- Broadcom öffnet am 3. Juni seine Bücher zum Q2.
- Die KI-Umsätze sollen im zweiten Quartal um 30 Prozent steigen.
- Das Halbleitersegment wird um rund 20 Prozent wachsen.
- Energiekrise als Kurstreiber:
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Markus Weingran Nach Dell und Snowflake könnte jetzt Broadcom die nächste große KI-Aktie werden, die nach seinen Quartalszahlen kräftig anspringt. Am 3. Juni öffnet der von Hock Tan geführte Halbleiter- und Softwarekonzern seine Bücher für das zweite Geschäftsquartal. Die Erwartungen sind bereits hoch, doch Oppenheimer traut Broadcom noch mehr zu.
Analyst Rick Schafer rechnet mit starken Ergebnissen für das zweite Quartal und einem positiven Ausblick für das dritte Quartal. Der zentrale Treiber ist wenig überraschend: Künstliche Intelligenz. Während Nvidia weiter als der große Gewinner des KI-Booms gilt, schiebt sich Broadcom zunehmend als zweite Macht im Geschäft mit KI-Beschleunigern, kundenspezifischen Chips und Netzwerktechnologien in den Vordergrund.
KI-Umsätze dürften weiter kräftig wachsen
Broadcom profitiert vor allem von seinen kundenspezifischen ASICs, also speziell für große Cloud- und KI-Kunden entwickelten Chips. Diese sogenannten XPUs sind keine Massenware, sondern maßgeschneiderte Beschleuniger für die größten Rechenzentren der Welt. Genau dort explodiert der Bedarf.
Nach Einschätzung von Oppenheimer sollen die KI-bezogenen Umsätze im zweiten Quartal erneut um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen sein. Damit würde Broadcom seine Position als einer der wichtigsten Profiteure des KI-Infrastrukturbooms weiter ausbauen.
Besonders stark bleibt das Geschäft mit Netzwerktechnologien. Denn KI-Rechenzentren brauchen nicht nur Rechenleistung, sondern auch extrem schnelle Verbindungen zwischen Chips, Servern und Speicher. Broadcom sitzt damit gleich an mehreren neuralgischen Punkten der KI-Wertschöpfungskette.
Google, Meta, Anthropic, OpenAI: Broadcom steht mitten im KI-Maschinenraum
Zu den wichtigsten Kunden und Projekten im ASIC-Geschäft zählen laut Oppenheimer große Namen wie Google, Meta, TikTok USA, Anthropic und OpenAI. Vor allem die Ausweitung der TPU-Workloads über Google hinaus könnte für Broadcom ein gewaltiger Wachstumstreiber werden.
Anthropic soll demnach bereits in diesem Jahr Kapazitäten im Bereich von 1 Gigawatt benötigen. Im kommenden Jahr könnten es sogar 3 Gigawatt werden. Auch OpenAI soll im Geschäftsjahr 2027 Kapazitäten von 1 Gigawatt bereitstellen. Für Broadcom bedeutet das: Der KI-Boom ist nicht nur eine kurzfristige Fantasie, sondern könnte über Jahre hinweg volle Auftragsbücher bringen.
Das ist der entscheidende Unterschied zu vielen anderen KI-Aktien. Bei Broadcom geht es nicht nur um Hoffnung, sondern um konkrete Infrastruktur, konkrete Kunden und konkrete Nachfrage.
Oppenheimer bleibt bullisch
Schafer bleibt daher bei seiner positiven Einschätzung. Oppenheimer stuft Broadcom weiter mit Outperform ein und sieht das Kursziel bei 450 US-Dollar. Sollte Broadcom tatsächlich die Erwartungen übertreffen und den Ausblick anheben, könnte die Aktie nach den Zahlen neuen Schub bekommen.
Der Konsens der Analysten liegt derzeit bei einem Gewinn von 2,40 US-Dollar je Aktie und einem Umsatz von rund 22,11 Milliarden US-Dollar. Entscheidend wird aber weniger der Blick in den Rückspiegel sein. Anleger dürften vor allem darauf achten, ob Broadcom beim Ausblick für das dritte Quartal nachlegt und ob das Management die KI-Dynamik bestätigt oder sogar noch stärker betont.
Halbleitergeschäft zieht an, Software liefert Stabilität
Oppenheimer erwartet, dass das Halbleitersegment im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um rund 20 Prozent wächst. Angeführt werden soll das Wachstum vom Netzwerkgeschäft und von 6 Projekten für kundenspezifische ASICs.
