Risiko-Indikatoren – das Spiel mit Angst und Gier
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Kurse zeigen, was am Markt passiert – die Gettex-Risk-Indikatoren sollen sichtbar machen, wie Anleger dabei positioniert sind. Aus Handelsdaten des Aktien-, Zertifikate- und Optionsscheinmarktes leiten sie ab, ob risikoreichere Anlagen gefragt sind („Risk On“) oder Vorsicht und Absicherung dominieren („Risk Off“). Gettex bietet dafür vier Varianten: kurzfristige und langfristige Indikatoren für Europa und Nordamerika. Damit entsteht kein Prognosemodell, sondern ein Stimmungsbild, das Marktbewegungen aus einer zusätzlichen Perspektive einordnet.
Der US-Intraday-Indikator reagiert besonders schnell. Er wird alle drei Minuten aus Gettex-Handelsdaten zu US-Aktien und Zertifikaten berechnet; berücksichtigt werden die Zahl der Abschlüsse und der Umsatz. Seine Stärke liegt deshalb weniger in langfristigen Aussagen als im Erkennen kurzfristiger Stimmungswechsel. Dreht der Indikator deutlich, während ein US-Index kaum reagiert, kann das auf eine Veränderung der Risikobereitschaft unterhalb der sichtbaren Indexoberfläche hindeuten.
Der US-Long-Term-Indikator betrachtet dagegen das Marktregime. Neben den Handelsdaten fließen Momentum und Volatilität ein; die Berechnung erfolgt stündlich. Dadurch werden kurzfristige Ausschläge geglättet und tragfähigere Risk-on- oder Risk-off-Phasen erkennbar. Für Anleger ist diese Perspektive vor allem als Filter interessant: Ein positiver Intraday-Impuls erhält mehr Gewicht, wenn auch der langfristige Indikator Risikobereitschaft signalisiert. Widersprechen sich beide, spricht das eher für eine kurzfristige Gegenbewegung als für einen bereits bestätigten Trendwechsel.
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