- Gespräche über Regierungsbildung in Berlin starten heute.
- Die Linke wurde mit 25,7 Prozent stärkste Kraft bei der Wahl.
- Linke strebt eine rot-grün-rote Koalition an.
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BERLIN (dpa-AFX) - Eineinhalb Wochen nach der Berlin-Wahl starten heute (11.00 Uhr) Gespräche über eine Regierungsbildung in der Hauptstadt. Spitzenpolitiker der Linken als Wahlsieger sowie von Grünen und SPD treffen sich zunächst zu einem "Vorgespräch": Sie streben dabei klare gemeinsame Verabredungen zu dem zuletzt heftig diskutierten Thema Antisemitismus, zum Umgang mit Rassismus und organisierter Kriminalität an.
Grüne und SPD hatten eine solche Verständigung zur "Grundvoraussetzung" für die Aufnahme von Sondierungsgesprächen erklärt. Hintergrund sind Vorfälle bei der Linken, die für große Besorgnis auch und gerade bei den potenziellen Koalitionspartnern sorgten.
Vorfälle lösten Besorgnis aus
So waren bei einer Wahlparty der Neuköllner Linken am 20. September sowohl ein Oberhaupt eines arabischstämmigen und zum Teil kriminellen Clans als auch ein umstrittener propalästinensischer Aktivist anwesend. Er soll der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) nahestehen, die von der EU als Terrororganisation eingestuft ist.
Teile der Berliner Linken stehen wegen ihrer Positionen zu Israel und Palästina und zum Antisemitismus schon seit längerem immer wieder in der Kritik. Das Berliner Spitzenpersonal versicherte angesichts der Debatte nach der Wahl mehrfach, dass die Partei für den Schutz jüdischen Lebens stehe.
Linke will erstmals Regierende Bürgermeisterin stellen
Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September war die Linke mit 25,7 Prozent mit Abstand stärkste Kraft geworden. Dahinter folgen CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und SPD (12,1 Prozent). Die bisher regierende CDU/SPD-Koalition hat damit ihre Mehrheit verloren. Die Linke will nun eine rot-grün-rote Koalition schmieden. Sie könnte mit ihrer Spitzenkandidatin und Co-Fraktionsvorsitzenden Elif Eralp erstmals eine Regierende Bürgermeisterin in Berlin stellen.
Sondierungen ab nächste Woche?
In den vergangenen Tagen gab es zwischen Linke, Grünen und SPD bereits unterschiedlichste Treffen im Zweierformat. Wie lange das nun anstehende "Vorgespräch" im Dreierformat dauert, ist offen. Dem Vernehmen nach könnte es auch am Freitag in eine Verlängerung gehen. Im Falle einer Verständigung würden die Sondierungen dann kommende Woche beginnen. Die drei Parteien haben dazu Sondierungsteams aus jeweils drei oder vier Spitzenpolitikern benannt.
Sondierungsgespräche sind keine Koalitionsverhandlungen. Vielmehr stecken die Beteiligten dabei ab, welche Punkte ihnen besonders wichtig sind und ob Koalitionsverhandlungen überhaupt erfolgversprechend wären. Solche Gespräche können auch scheitern./kr/DP/jha
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