Kaum Luft nach oben? Was die Top-Banken dem S&P 500 bis zum Jahresende zutrauen
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.
Der S&P 500 eilt von Rekord zu Rekord. Die meisten Strategen sehen ihr Kursziel fast erreicht, eine Großbank erwartet sogar fallende Kurse. Und hinter der Rallye steckt ein Problem, das kaum auffällt.
Für dich zusammengefasst:
Der S&P 500 schloss bei 7.818 Punkten, einem Rekordhoch.
Die meisten Kursziele liegen bei 8.000 bis 8.100 Punkten.
Für das dritte Quartal wird ein Gewinnplus von 29,5% erwartet.
Die Wall Street eilt von Rekord zu Rekord. Der S&P 500 schloss am Dienstag mit einem Plus von 0,58 Prozent bei 7.818 Punkten und damit so hoch wie nie. Seit Jahresbeginn liegt der Leitindex 14 Prozent im Plus, vom Tief am 30. März aus sogar 23 Prozent.
Die Leute seien vielleicht zu negativ gegenüber Aktien mit Wachstumspotenzial, sagte Börsenkommentator Jim Cramer beim Sender CNBC.
"Fragt nicht, was schiefgehen kann. Fragt, was gut laufen kann."
Allerdings sieht auch er einen gespaltenen Markt aus Gewinnern rund um künstliche Intelligenz und allem anderen. Ein börsengehandelter Indexfonds, der alle Werte des S&P 500 gleich gewichtet, liegt noch fünf Prozent unter seinem Hoch. Der Technologiesektor erreichte dagegen als einzige Branche ein Rekordhoch. Seit dem Tief im März hat er 51 Prozent zugelegt. Allein Nvidia nähert sich einem Börsenwert von sechs Billionen US-Dollar.
Für den Rest des Jahres bleiben die großen Häuser zuversichtlich, wie eine Übersicht der Nachrichtenagentur Reuters zeigt. Die Dynamik der künstlichen Intelligenz und starke Gewinne sollen die Folgen des Kriegs im Iran ausgleichen. Die meisten Kursziele ballen sich allerdings bei 8.000 bis 8.100 Punkten, etwa bei Goldman Sachs, Morgan Stanley, JPMorgan, der Deutschen Bank, Citigroup und HSBC. Das entspricht nur noch zwei bis vier Prozent Plus.
Am vorsichtigsten ist die Bank of America mit 7.400 Punkten. Ihr Ziel liegt gut fünf Prozent unter dem aktuellen Stand. Wells Fargo kappte seine Prognose im September auf 7.700 Punkte.
Den Optimismus stützen die Unternehmenszahlen. Laut dem Datenanbieter FactSet erwarten Analysten für das dritte Quartal ein Gewinnplus von 29,5 Prozent, bei Technologiewerten sogar von 65 Prozent.
Für das Gesamtjahr sollen die Gewinne um 32,4 Prozent steigen. Weil die Gewinne mit den Kursen Schritt halten, wirkt die Bewertung nicht überzogen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19 auf Sicht von zwölf Monaten liegt der US-amerikanische Leitindex im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Kommende Woche eröffnen die Großbanken die Berichtssaison.
Fazit
Die Rallye steht auf starken Gewinnen, aber auf schmalen Schultern. Die Kursziele der Strategen sind fast erreicht. Luft nach oben bleibt für den S&P 500 nur, wenn die Unternehmen erneut überraschen.
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