Schlimmster El Niño seit 1950? Jetzt wächst die Angst vor Ernteausfällen
Nicolas Ebert
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Mehr als 90 Prozent Wahrscheinlichkeit für einen sehr starken El Niño: Kaffee, Kakao, Mais und Fischerei geraten unter Druck. Millionen Menschen könnten zusätzlich von akutem Hunger betroffen sein.
Für dich zusammengefasst:
El Niño könnte dieses Jahr die Weltwirtschaft hart treffen.
Vorhersagen deuten auf ein sehr starkes Ereignis hin.
Bereits mehrere Kontinente zeigen Auswirkungen auf Ernten.
El Niño könnte die Weltwirtschaft in diesem Jahr besonders hart treffen. Prognostiker sehen laut Reuters eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 90 Prozent für ein sehr starkes Ereignis auf der Nordhalbkugel. Es könnte das schwerste seit 1950 werden.
Das Klimaphänomen verändert weltweit Wettermuster und kann Überschwemmungen, Dürren und Ernteausfälle auslösen. Wie teuer ein extremes El Niño werden kann, zeigt eine Studie des Dartmouth College. Demnach verursachten die Ereignisse von 1982 bis 1983 sowie 1997 bis 1998 in den jeweils folgenden fünf Jahren Schäden von 4,1 Billionen beziehungsweise 5,7 Billionen US-Dollar.
2026 verschärft die bereits hohe globale Temperatur die Risiken. Hinzu kommen höhere Kosten für Dünger und Diesel infolge des Iran-Kriegs, die Lebensmittel zusätzlich verteuern.
Die Folgen zeigen sich bereits auf mehreren Kontinenten. In Vietnam und Indonesien bedroht Trockenheit die Robusta-Kaffeeernte. In Westafrika kämpfen Kakaobauern mit starken Regenfällen und trockenen Harmattan-Winden.
In Argentinien verzögert anhaltende Nässe die Maisernte. In Peru brach die Fischereiaktivität im Juni laut Reuters um 52 Prozent ein. Im Amazonasgebiet sinken die Pegel des Tapajós-Flusses, einer wichtigen Route für Getreidetransporte.
Besonders groß sind die Risiken für die Ernährungssicherheit. Das Welternährungsprogramm schätzt laut Reuters, dass El Niño fast 49 Millionen zusätzliche Menschen in akuten Hunger treiben könnte. Weltweit wären dann 274 Millionen Menschen in 45 Ländern betroffen.
Auch westliche Verbraucher könnten höhere Lebensmittelpreise spüren. Bei Kaffee und Kakao dürfte der Effekt im Einzelhandel jedoch begrenzt bleiben, da die Rohstoffkosten nur einen kleinen Teil des Endpreises ausmachen.
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