Meta vor den Zahlen: 10-Mrd-Vergleich drückt den Gewinn, nicht die Laune
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Am kommenden Mittwoch legt Meta Quartalszahlen vor. Die Bank of America rechnet mit mehr Umsatz als der Markt, doch ein Vergleich mit US-Bundesstaaten frisst den Gewinn. Am Kaufvotum ändert das nichts.
Für dich zusammengefasst:
Die Bank of America erwartet für Meta 63,8 Milliarden US-Dollar Erlöse.
Meta erwartet im dritten Quartal einen Gewinn von 3,79 US-Dollar je Aktie.
Die App Muse erreichte bis zum 12. Oktober 8,9 Millionen Downloads.
Die Bank of America geht mit Zuversicht in die Berichtssaison von Meta Platforms. Analyst Justin Post bestätigt seine Kaufempfehlung und das Kursziel von 810 US-Dollar, rund zehn Prozent über dem Kurs von 736,72 US-Dollar. Für das dritte Quartal erwartet er Erlöse von 63,8 Milliarden US-Dollar, etwas mehr als der Konsens mit 63,3 Milliarden. Rückenwind liefern Umfragen unter Werbekunden, die solide Budgets signalisieren. Präzisere Zielgruppenansprache und Automatisierung steigern demnach die Rendite der Werbetreibenden und erlauben Meta höhere Anzeigenpreise.
Beim Gewinn sieht es anders aus. Meta hat sich Ende August mit 52 US-Generalstaatsanwälten im Streit um den Jugendschutz geeinigt. Dafür soll im dritten Quartal eine Rückstellung von rund zehn Milliarden US-Dollar anfallen. Post kalkuliert deshalb nur noch mit 3,79 US-Dollar Gewinn je Aktie, der Markt erwartet 6,08 US-Dollar. Ohne die Sonderlast läge die BofA-Schätzung über dem Konsens.
Für das Schlussquartal rechnet der Analyst mit einem Umsatzausblick zwischen 71,5 und 74,5 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 19 bis 24 Prozent. Die Investitionen dürften weiter klettern. Für 2027 hebt Post seine Capex-Schätzung von 192 auf 205 Milliarden US-Dollar an, vor allem wegen des wachsenden Rechenbedarfs.
Im Mittelpunkt der Telefonkonferenz dürfte Muse stehen. Der im September gestartete persönliche KI-Agent erledigt mehrstufige Aufgaben wie Reisebuchungen oder Einkäufe. Laut Sensor Tower kam die App bis zum 12. Oktober auf 8,9 Millionen Downloads und 2,23 Millionen tägliche Nutzer.
Risiken sieht Post in einem schwachen Ausblick, steigenden Kosten im kommenden Jahr und einer späten Monetarisierung von Muse, das Rechenkapazität bindet, ohne kurzfristig Umsatz zu bringen. Auch Facebook schwächelt: Die täglichen Nutzer sanken im dritten Quartal laut Sensor Tower um acht Prozent, Instagram legte dagegen um sechs Prozent zu.
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