochs überschritten hatte.
Anders als Staaten kauft Tether Gold nicht aus währungspolitischen Gründen, sondern finanziert die Käufe aus den Erträgen seiner Stablecoin-Reserven. Diese bestehen vor allem aus US-Staatsanleihen, die den USDT-Bestand von rund 187 Milliarden US-Dollar absichern.
Damit entwickelt sich Tether zunehmend zu einem hybriden Akteur: Neben der Rolle als Stablecoin-Emittent tritt das Unternehmen immer stärker als Vermögensverwalter und strategischer Rohstoffkäufer auf.
Zum Ende des dritten Quartals beliefen sich Tethers Goldreserven auf einen Gegenwert von rund 12,9 Milliarden US-Dollar. Gold machte dabei etwa sieben Prozent der gesamten USDT-Deckung aus.
Eng verknüpft ist die Strategie mit dem tokenisierten Goldprodukt XAUT, das mittlerweile rund 60 Prozent des globalen Marktes für goldgedeckte Stablecoins abdeckt. Die Goldreserven für XAUT werden physisch in der Schweiz gelagert und sind vollständig mit realem Gold hinterlegt.
Dass ein privates Krypto-Unternehmen inzwischen in einer Liga mit Zentralbanken agiert, wirft grundsätzliche Fragen auf. Stablecoin-Emittenten werden zunehmend zu eigenständigen Akteuren im globalen Währungssystem.
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