Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Die Märkte rechnen mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank, doch Ökonom Michael R. Strain erwartet, dass die Federal Reserve die Zinsen unverändert lässt.
Für dich zusammengefasst:
Die Federal Reserve gibt am Mittwoch Zinsentscheid bekannt.
Strain rechnet mit unveränderten Zinsen und keine Erhöhung.
Inflationsrate wird als stabil und nicht alarmierend eingeschätzt.
Am Mittwoch um 20:00 Uhr steht für die Finanzmärkte einer der wichtigsten Termine der Woche an, wenn die Federal Reserve ihren Zinsentscheid bekannt gibt. Obwohl die Märkte laut Michael R. Strain eine Wahrscheinlichkeit von 87 Prozent für eine Zinserhöhung einpreisen, rechnet der Director of Economic Policy Studies und Senior Fellow am American Enterprise Institute mit unveränderten Zinsen.
Bereits bei der Juli-Sitzung habe der Schwerpunkt innerhalb des Federal Open Market Committee eher auf einer Beibehaltung des Zinsniveaus gelegen. Die seitdem veröffentlichten Wirtschaftsdaten seien seiner Einschätzung nach nicht stark genug gewesen, um die Mehrheit der Notenbanker zu einem Kurswechsel zu bewegen.
Zwar könnte der Verbraucherpreisindex für August einige FOMC-Mitglieder stärker in Richtung einer Zinserhöhung bewegt haben. Nach Ansicht Strains hätten die Daten jedoch wesentlich alarmierender ausfallen müssen, damit die Fed einen neuen Straffungszyklus einleitet.
Laut Strains gehe es nicht nur darum, ob die Fed den Leitzins diese Woche um einen Schritt anheben sollte. Vielmehr müssten die Währungshüter entscheiden, ob sie bereit seien, eine Serie weiterer Zinserhöhungen zu beginnen.
Eine isolierte Zinserhöhung könnte für Fed-Chairman Warsh zudem zu einem Kommunikationsproblem werden. Er müsste erklären, weshalb die Zentralbank einen einzelnen Zinsschritt vollzieht, ohne daraus zwangsläufig einen längeren Straffungszyklus abzuleiten.
Auch die Inflationsentwicklung bewertet Strain weniger kritisch, als es die Reaktion der Märkte vermuten lässt. Auf Grundlage des CPI-Berichts erwartet er für August eine leichte Beschleunigung der monatlichen Kern-PCE-Inflation gegenüber Juni und Juli. Annualisiert dürfte die Rate jedoch bei 3,1 Prozent liegen. Über sechs Monate gerechnet erwartet er eine annualisierte Kern-PCE-Inflation von 3,2 Prozent.
Sollten sich diese Schätzungen bestätigen, könnten die meisten FOMC-Mitglieder darin weiterhin einen grundsätzlich intakten Disinflationstrend erkennen und keine eindeutige Wiederbeschleunigung des Preisdrucks.
Dafür spricht laut Strain auch die Entwicklung im Dienstleistungssektor. Der Kern-CPI für Dienstleistungen lag im August im Jahresvergleich bei 3,0 Prozent und damit unverändert gegenüber Juli. Hinweise auf einen erneuten deutlichen Inflationsschub seien damit begrenzt.
Sein Basisszenario lautet deshalb: Die Fed lässt die Zinsen am Mittwoch unverändert. Eine Zinserhöhung schließt Strain allerdings nicht vollständig aus. Sollte sie kommen, wäre er nach eigenen Angaben trotzdem "nicht schockiert".
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