Nvidia-Short-Seller Burry: KI-Bremse ist nur ein Deckmantel
Nicolas Ebert
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KI-Chefs wie Amodei und Altman fordern selbst eine Vollbremsung, Chipwerte gerieten prompt unter Druck. Doch Investor Michael Burry hält die Warnungen für einen Deckmantel. Ein Marktexperte widerspricht.
Für dich zusammengefasst:
An den Börsen sorgte ein Schulterschluss für Nervosität.
Speicherchip-Hersteller verloren zeitweise mehr als sieben Prozent.
Burry bezeichnet Sicherheitswarnungen als Deckmantel für Wachstum.
An den Börsen sorgte am Montag ein ungewöhnlicher Schulterschluss für Nervosität: Anthropic-Chef Dario Amodei forderte eine kontrolliertere Entwicklung der leistungsfähigsten Modelle Künstlicher Intelligenz (KI), öffentlich unterstützt von Sam Altman, Demis Hassabis und Elon Musk. Prompt gerieten KI- und Chipwerte unter Druck, Speicherchip-Hersteller wie Micron und SK Hynix verloren zeitweise mehr als fünf beziehungsweise sieben Prozent.
Gemeint ist kein Entwicklungsstopp, betont Martin Lück, Chef-Kapitalmarktstratege bei Franklin Templeton: Die Fähigkeiten der Systeme sollen nur nicht schneller wachsen als die Möglichkeiten, sie zu prüfen und abzusichern. Freiwillige Zusagen allein dürften dafür kaum reichen, da im Wettbewerb um Talente und Kapital kein Unternehmen einseitig bremsen will, verbindliche Mindeststandards seien deshalb nötig.
Einen pauschalen Stopp lehnt Lück dennoch ab: Nachhaltiger Wert entstehe durch vertrauenswürdige Systeme, nicht durch das schnellstmögliche Ausrollen neuer Fähigkeiten.
Die Kapitalmärkte hat die Debatte spürbar verunsichert, das Ende der KI-Investmentthese sieht Serge Nussbaumer, Kapitalmarktexperte bei Maverix, darin aber nicht, sondern den Übergang in eine anspruchsvollere Phase, in der Kapitalrendite stärker zählt als reines Tempo.
Auch die Börsenpläne der Branche fallen auseinander: OpenAI hat einen Börsengang in diesem Jahr aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen, Anthropic hält daran fest, während chinesische Anbieter wie DeepSeek die Kostenannahmen der Branche insgesamt infrage stellen.
Deutlich skeptischer äußert sich Michael Burry, bekannt für seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise und aktuell mit Short-Positionen gegen Nvidia und Palantir unterwegs. Auf der Plattform X bezeichnete er die Sicherheitswarnungen der KI-Chefs als Deckmantel für ein unkontrolliert nachlassendes Wachstum.
Nussbaumer hält das für unbelegt, räumt aber ein: Technologische Bedeutung und Investmentrendite sind nicht dasselbe, das größte Risiko liegt am Ende wohl nicht in enttäuschender Technologie, sondern in fehlender Profitabilität.
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