Auch das Softwaregeschäft bleibt wichtig. Hier wird ein Plus von rund 4 Prozent gegenüber dem Vorquartal erwartet. Das klingt im Vergleich zum KI-Chipgeschäft weniger spektakulär, ist für Broadcom aber ein wichtiger Stabilitätsanker. Nach der VMware-Übernahme ist Broadcom nicht mehr nur ein Halbleiterkonzern, sondern auch ein schwergewichtiger Anbieter von Infrastruktur-Software.
Genau diese Mischung macht die Aktie so interessant: KI-Fantasie im Chipgeschäft, hohe Margen im Softwaregeschäft und eine außergewöhnlich starke Profitabilität.
Margenmaschine mit KI-Turbo
Broadcom gehört traditionell zu den profitabelsten Konzernen der Halbleiterbranche. Die Kombination aus Preissetzungsmacht, kundenspezifischen Chips, Netzwerkdominanz und Softwareerlösen sorgt für Margen, von denen viele Wettbewerber nur träumen können.
Oppenheimer verweist auf historisch hohe Profitabilitätskennziffern: eine Bruttomarge von 78 Prozent, eine operative Marge von 66 Prozent und eine Free-Cashflow-Marge von 42 Prozent. Das zeigt, warum Broadcom an der Börse so hoch bewertet wird. Der Konzern wächst nicht nur, er verdient dabei auch außergewöhnlich viel Geld.
Warum die Aktie explodieren könnte
Die Ausgangslage erinnert an die jüngsten Kursreaktionen bei Dell und Snowflake. Beide Aktien profitierten stark davon, dass Anleger nach belastbaren KI-Geschichten gesucht haben. Bei Broadcom ist die Geschichte noch größer: Der Konzern ist nicht nur Nutzer oder Dienstleister im KI-Ökosystem, sondern liefert zentrale Bausteine für die Infrastruktur der nächsten KI-Generation.
Sollte Broadcom am 3. Juni starke Zahlen melden, den Ausblick anheben und die Nachfrage großer KI-Kunden bestätigen, könnte das Papier deutlich anspringen. Der Markt wartet auf den nächsten Beweis, dass der KI-Boom nicht nur Nvidia trägt, sondern auch eine zweite Reihe von Gewinnern hervorbringt. Broadcom ist in dieser zweiten Reihe vielleicht schon längst die Nummer 1.
Risiken: Die Erwartungen sind bereits hoch
Ganz ohne Risiko ist die Wette allerdings nicht. Die Aktie hat in den vergangenen Jahren bereits stark vom KI-Boom profitiert. Entsprechend hoch sind die Erwartungen. Wenn Broadcom nur solide Zahlen liefert, könnte das dem Markt zu wenig sein.
Auch die hohe Abhängigkeit von großen Hyperscalern bleibt ein Thema. Kundenspezifische Chips sind lukrativ, aber sie hängen an wenigen sehr großen Auftraggebern. Kommt es dort zu Verzögerungen, Budgetverschiebungen oder technischen Änderungen, kann das auch Broadcom treffen.
Hinzu kommt: Nvidia bleibt im KI-Beschleunigermarkt der dominierende Platzhirsch. Broadcom ist stark bei kundenspezifischen Chips und Netzwerktechnik, aber der Vergleich mit Nvidia setzt die Messlatte hoch.
Broadcom ist mehr als nur ein Nvidia-Schatten
Der US-Technologie-Konzern steht vor einem wichtigen Termin. Die Zahlen am 3. Juni könnten zeigen, ob der KI-Boom bei dem Konzern weiter an Fahrt gewinnt. Oppenheimer erwartet ein starkes zweites Quartal, einen positiven Ausblick und zusätzlichen Rückenwind durch KI-ASICs und Netzwerktechnologien.
Für Anleger ist Broadcom damit eine der spannendsten KI-Aktien abseits von Nvidia. Die Aktie verbindet Wachstum, Profitabilität und strategische Bedeutung für die größten KI-Rechenzentren der Welt. Genau diese Mischung könnte dafür sorgen, dass Broadcom nach den Zahlen zur nächsten Aktie wird, die im KI-Rausch nach oben explodiert.
Redaktion Ariva/MW
| Strategie | Hebel | |||
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