Merz zu Trump: Handelsvertrag mit der EU oder gar nicht
WASHINGTON (dpa-AFX) - Bundeskanzler Friedrich Merz ist Drohungen von US-Präsident Donald Trump, die Wirtschaftsbeziehungen zu Spanien zu kappen, entschieden entgegengetreten. "Ich habe ihm sehr deutlich gesagt: Du kannst hier keinen isolierten Vertrag mit Deutschland abschließen oder einen Vertrag mit ganz Europa, aber Spanien nicht. Hier sitzen wir alle zusammen in einem Boot", sagte der CDU-Politiker in den ARD-"Tagesthemen" nach einem Treffen mit Trump in Washington.
Trump hatte bei einer öffentlichen Begegnung mit Merz vor Journalisten scharfe Kritik an Madrid geübt. "Einige europäische Länder wie Spanien haben sich schrecklich verhalten", sagte er mit Blick auf die US-Angriffe auf den Iran. "Spanien hat tatsächlich gesagt, dass wir ihre Stützpunkte nicht nutzen dürfen." Als Reaktion darauf kündigte Trump an, er werde den Handel mit Spanien einstellen.
Mit Blick auf den US-Zollkonflikt mit der EU betonte Merz vor der Presse, dass Spanien Mitglied der Europäischen Union sei: "Und als solches führen wir Verhandlungen über ein Zollabkommen mit den USA nur gemeinsam oder gar nicht", sagte er. Es gebe keinen Weg, Spanien besonders schlecht zu behandeln. Verhandlungen zum EU-Binnenmarkt führt die EU-Kommission im Namen aller 27 Mitglieder. Einzelne Mitgliedstaaten wie Deutschland können laut EU-Verträgen keine eigenständigen Handelsabkommen mit Drittstaaten wie den USA abschließen./ngu/DP/zb
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