Shein-Aktie fällt beim Debüt – und TikTok erhöht den Druck
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer ist seit 2017 als Finanzjournalist tätig. Vor seinem Wechsel in den Börsenjournalismus arbeitete er unter anderem für das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Seine Themenschwerpunkte sind ESG-Investments, US-Technologiewerte und E-Autoaktien.
Shein nimmt durch den Börsengang 1,74 Milliarden US-Dollar ein. Die Aktie startet dennoch mit deutlichen Verlusten. Zusätzlich fordert TikTok Shop den Fast-Fashion-Konzern heraus.
Für dich zusammengefasst:
Shein verlor bei ihrem Börsendebüt neun Prozent.
Der Konzern nahm rund 13,60 Milliarden Hongkong-Dollar ein.
Shein kommt nur auf einen Wert von rund 26,5 Milliarden US-Dollar.
Für Shein hat der erste Handelstag in Hongkong enttäuschend begonnen. Die Aktie des Fast-Fashion-Unternehmens verlor bei ihrem Börsendebüt neun Prozent.
Im Zuge des Börsengangs platzierte Shein etwa 280 Millionen Aktien. Der Konzern nahm dadurch rund 13,60 Milliarden Hongkong-Dollar (1,74 Milliarden US-Dollar) ein. Mit 48,56 Hongkong-Dollar blieb der endgültige Ausgabepreis unter dem zuvor angestrebten Höchstwert von 49,50 Hongkong-Dollar.
Besonders deutlich zeigt sich der Rückschlag bei der Unternehmensbewertung. Shein kommt beim Börsengang nur noch auf einen Wert von rund 26,5 Milliarden US-Dollar. Auf dem privaten Markt war das Unternehmen 2022 noch mit 100 Milliarden US-Dollar bewertet worden. Seither sind damit beinahe drei Viertel des damaligen Werts verloren gegangen.
Neben den Zweifeln der Investoren wächst auch der Wettbewerbsdruck. Laut CNBC sieht Bryan Gildenberg von Retail Cities vor allem TikTok Shop als ernstzunehmenden Rivalen. Shein und Temu hätten zunächst davon profitiert, dass Kunden auf ihren Plattformen auf spielerische Weise nach Preisnachlässen suchen konnten. TikTok verknüpfe jedoch nun Unterhaltung mit Einkaufen und könne damit einen vergleichbaren Reiz erzeugen.
Auch die Geschäftszahlen sprechen für Zurückhaltung. Zwar erhöhte sich der Umsatz 2025 von 38,7 auf 41,8 Milliarden US-Dollar. Im ersten Quartal 2026 erwirtschaftete Shein zwar Erlöse von 9,05 Milliarden US-Dollar, verbuchte unter dem Strich jedoch einen Verlust von 99 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen führte das Minus vor allem auf Bewertungsverluste bei wandelbaren, rückzahlbaren Vorzugsaktien zurück.
Zusätzliche Belastungen entstehen durch die veränderten Zollbedingungen in den USA und Europa. Laut CNBC erschweren sie das Geschäft, dämpfen das Umsatzwachstum und drücken auf die Margen. Einige Anleger könnten daher zunächst die Zahlen für das zweite Quartal und weitere Informationen zur Bilanz abwarten.
Jeweils 40 Prozent der Einnahmen aus dem Börsengang sollen in Technologie sowie in die Steigerung der Markenbekanntheit und die internationale Expansion fließen. Der schwache Handelsauftakt zeigt jedoch, dass die Kapitalspritze die Vorbehalte der Investoren nicht ausräumen konnte.
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