Robolimousine statt Chauffeur: Was Mercedes mit Nvidia wirklich vorhat
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.
Mercedes-Benz und Nvidia rücken enger zusammen. Beide Konzerne bauen ihre Partnerschaft beim automatisierten Fahren aus, wie sie am Freitag mitteilten. "Nvidia ist unser wichtigster strategischer Partner beim automatisierten Fahren", sagt Mercedes-Technikvorstand Jörg Burzer. Das Fernziel heißt Stufe 4: Robolimousinen, die ohne Fahrer unterwegs sind.
So funktioniert die Allianz
Mercedes liefert die Fahrzeugtechnik, die Sicherheitserfahrung und sein Betriebssystem MB.OS. Nvidia steuert Rechenleistung und künstliche Intelligenz bei. Die Plattform Hyperion bündelt Rechner und Sensoren im Auto. Die Software Alpamayo soll Fahrerinnen und Fahrer von Punkt zu Punkt durch die Stadt lotsen und beim Einparken übernehmen. Einen Zeitplan oder finanzielle Details nannten die Partner nicht.
Die Mercedes-Aktie stieg am Freitag. Seit Januar hat das Papier dennoch rund ein Drittel an Wert verloren. Mit gut 37 Milliarden Euro ist Mercedes kaum mehr wert als BMW mit knapp 33 Milliarden Euro. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 7,4, die erwartete Dividendenrendite bei 7,6 Prozent.
Die 21 erfassten Analysten raten im Schnitt zum Übergewichten. Ihr mittleres Kursziel von 53,20 Euro liegt rund 32 Prozent über dem Kurs. RBC warnt dagegen vor Druck auf die Marge aus China. Am 28. Oktober legt Mercedes voraussichtlich Quartalszahlen vor.
Für Nvidia gibt es zudem Neuigkeiten aus Taiwan. Die Insel will laut Bloomberg Milliarden in Industrieparks in den Vereinigten Staaten stecken, um dort eine Lieferkette rund um Nvidia aufzubauen. Den Anfang macht ein Komplex in Texas für bis zu vier Milliarden US-Dollar, sagte Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin.
Zugleich verschärft Taipeh die Exportkontrollen. Wer beschränkte Chips nach China liefert, macht sich künftig strafbar. Taiwan habe im Handelsabkommen mit Washington "erhebliche Verpflichtungen" übernommen, so Kung.
Die Nvidia-Aktie fiel am Donnerstag um 1,8 Prozent auf 217,23 US-Dollar. Mit mehr als fünf Billionen US-Dollar ist Nvidia an der Börse über 120-mal so viel wert wie Mercedes. Die 62 von MarketScreener erfassten Analysten raten zum Kauf. Ihr mittleres Kursziel von 328,72 US-Dollar verspricht gut 50 Prozent Luft. Am 17. November öffnet der Konzern seine Bücher.
Fazit
Für Mercedes ist die Partnerschaft ein wichtiges Signal im Rennen um das autonome Fahren. Kurzfristig zählen aber die Zahlen am 28. Oktober und das schwache China-Geschäft. Die niedrige Bewertung und die hohe Dividende locken Schnäppchenjäger. Nvidia festigt mit dem Ausbau in Texas seine Lieferkette und bleibt der Taktgeber der Branche.
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